Richter 4

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Einleitung

Heute reden wir über Krieg und Frauen. Das war jetzt ein kleiner Witz, aber es geht schon um einen Krieg und um zwei besondere Frauen in diesem Krieg.

Aber beginnen wir mit der Vorgeschichte.

So fing es an

Richter 4, 1-3; NL

1 Nachdem Ehud tot war, taten die Israeliten wieder Böses in den Augen des Herrn. 2 Deshalb lieferte der Herr sie an Jabin aus, einen kanaanitischen König, der in Hazor herrschte. Sein Heerführer war Sisera. Er lebte in Haroschet-Haggojim. 3 Nachdem Sisera, der 900 eiserne Streitwagen befehligte, die Israeliten 20 Jahre lang grausam unterdrückt hatte, schrien die Israeliten zum Herrn um Hilfe.

Welche Frage stellt sich als Erstes? Na klar, wer sind all diese Leute? Beginnen wir mit Ehud.

Im Kapitel davor, in Richter 3, kann man einiges über ihn lesen. Er war Linkshänder und er war ein sehr mutiger Mann und er war viele Jahre Richter in Israel.

Damals gab es in Israel keinen König, sondern es lebte jeder so ein bisschen für sich und im Idealfall hielten sich die Israeliten an die Gesetze aus den fünf Büchern Moses. Darin ist ja auch sehr viel in den Fragen des Zusammenlebens von Menschen geregelt. Wenn es Probleme gab, dann wandte man sich an einen Richter und es gab häufig einen, der das letzte Wort hatte und auf den man hörte.

Wenn Führung nötig war, z.B. beim Angriff von ausländischen Armeen, dann ist der Richter losgezogen und hat die israelitischen Männer aufgefordert, Soldaten zu werden. Meistens gab es auch immer genug, die mitmachten.

So richtig überzeugend wirkt dieses System nicht auf mich. Man erwartet eher eine stabile Regierung, ein stehendes Heer, Grenzkontrollen, Polizei, die für Ordnung sorgt, usw. halt alles, was ein moderner Staat so braucht.

Gott hatte sich das eigentlich so gedacht, dass das Volk freiwillig sich richtig verhält und Gott als König akzeptiert. Das wird in 1. Samuel 8, 4-9; NL deutlich, wo der Prophet Samuel alt ist und seine Söhne leider bestechlich und unredlich sind:

4 Schließlich kamen die Ältesten Israels in Rama bei Samuel zusammen. 5 »Sieh her«, sagten sie zu ihm, »du bist jetzt alt und deine Söhne sind nicht wie du. Gib uns einen König, der über uns richtet, wie ihn alle anderen Völker haben.« 6 Samuel war sehr ärgerlich über ihre Bitte, ihnen einen König zu geben, um über sie Recht zu sprechen und fragte den Herrn um Rat. 7 »Hör auf die Stimme des Volkes, auf alles, was sie sagen«, antwortete der Herr, »denn nicht dich weisen sie zurück, sondern mich. Sie wollen mich nicht länger als König. 8 Sie tun, was sie immer getan haben, seit ich sie aus Ägypten hierher gebracht habe. Denn sie haben mich immer wieder vergessen und sind anderen Göttern nachgelaufen. Und jetzt tun sie dir dasselbe an. 9 Erfüll ihre Bitte, aber warne sie deutlich davor, wie ein König über sie herrschen wird.«

Samuel erklärt ihnen danach, dass ein König ein Diktator ist und dem Volk keine Rechenschaft ablegen muss. Der macht einfach, was er will. Sie geben durch die Unterwerfung unter den König ihre Freiheit ab. Aber das Volk wollte trotzdem.

Sind wir heute auch so? Wir wollen eine stabile Regierung, wo einer auch auf den Tisch haut und sagt, wo es lang geht! Kontrovers diskutieren, um die beste Lösung ringen? Ne, dann schon lieber einem nachlaufen, der sagt, wo es lang geht. Es ist ja auch alles alternativlos ;-)

Aber kommen wir zum Text aus Richter 4 zurück. Ehud war ein Held, ein Vorbild und er hat Israel geführt. Und erst, als Ehud nicht mehr da war, taten die Israeliten wieder Böses. Das zieht sich übrigens durch das ganze Richterbuch. Solange der vorbildliche Richter am Leben war, klappte es mit dem Volk, aber wenn der Richter weg war, dann kamen sie auf Abwege.

