Kinder

Kinder in der Bibel

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Einleitung

In unserem Bund begehen wir üblicherweise am ersten Advent den Missionssonntag und wir, Andreas und ich, haben uns diesmal dafür entschieden, die Kollekte von heute „Compassion“ zur Verfügung zu stellen.

Wir hatten ja schon einmal jemand da, der die Organisation vorgestellt hat und das ist nach unserem Kenntnisstand eine seriöse Organisation, die eine gute Arbeit leistet und unterstützenswert ist. Außerdem unterstützt unsere Sonntagsschule ein Patenkind über Compassion.

Ich möchte heute einmal nicht die Organisation wieder vorstellen, sondern ich möchte mit euch heute anhand der Bibel über „Kinder“ nachdenken, und dabei auch immer wieder die Frage streifen, ob vielleicht ein Patenkind für dich oder mich persönlich in Frage kommt.

Beginnen wir mit den

Kinder im alten Testament

Allgemein

Ich habe einmal nachgesehen, wann ein Ereignis aus der Kindheit eines Kindes zum ersten Mal in der Bibel erwähnt wird. Also damit meine ich nicht die Aufzählung der Söhne und Töchter in einem Geschlechtsregister und auch nicht erwachsene Kinder, wie z.B. Kain und Abel.

Das erste Kind ist Ismael in 1. Mose 17. Dort betet Abraham für seinen Sohn Ismael und der dreizehnjährige Ismael wird beschnitten, weil Gott in diesem Kapitel den Bund für Abraham und seine Nachkommen einsetzt.

Aber auch vorher taucht das Schicksal von Kindern auf, aber nur zwischen den Zeilen (1. Mose 6, 5-7; NL):

5 Doch der Herr sah, dass die Bosheit der Menschen groß war und dass alle ihre Gedanken durch und durch böse waren. 6 Da bereute der Herr, dass er sie geschaffen hatte, ja es bekümmerte ihn sehr. 7 Und der Herr sprach: »Ich werde diese Menschen, die ich geschaffen habe, von der Erde ausrotten; sowohl die Menschen als auch das Vieh, die Kriechtiere und die Vögel. Ich bereue, dass ich sie überhaupt geschaffen habe.«

Wir finden hier ein Prinzip, das auch heute noch für alle Kinder dieser Welt gilt: Mitgefangen, mitgehangen. Die Kinder leiden immer unter der Bosheit ihres erwachsenen Umfelds.

Da stellt sich einem natürlich sofort die Gerechtigkeitsfrage. Warum ist das so? Warum müssen die Kinder unter der Bosheit der Erwachsenen leiden?

Ich denke zwar nicht, daß Kinder prinzipiell unschuldig sind, aber sie sind normalerweise unschuldig an dem, was ihnen zustößt.

Also, warum kamen auch Kinder in der Sintflut um? Ich glaube, ich könnte diese Frage einigermaßen von der Bibel her rein rationell beantworten, aber ich wäre selbst nicht so richtig zufrieden mit meiner Antwort.

Was wäre außerdem gewesen, wenn Gott statt der Flut eine Krankheit geschickt hätte, die alle schuldfähigen Menschen, so vielleicht ab 6 oder ab 10 Jahren oder so, dahingerafft und die Kinder übrig gelassen hätte? Das würde uns noch viel grausamer vorkommen.

Ich möchte diese Frage hier nicht weiter behandeln, aber halten wir fest, daß Kinder häufig unter den Folgen der Handlungen ihres erwachsenen Umfelds leiden müssen.

Dieses Prinzip zieht sich durch das ganze alte Testament, z.B. im Buch der Richter und dazu möchte ich noch eine exemplarische Stelle lesen (Richter 6, 1-5; NL)

1 Wieder taten die Israeliten Böses in den Augen des Herrn, und der Herr lieferte sie für sieben Jahre den Midianitern aus. 2 Die Unterdrückung durch die Midianiter war so hart, dass die Israeliten sich in den Bergen Befestigungen bauten, in die sie sich zurückziehen konnten. Diese bestanden aus Wassergräben, aber auch aus Höhlen und Felsenhöhen, die ihnen als Burgen dienten. 3 Jedesmal, wenn die Israeliten Getreide aussäten, fielen die Midianiter und Amalekiter bei ihnen ein. Auch die Völker aus dem Osten griffen Israel an, 4 belagerten das Land und vernichteten die Ernte bis nach Gaza. Sie ließen den Israeliten nichts zu essen übrig und nahmen ihnen alle Schafe, Rinder und Esel weg. 5 Denn zahlreich wie die Heuschrecken fielen sie mit ihrem Vieh und ihren Zelten bei ihnen ein. Sie und ihre Kamele waren so viele, dass man sie nicht zählen konnte, und sie blieben, bis das Land geplündert war.

