Der Mond fuer 2

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\title">Der Mond... (gelesen von zwei Personen) \author">Peter Schütt \date">2020-07-19

\maketitle

\textcolor">blue ">„Das gibt es nicht!“

\textcolor">red ">„Ja, aber...“

\textcolor">blue ">„Nein, keine Diskussion mehr!“

Der vierzehnjährige Laurenz schaute seinen Vater irritiert an.

\textcolor">red ">„Was ist mit Argumenten und so...?“

\textcolor">blue ">„Brauche ich nicht! Auf dem Mond gibt es keine Menschen, basta!“

\textcolor">red ">„Aber...“

\textcolor">blue ">„Jetzt hör' auf zu quatschen und iss. Nimm Dir ein Beispiel an Deiner Schwester!“

Laurenz' Schwester Hanna schaute kurz auf und widmete sich dann wieder ihrer Mahlzeit. Ein Zeitlang war außer dem krachenden Beißen in die frühstücklichen Brötchen nichts zu hören.

Doch dann begann Laurenz wieder:

\textcolor">red ">„Hör mal, es gibt doch so viele Geschichten und Lieder über den Mann im Mond, da könnte doch ein Körnchen Wahrheit drinnen stecken und die ganze Mondoberfläche ist auch noch nicht erforscht. Warum soll es nicht irgendwo Bewohner auf dem Mond geben, die man noch nicht gefunden hat?“

Zornig stellte der Vater seine Kaffeetasse ab, stand auf und verließ das Zimmer. Hanna guckte kurz erneut auf und biss dann wieder in ihr Brötchen.

Nach einer Weile kam der Vater wieder ins Zimmer und hatte ein Blatt Papier in der Hand. Die beiden Geschwister hatten ihr Frühstück beendet und waren dabei abzuräumen.

Der Vater wandte sich an Laurenz: \textcolor">blue ">„Also wegen gerade... ich habe hier ein Lied, schau mal!“ Und er begann zu singen:

\textcolor">blue ">

Der Mond heißt Mond, weil da keiner wohnt.
Der Mond heißt Mond, weil da keiner wohnt.
Der Mond heißt Mond, weil da keiner wohnt.

Entgeistert starrte Laurenz seinen Vater an: \textcolor">red ">„Wie jetzt? Was soll das...“

\textcolor">blue ">„So, jetzt ist doch alles in Ordnung“, sagte der Vater und verließ das Esszimmer.

Am Abend trafen sie sich wieder beim Abendbrot und es wurde während des Essens kaum gesprochen. Als sie fertig waren und gerade aufstehen wollten, sagte Laurenz:

\textcolor">red ">„Du Papa, wegen heute morgen...“

\textcolor">blue ">„Weißt Du was?“ unterbrach ihn der Vater. \textcolor">blue">„Wir können das Lied auch als Kanon singen! Ich fang an, dann Du und dann Du.“

\textcolor">red ">„Wie jetzt ... Lied?”

\textcolor">blue ">Der Mond heißt Mond, weil da keiner wohnt.
\textcolor">red ">Der Mond heißt Mond, weil da keiner wohnt.
\textcolor">blue ">Der Mond heißt Mond, weil da keiner wohnt.
...

Am nächsten Morgen ergriff der Vater nach dem Frühstück das Wort: \textcolor">blue ">„Ich muss zur Arbeit, ihr müsst zur Schule, der Tag ist doch bestimmt viel angenehmer, wenn wir ihn gemeinsam mit einem schönen Lied beginnen...“

Entsetzt sprang Laurenz auf, murmelte etwas von dem Bus, und das er spät dran sei, lief in den Flur, stopfte seine Füße in die Schuhe, griff Jacke und Tasche und rannte geradezu durch die Haustür nach draußen.

Am Nachmittag kam er vom langen Schultag erschöpft nach Hause, warf seine Tasche und Jacke in die Ecke und ließ sich in einen Wohnzimmersessel fallen.

Erschrocken fuhr er hoch, als er \textcolor">blue ">„Der Mond heißt Mond, weil da keiner wohnt...“ hörte. Sein Vater kam ins Wohnzimmer: \textcolor">blue ">„Hast Du schon gewusst, dass man auch unserem Festnetztelefon einen eigenen Klingelton geben kann? Kannst Du mal dran gehen, ich muss auf's Klo.“

Angewidert näherte sich Laurenz dem singenden Telefon, griff nach dem Hörer und nahm ab. Es war da die Nachbarin aus der Wohnung unter ihnen und sie beschwerte sich, dass den ganzen Tag so ein bescheuertes Lied vom Mond zu hören sei und das Haus sei doch so hellhörig. Beschwichtigend versicherte Laurenz, dass er das so weitergeben würde und legte auf.

Sein Vater kam pfeifend von der Toilette: \textcolor">blue ">„Wer war es denn?“

\textcolor">red ">„Es war Frau Schmidt von der Wohnung unter uns und sie hat sich beschwert, dass hier den ganzen Tag ein Lied vom Mond läuft.“

Der Vater pfiff die Melodie weiter: \textcolor">blue ">„Ach, die soll sich nicht so anstellen.“ Er schaute ihn an. \textcolor">blue ">„Ist alles in Ordnung, Junge?“

\textcolor">red ">„Also, ich weiß nicht, dieses Lied vom Mond...“

\textcolor">blue ">„Das ist toll, nicht?“ unterbrach ihn der Vater und huschte aus dem Wohnzimmer.

Abends saßen sie wieder beim Abendbrot zusammen und nach einer Weile begann Laurenz: \textcolor">red ">„Du Papa, wegen gestern morgen, das habe ich nicht böse gemeint, ich fande nur den Gedanken interessant...“

\textcolor">blue ">„Moment“, erwiderte der Vater, \textcolor">blue ">„ich muss mal kurz telefonieren“, und rannte aus dem Esszimmer.

Nach einer Weile kam er lächelnd zurück und aß weiter, als wäre nichts gewesen.

Einige Minuten später machte Laurenz einen neuen Anlauf, aber da klingelte es an der Tür. Hanna ging zur Haustür und rief in die Wohnung, dass dort Herr Schuhmacher von Papas Chor sei.

\textcolor">blue ">„Ah“, rief der Vater erfreut, \textcolor">blue ">„lasst uns kurz auf den Balkon gehen!“

Die Geschwister folgten ihrem Vater auf den Balkon und unten vor dem Haus stand der komplette Chor des Vaters. Der Vater winkte und der Chor begann zu singen.

\textcolor">green ">So, jetzt müssen wir die Erzählerperspektive mal kurz wechseln. Keine Angst, es geht gleich weiter. Ihr seid jetzt der Chor. Wir singen das Lied jetzt gemeinsam und dabei wird die Geschichte zu Ende erzählt.
„Der Mond heißt Mond, weil da keiner wohnt...“

Nach einer Weile öffneten sich die Fenster der umliegenden Wohnungen und die Nachbarn sangen mit. Auch Frau Schmidt aus der Wohnung unter ihnen war dabei. Der Klang dieses Liedes erfüllte immer mehr die Stadt und zog in das ganze Land hinaus.