Die Familie beim Frühstück

(Familie, Vater, Mutter, Sohn sitzen beim Frühstück und essen)

Mann: Oh, es ist schon recht spät. Wo bleibt denn Natalie?

Frau: Die ist noch im Bad. (Steht auf und ruft) Natalie, bitte beeil Dich, es wird Zeit.

Tochter: (ruft aus dem Off zurück) Ja, ich bin gleich so weit.

Mann: Was macht die denn da solange? Sie ist doch bestimmt schon eine Stunde im Bad.
(Er nimmt ein Ei) Das Ei ist ja weich … (zur Frau) Du weißt doch, daß ich die Eier am Liebsten hart habe.

Frau: Koch Dir Dein Ei doch nächstes Mal selber.
Und jetzt hör doch auf hier herum zu motzen, ich möchte noch gemütlich frühstücken.

Mann: Ja, ja (guckt auf die Uhr, wirkt hektisch) so ein Mist, wir kommen heute schon wieder zu spät. (guckt den Sohn an) Bist Du wenigstens schon abfahrtbereit?

Sohn: (guckt den Vater verständnislos an) Im Augenblick esse ich noch. (ißt weiter und schüttelt den Kopf)

Mann: (zwingt sich zur Ruhe und nimmt sich einen Kaffee)

Tochter: (kommt zum Frühstückstisch)

Sohn: (verschluckt sich fast vor Lachen) Und dafür warst Du eine Stunde im Bad?

Tochter: (etwas beleidigt) Blödmann.
Ich mache mir jetzt heißen Kakao.

Mann: (etwas aufbrausend) Das dauert doch jetzt noch 10 Minuten, wir sind doch eh schon spät dran. Müßt ihr denn immer so trödeln?
Immer dieser Streß und dieses Hetzen.

Tochter: Du machst doch immer Streß. Ich kann nichts dafür, daß wir nur ein Bad haben und ich brauche nun 'mal eine gewisse Zeit.

Sohn: (grinsend) Man frag sich nur, wofür!

Tochter: (zornig) Halt doch die Klappe. Nur weil Dich alle Mädels doof finden, mußt Du das nicht an mir auslassen.

Frau: (deprimiert) Immer streitet ihr. Nicht einmal beim Frühstück hat man seine Ruhe.

Mann: (an Sohn und Tochter gerichtet) Jetzt benehmt Euch 'mal.
Können wir denn jetzt los?
Die anderen gucken uns immer schon so komisch an, weil wir immer so spät kommen.

Tochter: (schnippisch) Ich dachte, wir sollen uns nicht immer danach richten, was die anderen denken.

Mann: (erregt) Jetzt werd mal nicht frech.
Ich mach mich doch für Eure Trödelei vor den anderen nicht zum Affen.
(beherrscht sich mühsam) Nun kommt endlich. Lassen wir das Geschirr stehen und räumen nur die verderblichen Sachen weg.

Frau: (beruhigend) Nun kommt, der Papa hat recht.
Laßt uns aufbrechen, wir kommen sonst wirklich zu spät zum

Gottesdienst.

 

© Peter Schütt, Leichlingen, 2009