Die Kinder sind hier nicht direkt erwähnt, aber man kann sich gut vorstellen, was sie hier mitmachten.

Ein bißchen erinnert mich diese Begebenheit an heutige Nachrichten von irgendwelchen Kriegen oder Katastrophen. Die Perspektive der Kinder kommt dabei immer nur so indirekt mit 'rüber, entweder als Zahl von Betroffenen, oder einem Reporter gelingt ein Foto von einem Kind mit großen Augen. Aber wie Kinder die Situation wirklich erleben, fällt eher unter den Tisch.

Mit einem Patenkind würde man zumindest in einem konkreten Fall ein Kind - und auch seine Familie - nicht unter den Tisch fallen lassen.

Schauen wir uns nun einige konkrete Beispiele aus dem alten Testament an, wo Gott Kindern begegnet:

Samuel

Seine Kindheit ist im 1. Samuel beschrieben. Sein Vater hatte zwei Frauen und Samuels Mutter Hanna war zuerst unfruchtbar und wurde von der anderen Frau damit gemobbt. Daraufhin betet Hanna im Tempel (1. Samuel 1, 9-11; NL):

9 Eines Tages, nachdem sie in Silo gegessen und getrunken hatten, ging Hanna zum Heiligtum des Herrn. Dort saß der Priester Eli am Platz neben dem Eingang. 10 Hanna war ganz in ihren Kummer versunken und weinte bitterlich, während sie zum Herrn flehte. 11 Sie legte ein Gelübde ab: »Allmächtiger Herr, wenn du mein Leid siehst und an mich denkst und mich nicht vergisst und mir einen Sohn schenkst, dann will ich ihn dir, Herr, geben. Sein ganzes Leben lang soll sein Haar niemals geschnitten werden.«

Samuel sollte jetzt kein Hippie sein, sondern das ungeschnittene Haar war ein Symbol dafür, daß er Gott gehört.

Gott erhört die Hanna und sie wird schwanger und nach Samuels Entwöhnung, was, so weit ich weiß, in der damaligen Zeit bis zum dritten Lebensjahr gehen konnte, passierte folgendes (1. Samuel 1, 24-28; NL)

24 Als das Kind entwöhnt war, brachte Hanna es zum Heiligtum des Herrn in Silo. Sie nahm auch einen dreijährigen Stier mit, dazu ein Efa Mehl und einen Schlauch Wein. Der Junge war aber noch sehr klein. 25 Nach der Schlachtung des Stiers brachten sie das Kind zu Eli. 26 »Verzeih, mein Herr«, sagte Hanna. »So wahr du lebst: Ich bin die Frau, die hier bei dir stand und zum Herrn betete. 27 Ich habe den Herrn gebeten, mir dieses Kind zu schenken, und er hat meine Bitte erfüllt. 28 Jetzt gebe ich ihn dem Herrn und er soll ihm sein ganzes Leben lang gehören.« Und sie beteten dort den Herrn an.

Danach blieb Samuel bei dem Priester, was ich aus heutiger Sicht ganz schön hart und auch verkehrt finde. Aber Hanna hatte aus ihrer damaligen Erkenntnis so gehandelt und hatte Vertrauen zum Priester Eli, daß er sich gut um Samuel kümmert. Sie sah ihn seit dem nur noch einmal im Jahr, wenn die Familie zum Tempel zog.

Eli hatte schon zwei erwachsene Söhne, die auch schon als Priester gearbeitet haben, aber ihre Stellung mißbrauchten, um sich an den Opfergaben zu bereichern und Sex von Frauen erpreßten, die am Eingang vom Zelt Gottes Dienst taten. Er wußte das und ermahnte seine Söhne auch, unternahm aber nichts, um ihrem Treiben Einhalt zu gebieten. In dieser Umgebung wuchs Samuel auf und über ihn wurde in 1. Samuel 2, 26; NL gesagt:

Der junge Samuel wurde inzwischen älter und gewann in wachsendem Maße Ansehen beim Herrn und bei den Menschen.