Warum war das so? War es das positive Vorbild? Oder war das eher eine Form von Kontrolle? Der Richter hat halt immer geguckt und hat in Streitfragen auch gerecht entschieden.

Warum tun wir Böses? Würden wir weniger Böses tun, wenn immer einer kontrollieren würde? Bei Kindern funktioniert das leidlich, bei Erwachsenen auch? Wer möchte so leben?

Andererseits kann Gemeinschaft natürlich sich positiv auswirken. Man tauscht sich aus, man ist ehrlich zueinander und sicherlich hilft einem auch so eine gute Gemeinschaft, auf dem richtigen Weg zu bleiben. Und vielleicht war das auch bei diesem Richter so. Er hat sich korrekt verhalten und das wirkte ansteckend auf sein Umfeld.

Aber die Frage bleibt: Warum und wann tun wir Böses? Was ist bei uns der Auslöser, was verführt uns besonders? Das kann man nicht so einfach beantworten.

Und dann liefert sie Gott an einen anderen König mit Namen Jabin aus. In Bezug auf Gott bekommt der Mensch häufig, was er will. Will er mit Gott leben, dann wird er auch Gottes Nähe finden. Lehnt er Gott ab, dann wird er einem anderen Herrscher ausgeliefert.

Der König an sich war wohl nicht so das Problem, aber er hatte einen grausamen Heerführer, Sisera, den er schalten und walten ließ. Anscheinend gab es eine militärisch-technische Überlegenheit, die dieser Herrführer Sisera ausnutzte, und dem König war es anscheinend egal.

Israel interessierte sich nicht mehr für Gott und so bekamen sie einen Herrscher, der sich nicht für ihr Wohl interessierte.

Debora, Richterin und Prophetin

Gehen wir im Text weiter:

4 Debora, eine Prophetin, die mit Lappidot verheiratet war, war zu dieser Zeit Richterin in Israel. 5 Sie wohnte unter Deboras Palme zwischen Rama und Bethel im Bergland von Ephraim, und die Israeliten gingen mit ihren Rechtsstreitigkeiten zu ihr.

Rein statistisch war eine Richterin schon etwas ungewöhnliches in Israel. Meines Wissens nach ist sie die Einzige in der gesamten Richterzeit, sonst waren es nur Männer. Und sie war nicht nur Richterin, sie war auch Prophetin.

Ich habe früher da schon Aussagen zu gehört, wie: Die Männer habe es nicht gebracht und daher musste ein Frau den Dienst übernehmen und so weiter.

Der Bibeltext beschreibt sie und ihren Dienst völlig nüchtern. Sie ist auch verheiratet gewesen, aber ihr Ehemann taucht nirgendwo sonst in der Bibel auf. Das ist aber auch nicht wichtig, es geht ja hier um sie und um ihre Aufgabe und Berufung.

Ich glaube, dass Gott sie für diesen Dienst berufen hat, weil sie die geeignetste Person zu dieser Zeit dafür war. Und die Israeliten vertrauen ihr und kommen mit ihren Rechtsstreitigkeiten zu ihr.

Und sie übt auch die Prophetie aus:

6 Eines Tages ließ sie Barak, den Sohn von Abinoam, der in Kedesch im Land von Naftali lebte, zu sich rufen. Sie sagte zu ihm: »Der Herr, der Gott Israels, befiehlt dir: `Sammle 10.000 Krieger aus den Stämmen Naftali und Sebulon und zieh mit ihnen auf den Berg Tabor. 7 Ich will Sisera, Jabins Heerführer, mit seinen Streitwagen und Kriegern zum Fluss Kischon locken. Dort werde ich dir den Sieg über ihn schenken.´«

Gott spricht zu ihr und sie ruft einen Feldherrn zu sich und gibt ihm Gottes Befehl weiter. Es ist nicht so ganz klar, welche Rolle Barak in Israel damals hatte. Es gab ja keinen Kriegsminister. Die Übersetzung, die ich für diese Predigt in erster Linie verwendet habe, scheint an dieser Stelle auch etwas ungenau zu sein, denn in anderen Übersetzungen wird die Prophetie von Debora als rethorische Frage übersetzt, z.B. in der Elberfelder:

6 Und sie sandte hin und ließ Barak, den Sohn Abinoams, aus Kedesch in Naftali rufen. Und sie sagte zu ihm: Hat der HERR, der Gott Israels, nicht geboten: Geh hin und zieh auf den Berg Tabor und nimm mit dir zehntausend Mann von den Söhnen Naftali und von den Söhnen Sebulon? 7 Ich aber ziehe Sisera, den Heerobersten Jabins, zu dir heran an den Bach Kischon mit seinen Wagen und seiner Menge, und ich gebe ihn in deine Hand!

Anscheinend wusste Barak schon von dem Auftrag Gottes, aber er hatte noch Bedenken, war unsicher oder hatte vielleicht sogar Angst. Allerdings wird Barak Im neuen Testament, in Hebräer 11, 32, als Glaubensvorbild genannt.

Er antwortet auf diesen Befehl:

8 Barak antwortete ihr: »Wenn du mitkommst, gehe ich, aber wenn nicht, gehe ich auch nicht!« 9 »Gut«, entgegnete sie, »ich komme mit dir. Doch dieser Feldzug wird dir keinen Ruhm einbringen, denn der Herr wird einer Frau den Sieg über Sisera schenken.« Und Debora machte sich auf und zog mit Barak nach Kedesch. 10 In Kedesch rief Barak die Stämme Sebulon und Naftali zusammen, und 10.000 Krieger zogen mit ihm. Debora begleitete sie.

Was soll man davon halten? Warum will er unbedingt, dass Debora mitkommt? Hat er Angst alleine? Ein Weichei, der es nicht ohne Hilfe einer Frau schafft?

Dazu kommt noch die etwas seltsame Prophetie von Debora, wo sie ihm voraussagt, dass dieser Feldzug ihm keinen Ruhm einbringen wird. Interessant sind hierbei auch wieder die Unterschiede in den Bibelübersetzungen, den in einigen wird das Wort „dann“ mit eingefügt, z.B. wieder in der Elberfelder:

Da sagte sie: Ich will gerne mit dir gehen - nur dass dann die Ehre nicht dir zufällt auf dem Weg...

Also, weil er nicht alleine losziehen will, wird für den Sieg jemand anders gefeiert.

Denken wir doch einmal ein bisschen nach, warum sich Barak darauf einlässt. Und ich möchte mich der Person Barak positiv nähern, denn er wird ja, wie schon erwähnt, im Hebräerbrief als Glaubensvorbild genannt.

Debora war die Prophetin Gottes und Barak wollte sicherlich mit Gott diese schwere Aufgabe angehen. Er wollte Gott dabei haben, er wollte immer die Möglichkeit haben, auf Gott hören zu können. Dabei konnte er auch führen, denn er rief die Stämme zusammen und 10.000 Krieger folgten ihm. Er war schon fähig für diese Aufgabe.

Und offensichtlich war ihm die Erfüllung der Aufgabe wichtiger als sein Ruhm, und darin ist er mir sehr sympathisch. Ich glaube, er wollte unbedingt Gottes Auftrag erfüllen, er traute es sich nicht zu, ohne Gottes Beistand. Und deshalb musste auch die Prophetin Debora mit dabei sein.

Und bevor der Krieg dann losgeht, wird noch eine kurze Nebenepisode erwähnt, die aber nachher wichtig ist:

11 Der Keniter Heber, ein Nachkomme von Moses Schwager Hobab, hatte sich von den anderen Mitgliedern seines Stammes abgesondert und sein Zelt bei der geweihten Eiche von Zaanannim, in der Nähe von Kedesch, aufgeschlagen.

Der Krieg

12 Als Sisera hörte, dass Barak, der Sohn von Abinoam, zum Berg Tabor hinaufgezogen war, 13 rief er alle 900 eisernen Streitwagen und alle seine Krieger zusammen, und sie zogen von Haroschet-Haggojim zum Fluss Kischon. 14 Da sagte Debora zu Barak: »Auf! Heute ist der Tag, an dem der Herr Sisera in deine Gewalt geben wird. Ist der Herr nicht schon vor dir unterwegs?« Da führte Barak seine 10.000 Krieger den Berg Tabor hinunter in die Schlacht. 15 Als Barak mit scharfem Schwert angriff, rief der Herr eine große Verwirrung unter Sisera, seinen Wagen und seiner ganzen Streitmacht hervor. Sisera sprang von seinem Wagen herunter und entkam zu Fuß. 16 Barak verfolgte die Streitwagen und das Heer bis nach Haroschet-Haggojim. Sämtliche Krieger von Sisera wurden getötet; kein Einziger blieb am Leben.
Offensichtlich konnte Barak knallhart sein.