Anscheinend paßte Gott auf ihn auf, so daß Samuel sich nicht an dem - ja, man muß es sagen - kriminellen Treiben von Elis Söhnen orientierte.

Dann bekam Samuel zum ersten Mal eine Prophetie von Gott, und es war direkt die Ankündigung des Todes für Eli und seine Söhne als Gericht für deren Verhalten.

15 Samuel blieb bis zum Morgen liegen; dann öffnete er die Türen vom Heiligtum des Herrn. Er hatte Angst, Eli von der Erscheinung zu erzählen. 16 Doch Eli rief ihn: »Samuel, mein Sohn.« »Hier bin ich«, antwortete Samuel. 17 »Was hat der Herr zu dir gesagt? Erzähle mir alles. Gott soll dich strafen, wenn du mir irgendetwas verschweigst!« 18 Da erzählte Samuel ihm alles; er verschwieg ihm nichts. »Er ist der Herr«, sagte Eli darauf. »Er soll tun, was er für das beste hält.« 19 Als Samuel heranwuchs, war der Herr mit ihm, und ließ alle Voraussagen Samuels eintreffen.

Wie alt Samuel hier war, kann man nicht genau sagen, aber weil in V. 19 steht, daß Samuel bei seinem Heranwachsen erlebt, daß seine Voraussagen eintreffen, schließe ich daraus, daß er bei seiner ersten Prophetie noch kein Heranwachsender war, sondern wahrscheinlich noch ein Kind.

Gott nimmt Samuel als Kind also sehr ernst. Er ist in dieser Zeit eine Schlüsselperson für Gott, ein Kind. Gott konnte mit diesem Kind etwas bewegen, für ihn ist keiner zu klein oder zu groß, wie es schon in dem alten Kinderlied vertont ist.

Andere Kinder im AT

Was kennen wir noch für Kinder aus dem alten Testament?

Es fällt einem vielleicht David ein, der war aber schon mindestens ein Jugendlicher, als er gegen Goliath antrat (1. Samuel 17, 32-37; NL):

32 »Mach dir keine Sorgen mehr«, sagte David zu Saul. »Ich werde mit diesem Philister kämpfen!« 33 Aber Saul entgegnete: »Es ist völlig ausgeschlossen, dass du gegen diesen Philister kämpfst. Du bist doch noch ein Junge und er ist schon von Jugend auf ein Krieger!« 34 Aber David gab nicht nach. »Ich hüte die Schafe meines Vaters«, sagte er. »Wenn ein Löwe oder ein Bär kommt, um ein Lamm aus der Herde zu rauben, 35 dann verfolge ich ihn, schlage auf ihn ein und reiße ihm das Lamm aus dem Maul. Wenn das Raubtier mich dann angreift, packe ich es an der Mähne und schlage es tot. 36 Das habe ich schon mit Löwen und Bären gemacht, und so wird es auch diesem unbeschnittenen Philister ergehen, denn er hat das Heer des lebendigen Gottes verhöhnt! 37 Der Herr, der mich aus den Klauen des Löwen und des Bären gerettet hat, wird mich auch vor diesem Philister retten!« Schließlich war Saul einverstanden. »Gut, so geh«, sagte er. »Der Herr ist mit dir!«

Wir wissen natürlich nicht genau, ab welchem Alter David die Schafe gehütet hat, aber man merkt, wie sehr David auf Gott vertraut und seine Hilfe erlebt hat und das hat ihn ja sein ganzes Leben geprägt.

Es gab auch ein paar Könige, die als Kinder schon König wurden, weil man ihre Väter umgebracht hat. Einer davon war Josia (2. Chronik 34, 1-3; NL):

1 Josia war acht Jahre alt, als er König wurde, und er regierte 31 Jahre in Jerusalem. 2 Er tat, was dem Herrn gefiel, folgte dem Beispiel seines Stammvaters David und ließ sich in keiner Weise vom rechten Weg abbringen. 3 Im achten Jahr seiner Herrschaft, als er noch sehr jung war, begann Josia, den Gott seines Stammvaters David zu suchen. Im zwölften Jahr dann fing er an, Juda und Jerusalem zu reinigen, indem er die Höhenheiligtümer, die Ascherabilder und die geschnitzten und gegossenen Götzenbilder zerstörte.

Mit 16 begann er Gott zu suchen, da war er schon ein junger Mann. Da machte er ernst. Auch bei ihm kann man vermuten, daß er als Kind sich schon für Gott interessiert hat.

Ich habe mal einen Aufkleber gesehen, auf dem sinngemäß stand:

„Seid nett zu unseren Kindern, sie sind die Herrscher von morgen.“

Natürlich wird nicht jedes Kind Herrscher sein, aber man kann gerade an den Beispielen Samuel und David sehen, daß ein - in unseren Augen - beliebiges Kind sehr wichtig werden kann. Jeder in unseren Augen wichtige Mensch wurde einmal geboren und lag auch in Windeln.

Von daher hat die Konzentration von Hilfe auf einzelne Kinder, wie das ja bei einem Patenkind ist, schon einen gewissen Charm.

Kinder im neuen Testament

Dieses Prinzip, daß die Kinder immer unter der Bosheit ihres erwachsenen Umfelds mitleiden müssen, gilt natürlich genauso für das neue Testament und natürlich, wie schon erwähnt, auch für heute.

Ein Beispiel dafür aus Apostelgeschichte 11, 28-30; NGÜ :

28 Einer von ihnen – ein Mann namens Agabus – wurde vom Geist ´Gottes` dazu gedrängt, vor ´die Gemeinde` zu treten und anzukündigen, dass eine schwere Hungersnot über die ganze Welt hereinbrechen werde (was während der Regierungszeit von Kaiser Klaudius dann auch tatsächlich geschah). 29 Da beschlossen die Jünger, den Geschwistern in Judäa ´eine Geldspende` zukommen zu lassen; jeder sollte entsprechend seinen Möglichkeiten zu ihrer Unterstützung beitragen. 30 Das taten sie dann auch. Sie schickten ´das Geld` an die Ältesten ´der Gemeinde von Jerusalem`, und Barnabas und Saulus waren die Überbringer.

Eine Hungersnot trifft wohl ganz besonders die Kinder, auch wenn sie hier nicht erwähnt sind.

Jesus und Kinder

Aber kommen wir nun einmal zu einigen Texten von Jesus und Kindern (Markus 10, 13-17; NGÜ):

13 Es wurden auch Kinder zu Jesus gebracht; er sollte sie segnen. Aber die Jünger wiesen sie barsch ab. 14 Als Jesus das sah, war er ungehalten. »Lasst die Kinder zu mir kommen!«, sagte er zu seinen Jüngern. »Hindert sie nicht daran! Denn gerade für solche wie sie ist das Reich Gottes. 15 Ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht wie ein Kind annimmt, wird nicht hineinkommen.« 16 Und er nahm die Kinder in die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

Da könnte man eine komplette Predigt darüber halten. Gerade für Kinder ist Gottes Reich da. Kinder können vertrauen, sie zweifeln nicht, sie lieben vorbehaltlos. Von daher haben sie oft kein Problem mit Gott.

Jesus stellt uns Erwachsenen hier die Kinder als Vorbild da. Beim Reich Gottes kommt nämlich unser Verstand an seine Grenzen. Man kann zwar die ganze Bibel logisch finden - zumindest mir geht das so bei dem, was ich in der Bibel verstehe -, aber allein damit kommt man nicht in das Reich Gottes. Es kommt auf das kindliche Vertrauen auf Jesus Christus an, Vertrauen wie ein Kind.

Wir finden noch ein weiteres Beispiel in Matthäus 21, 14-16; NGÜ; nach der Tempelreinigung:

14 Während er im Tempel war, kamen Blinde und Lahme zu ihm, und er heilte sie. 15 Aber die Wunder, die er tat, und der Jubel der Kinder, die im Tempel riefen: »Gepriesen sei der Sohn Davids!«, erregten den Unwillen der führenden Priester und der Schriftgelehrten. 16 »Hörst du eigentlich, was die da rufen?«, sagten sie zu ihm. »Gewiss«, erwiderte Jesus. »Habt ihr das Wort nie gelesen: ›Unmündigen und kleinen Kindern hast du dein Lob in den Mund gelegt‹?«

Die Kinder hier hatten ein klare Erkenntnis über Jesus, sie haben ihn besser verstanden als die Priester und Schriftgelehrten.

Kinder und Erwachsene

Kindlich zu glauben ist für uns Erwachsene übrigens gar nicht so leicht (1. Korinther 13, 11; NGÜ):

Als ich noch ein Kind war, redete ich, wie Kinder reden, dachte, wie Kinder denken, und urteilte, wie Kinder urteilen. Doch als Erwachsener habe ich abgelegt, was kindlich ist.

Oho, ein Widerspruch? Kann man ablegen, was kindlich ist und dabei noch das Reich Gottes wie ein Kind annehmen?

Man kann diese Frage zwar leicht kurz beantworten, aber es ist schon sinnvoll, für sich selbst zu reflektieren, wie erwachsen man wirklich ist und in wieweit man wirklich das Reich Gottes wie ein Kind angenommen hat.

Es geht hier natürlich um den Unterschied zwischen kindlichem Vertrauen auf Jesus Christus auf der einen Seite und kindlichem - oder vielleicht auch kindischem - Reden, Denken und Urteilen. Das ist eigentlich ganz einfach, aber die Tücke steckt im Detail.

Wo halten wir uns beispielsweise für schlauer als Gott und wollen nicht vertrauen und andererseits in welchen Punkten ist unser Verhalten kindisch geblieben und das kann auch bei gestandenen Erwachsenen der Fall sein.

An sich zu arbeiten, sich seinen Zweifeln zu stellen, in der Bibel zu lesen, Verhaltensweisen zu ändern, von anderen auch Kritik hören zu wollen, das liegt in unserer Verantwortung.

Dazu Philipper 2, 12.13; NGÜ:

12 Was folgt daraus, liebe Freunde? So, wie ihr Gott bisher immer gehorsam gewesen seid, sollt ihr euch ihm auch weiterhin mit Respekt und tiefer Ehrfurcht unterstellen und alles daransetzen, dass eure Rettung sich in eurem Leben voll und ganz auswirkt – nicht nur, wenn ich bei euch bin, sondern erst recht jetzt, während meiner Abwesenheit. 13 Gott selbst ist ja in euch am Werk und macht euch nicht nur bereit, sondern auch fähig, das zu tun, was ihm gefällt.

Luther übersetzte den V. 13 noch kerniger:

13 Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.

Hier haben wir beides: Eigenverantwortung und Gottes Werk, wobei Gottes Werk die Grundlage ist. Ich habe schon öfters die Aussage gehört: „Glauben alleine reicht nicht, man muß auch etwas tun.“ Meistens sagen solche Leute so etwas, die nicht verstanden haben, was Glauben bedeutet und daher mag ich dieses Aussage nicht. Aber es steckt ein Körnchen Wahrheit drinnen.

Beispiel: Ein Christ benimmt sich unausstehlich. Er weiß, daß er bei vielen so ankommt und - um es zu überspitzen - denkt und sagt er: Ich bin halt so, Gott hat mich so gemacht und die anderen müssen mich so nehmen wie ich bin.

Das ist kindisches Denken, indem man sich selbst als Mittelpunkt seines Umfelds sieht.

Die anderen müssen einen nicht so annehmen, denn von unausstehlichen Leuten werden sich die meisten auf Dauer fernhalten.

Aber: Es schaffen auch manche Leute ohne Gott, ihre Unausstehlichkeit abzulegen, sich zu verändern, wenn sie bereit sind, an sich zu arbeiten und sich ihrem Fehlverhalten zu stellen, denn nichts anderes ist gelebte Unausstehlichkeit.

Nun hat Gott uns zugesagt, daß er in uns am Werk ist und Wollen und Vollbringen nach seinem Wohlgefallen schenkt.

Wenn wir als Gottes Kinder bereit sind, an uns zu arbeiten, dann müßte es doch möglich sein, mit Gottes Hilfe schwierige Verhaltensweisen, die unsere Mitmenschen belasten, abzulegen. Laßt uns in richtiger Weise erwachsen werden.

Patenkinder

Zum Schluß möchte noch einmal auf die Patenkinder zurückkommen.

Ich halte das für eine gute Sache, aber man sollte sich das gut überlegen, denn es ist eine sehr langfristige Entscheidung.

Es ist persönlicher Kontakt gewünscht, man ist dann auch für das Kind da, so daß eine Beziehung entsteht.

Wenn man diese Patenschaft irgendwann abbricht, weil man keine Lust mehr dazu hat, dann kann das sehr enttäuschend für das Kind sein, gerade, wenn man schon eine Beziehung aufgebaut hat.

Aber: Jedes Kind ist wichtig in den Augen Gottes!

Zusammenfassung