Je älter ich werde, desto mehr habe Probleme mit solchen Kriegsschilderungen. Ich habe im ehemaligen Jugoslawien kurz nach Waffenstillstand die Folgen von Krieg gesehen. Und ich war auch schon einmal in Verdun auf dem großen Soldatenfriedhof und wie ich meine Jungs über das Gräberfeld habe laufen sehen, ist meine Abneigung gegen Krieg noch weiter gestiegen.

Man fragt sich, warum lässt Gott diesen Krieg überhaupt zu, warum pustet er Sisera mit seinen Soldaten nicht einfach sanft aus dem Land. Vollständig kann ich das nicht beantworten, aber das alte Testament schildert ja auch sehr realistisch das Wesen des Menschen und diese wirklich passierten Begebenheiten sollen ja auch ein Bild für uns heute sein. Und leider gibt es immer Krieg und Unterdrückung zu allen Zeiten. Dieses Bild versteht man.

Ob es nötig war, alle Krieger zu töten, wage ich zu bezweifeln, aber wir wissen nicht, wie fanatisch und gefährlich Siseras Krieger waren. Vielleicht waren sie so aufgeputscht, dass sie bis zum Tod gekämpft haben. Das wissen wir nicht und so ein bisschen bin gerade darauf 'reingefallen, mir unangenehme Schilderungen, die mir nicht gefallen, durch Spekulationen etwas weicher zu spülen.

So, nun habe ich mein Unbehagen gegenüber Krieg ausgedrückt, nun nähern wir uns wieder dem Text.

Debora ermutigt Barak noch einmal und sagt ihm zu, dass Gott schon vorausgegangen ist. Alleine diese Zusage war es doch wert, dass Barak nicht ohne die Prophetin Debora gegangen ist, oder? Sie sagt ihm den Sieg voraus.

Und Barak war nicht feige. Er vertraut auf Gott und zieht gegen einen miltärisch weit überlegenen Gegner in die Schlacht.

Wie mutig sind wir? Am Ende des Matthäus-Evangeliums können z.B. wir die Zusage von Jesus Christus lesen (Matthäus 28, 18-20; NGÜ):

18 Jesus trat auf sie zu und sagte: »Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. 19 Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt.«

Wir müssen natürlich nicht in den Krieg gegen ein feindliches Heer ziehen, Gott sei dank.

Aber wir haben auch einen schwierigen Auftrag, wobei Jesus uns zugesagt hat, dass er jeden bei uns ist, bis ans Ende der Welt. Da kann man sich schon etwas trauen, oder?

Und noch ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist mir in der Kriegsschilderung noch aufgefallen: Der Herr rief eine große Verwirrung unter Sisera, seinen Wagen und seiner ganzen Streitmacht hervor.

Gott verwirrt den Feind. Ich glaube, dass macht er heute auch noch.

In Matthäus 10, 16; sagt Jesus voraus, dass er uns wie Schafe mitten unter die Wölfe sendet. Die Umwelt kann unserem Glauben sehr feindlich gegenüber eingestellt sein. Und wir leben darin und erzählen von Jesus Christus. Doch Gott verwirrt die feindlichen Mächte, die sichtbaren und auch die unsichtbaren, so dass wir mit ihm in dieser Umgebung bestehen können und ihn bezeugen können.

Der Sieg der Frau

Nun kommen wir zum Finale. Der Feldherr Sisera flieht zu Fuß. Das ist wieder typisch. Der General verheizt seine Leute und flieht.

Das ist wohl durch alle Zeiten hindurch so. Offiziere kommen meistens durch. Ich habe ein bisschen über Stalingrad im zweiten Weltkrieg gelesen und dort sind nach der Kapitulation über 100.000 Soldaten in Gefangenschaft geraten und die waren so fertig und wurden sicherlich auch nicht gut behandelt, dass von diesen 100.000 nur 5.000 zurückkommen sind. Von den 13 Generälen sind 12 zurückgekommen.

Aber lesen wir weiter:

17 Sisera floh zu Fuß zum Zelt von Jaël, der Frau des Keniters Heber, denn Hebers Familie lebte mit König Jabin von Hazor in Frieden.
Das ist der Nachkomme von Moses Schwager, der vorhin erwähnt wurde.

18 Jaël kam Sisera entgegen und sagte zu ihm: »Kehr ein, mein Herr, kehr bei mir ein und hab keine Angst.« Da ging er mit ihr ins Zelt und sie deckte ihn mit einer Decke zu. 19 »Bitte gib mir etwas Wasser«, bat er, »ich bin durstig.« Sie öffnete den Schlauch mit Milch, gab ihm zu trinken und deckte ihn wieder zu. 20 »Stell dich an den Zelteingang«, befahl er ihr. »Wenn jemand kommt und dich fragt, ob hier drinnen jemand ist, dann sag nein.« 21 Doch Jaël, die Frau von Heber, nahm sich einen Zeltpflock und einen Hammer, und als Sisera vor Erschöpfung eingeschlafen war, schlich sie leise zu ihm hin. Sie schlug den Zeltpflock durch seine Schläfe bis in den Boden und er starb. 22 Als Barak kam, um Sisera zu suchen, ging Jaël ihm entgegen. Sie sagte: »Komm, ich will dir den Mann zeigen, den du suchst.« Er folgte ihr ins Zelt und fand Sisera darin tot liegen, den Zeltpflock durch die Schläfe geschlagen. 23 An diesem Tag erlebte Israel, wie Gott dem Kanaaniterkönig Jabin eine schwere Niederlage zufügte. 24 Von da an bedrängten die Israeliten König Jabin immer stärker, bis sie ihn schließlich vernichteten.

Da möchte man auch nicht so einfach in den Jubel für diese Tat von Jaël einstimmen. Es kommt einem auch ein bisschen unfair vor, weil dieser Heber mit seiner Frau Jaël ja mit dem König Jabin in Frieden lebte.

Auch hier habe ich ein ähnliches Unbehagen bei der Kriegsschilderung, aber versuchen wir trotzdem etwas für uns heute daraus zu ziehen.

Ich glaube, die Hauptbotschaft in diesen Versen ist die Entscheidung. Heber und seine Frau Jaël lebten eigentlich mit allen irgendwie in Frieden. Mit Jabin kamen sie klar, mit den Israeliten auch irgendwie. Dies ist ein Bild für Leute, die sich für nichts entscheiden wollen. Ein bisschen Islam, ein bisschen Christentum, ein bisschen Buddha, ich mache mir meine Patchwork-Religion.

Diese Frau Jaël wollte sich aber offensichtlich entscheiden. Sie hat sicherlich mitbekommen, wie die Israeliten behandelt wurden, hat aber vielleicht auch durch Erzählungen Kenntnisse über Mose und den Gott Israels. Und sie riskiert es, sie will dazu gehören, sie stellt sich zu Gottes Volk. Und das ist ein Risiko.

Wenn jetzt Jabin den Krieg gewonnen hätte, dann hätte auch Jaël und ihre Familie richtige Probleme bekommen. Wahrscheinlich wäre sie hingerichtet worden.

Und so ist ja auch die Entscheidung für Jesus Christus ein Risiko. Man kann es sich ruckzuck mit Menschen vergrätzen, die anderer Meinung sind. Wir haben ja vorhin schon gehört, dass die Umgebung für Christen manchmal ganz schön feindlich sein kann.

Aber sie hat sich für die Sieger entschieden, denn Gott hat Israel den Sieg geschenkt, und genauso gehört man zum Sieger, wenn man sich für Jesus Christus entscheidet.

Der Ruhm?

In nachfolgenden Kapitel besingen Debora und Barak gemeinsam die Ereignisse.

Zuerst wird Gott besungen, dann Debora, dann auch Barak und am Ende wird Jaël für ihre Tat gepriesen.

Vielleicht hatte damals Barak nicht viel Ruhm geerntet, aber langfristig ist er durch den Wunsch, mit Gott seine Aufgabe anzugehen, zu einem Glaubensvorbild geworden und das ist schon ein gewisser Ruhm.

Zusammenfassung

Ich komme zum Schluss: