Hausmeister

Gottesdienst (Verabschiedung unseres Hausmeisterpaares), , , Evangelisch-freikirchliche Gemeinde Leichlingen

Einleitung

Heute möchte ich mit euch einmal über Hausmeister nachdenken.

Wir feiern ja heute einen eher traurigen Anlaß, nämlich die Verabschiedung unserer Hausmeisterfamilie. Ich möchte dazu vorwegschicken, daß - und das glaube ich zu wissen, ohne mit jedem einzelnen gesprochen zu haben - wir es als Gemeinde wirklich bedauern, daß ihr geht. Ihr habt einen neuen Weg vor Euch, der in den tiefsten Nordosten führt, auf eine Insel, die viele von uns nur aus dem zweiten Loriot-Film kennen, Usedom.

Aber kann man über den Job des Hausmeisters überhaupt eine Predigt halten?

Beginnen wir ruhig 'mal mit der Definition aus Wikipedia. Die sind häufig schön kurz und knapp und zum Hausmeister steht dort:

Ein Hausmeister oder Hauswart, in der Schweiz Abwart, in Österreich Hausbesorger bzw. Schulwart an Schulen, (in Frankreich Concierge) wird in der Regel vom Hauseigentümer oder einer Hausverwaltung eingesetzt und übernimmt als Erfüllungsgehilfe des Auftraggebers sowohl Aufgaben der Hausverwaltung, -betreuung und Überwachung. Oftmals wird er auch mit Reinigungsaufgaben und Instandhaltungsaufgaben betraut, wobei größere oder spezielle Aufträge an Fachfirmen erteilt werden, die er wiederum überwacht. Seine Aufgaben sind hausspezifisch und werden meist in Verträgen bzw. Leistungsverzeichnissen geregelt. Er achtet auf die Einhaltung der Hausordnung bzw. der Mieterpflichten. Besondere Vorkommnisse meldet er.

Häufig wohnt ein Hausmeister auch in dem Gebäude, das er betreut. Bei einer solchen Hausmeisterwohnung handelt es sich insbesondere bei größeren oder öffentlichen Anlagen rechtlich in der Regel um eine Werkdienstwohnung.

Hauswart, Abwart, Hausbesorger, Concierge, das sind doch irgendwie lustige Bezeichner. Im Neudeutsch kommt noch Facility-Manager hinzu, weil ja jeder gern ein Manager ist. Allerdings ist Facility-Services wohl passender, weil die eigentlichen Entscheidungen über das Gebäude nicht der Hausmeister, sondern der Auftraggeber von dem Hausmeister trifft.

Hier in Leichlingen reden wir schon meistens vom „Hausmeister“, aber in Baptistenkreisen scheint üblicherweise die Bezeichnung „Kastellan“ verwendet zu werden. Dazu ist die Definition aus Wikipedia noch besser:

Der Kastellan (im 13. Jahrhundert kastelân, von mittellateinisch castellanus „zur Burg gehörig”, von lateinisch castellum „Burg“) ist ein Aufsichtsbeamter eines größeren Anwesens, z. B. einer Burg, eines Schlosses oder eines Palais. Die Unterscheidung von verwandten Amtsbezeichnungen wie Burggraf, Burgvogt, Burg- oder Schlosshauptmann liegt weniger in den Aufgaben als im geografischen und zeitlichen Zusammenhang.

Ausgehend von der Befehlsgewalt über eine Burg (lateinisch: castellum) im frühen Mittelalter entwickelten sich die Funktionen und Würden dann in verschiedene Richtungen fort. Im deutschsprachigen Raum waren die Kastellane entweder Reichsbeamte (Burggrafen) oder fürstliche Dienstleute, die den Oberbefehl führten und in der Burg oder Stadt sowie in dem dazugehörigen Gebiet eine bestimmte Gerichtsbarkeit verwalteten. Ab der Renaissance wurde mit Kastellan auch der Beschließer (Aufseher) in einer Burg benannt.

„Eine feste Burg ist unsere Gemeinde“, äh, eigentlich heißt das ja in dem alten Lied, eine feste Burg ist unser Gott.

Ist unsere Gemeine eher eine Burg oder eher ein Haus? Wir wollen doch eigentlich eher ein offenes Haus, als eine Burg sein, oder?

Aber ich möchte im Folgenden lieber beim Begriff „Hausmeister“ bleiben und gestattet mir bitte, die männliche Form zu verwenden, daß ich nicht immer „Hausmeister“ und „Hausmeisterin“ sagen muß. „Hausmeisterin“ hört sich auch irgendwie nicht so schön an, vielleicht sollte man lieber „Hausmeistress“ sagen. Oder man beschreibt die Tätigkeit, um geschlechtsneutral zu bleiben - so wie aus Studenten Studierende werden -, dann könnte man auch sagen „Hausmeisternde“, aber das hört sich tatsächlich irgendwie doof an, also bleiben wir bei „Hausmeister“.

Kind und Hausmeister

Ich glaube fast jeder von uns, hat als Kind schon einmal erlebt, daß er von einem Hausmeister rundgemacht wurde.

Ein Erlebnis habe ich noch gut vor Augen: Ich war 13 und es war kurz vor meinem Umzug von Leichlingen nach Lützenkirchen. Da bin ich einmal nachmittags zu meiner neuen Schule gefahren und habe mal geguckt. Die Schule war zu und direkt am Gebäude war ein Kieselstreifen, auf dem ich ums Gebäude herumgegangen bin. Ich wollte halt nicht durchs Beet gehen, aber auch in die Fenster hineinschauen. Dann kam ich an einem Büro vorbei, wo der Hausmeister drinnen war. Ich winkte und wollte weitergehen, da kam er herausgeschossen und frage unhöflich, was ich wollte. Ich sagte, daß ich hier bald auf die Schule komme und mir die „Bude“ 'mal ansehen wollte. Daraufhin brüllte er mich an, ich solle verschwinden, sonst würde er mich zum Direktor schleifen. Schockiert wie ich war, ging ich dann auch.

Ich weiß bis heute nicht, warum er so unfreundlich war. Vielleicht dachte er auch, ich wollte einbrechen. Andererseits war er eh nicht so mit einem freundlich-gewinnenden Wesen ausgestattet, wie ich in meiner späteren Schulzeit so bemerkte.

Dieses Erlebnis ist als Kind natürlich eher untypisch, denn meistens hat der Hausmeister rein sachlich recht, wenn er schimpft. Der Klassiker ist ja, daß ein Kind durchs Beet läuft und schöne und vielleicht auch teure Blumen zerstört. Das kostet dann Geld und Aufwand, sieht doof aus und fällt u.U. auf den Hausmeister zurück. „Kann der sich nicht 'mal um die Blumen kümmern?“

Es ist ja der Job des Hausmeisters, auf das Haus und die umgebenden Anlagen zu achten und damit hat er natürlich einen viel genaueren Blick für mögliche Gefahren und Schäden. Und gerade Kinder haben manchmal ganz andere Vorstellung von Ordnung, oder dieser innere Schweinehund hindert einem am Aufräumen. Vielleicht ist dieser innere Aufräum-Schweinehund auch einfach nur bei allen gleich groß und weil Kinder kleiner als Erwachsene sind, verlieren sie öfter gegen diesen inneren Aufräum-Schweinehund als wir Erwachsenen, weil dieses ominöse Wesen im Verhältnis zum Kind recht groß ist. Aber das ist nur eine Theorie von mir.

Wenn nun die Erziehungsberechtigten oder die Gruppenleiter das Aufräumen auch vergessen, was natürlich manchmal auch vorkommt, dann schlägt diese Unordnung natürlich beim Hausmeister auf und der könnte sich dann ärgern, verständlicherweise.

Vergleichen wir nun das Haus mit unserer Gemeinde. Für manche Menschen ist wichtig, daß in der Gemeinde alles seinen gewohnten Gang geht und alles seine Ordnung hat.

Und Ordnung ist grundsätzlich auch richtig. Wir wollen nicht, daß Kinder die Beete zerstören und wir wollen, daß mit unserem Gebäude und dem Inventar pfleglich umgegangen wird. Und dazu müssen wir natürlich hier und da Kinder und manchmal auch Jugendliche bremsen. Das ist selbstverständlich.

Nun gibt es aber auch andere, ungeschriebene Ordnungen. Wie läuft ein Gottesdienst ab, was singen wir, war für Veranstaltungen haben wir? Was wird in bestimmten ethischen Frage gelehrt? Z.T. leiten wir solche Dinge aus der Bibel ab, z.T. haben wir das einfach schon immer so gemacht. Und oft ist es ja auch schön, das vieles einem vertraut ist; so ganz kann sich davon wohl keiner frei machen.

Nun sind es häufig die Kinder und Jugendlichen, die das Althergebrachte in Frage stellen. Und sie stellen es oft nicht bewußt in Frage, sondern sie kennen die Traditionen oft nicht oder es interessiert sie nicht. Das kann schon einmal stören. In der Bibel gibt es auch eine Stelle, wo Kinder stören (Lukas 18, 15-17; NGÜ):

Es wurden auch kleine Kinder zu Jesus gebracht; er sollte sie segnen. Aber die Jünger sahen das nicht gern und wiesen sie barsch ab. Doch Jesus rief die Kinder zu sich und sagte: »Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn gerade für solche wie sie ist das Reich Gottes. Ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht wie ein Kind annimmt, wird nicht hineinkommen.«

Warum haben die Jünger so barsch reagiert? Kinderfeinde? Jünge Männer können eh nicht mit Kindern umgehen? Vielleicht hat es gar keine tiefere Bedeutung, sondern sie störten die Jünger dabei, Jesus' zu hören zu können.

Vorher hat Jesus nämlich wirklich tolle, tiefsinnige Gleichnisse erzählt, das Gleichnis vom ungerechten Richter und das Gleichnis vom Zöllner und Pharisäer. Und obwohl die Jünger sicherlich nicht alles verstanden hatten, hingen sie Jesus an den Lippen und wollten zuhören und lernen. Der von Gott gesandte Messias erklärt ihnen die Grundlagen des Himmels und Erde. Wow!

Und dann kamen ein Haufen Muttis mit Kinderwagen und schleppten ihre Kinder und Jesus hörte auf, von diesen großen Dingen zu reden. Los, verschwindet mit euren Blagen, ich will noch mehr von Jesus hören!

Aber Jesus sagt dann - zwischen den Zeilen -, meine Gleichnisse und Reden sind zwar wichtig, aber nichts im Vergleich zu dem, wie ein Kind das Reich Gottes annimmt. Denn wenn man das nicht tut, dann nützen einem alle Reden und Gleichnisse gar nichts, man kommt nicht in Gottes Reich hinein.

Durch diese Störung des Üblichen durch die Kinder wird einer der wichtigsten Botschaften des neuen Testaments verkündigt.

Wie sehen wir solche „Störungen“? Möchten wir lieber, daß alles so bleibt wie es ist? Sind wir wie so ein Klischee-Hausmeister, der das Schild „Betreten des Rasens verboten!“ mit seinem Leben verteidigt? Schließlich wurde in den letzten 100 Jahren der Rasen auch nur angeschaut. Nur der Meister des Mähers, also des Rasenmähers, weiß ihn zu würdigen und darf ihn betreten.

Das hört sich jetzt negativer an, als ich es selbst in unserer Gemeinde empfinde. Wir freuen uns, wenn Kinder im Gottesdienst sind und machen einiges, daß sie sich wohlfühlen (Kinderlieder, manchmal Sketche). Es gibt Sonntagsschule und Jungschar. Und auch über die Anwesenheit von Jugendlichen freuen wir uns, betreiben Jugendarbeit, veranstalten manchmal Jugendgottesdienste, wo sich die Gemeinde auch sehr einbringt. Das finde ich wirklich super und ich denke, wir sind da auf einem guten Weg.

Wir müssen trotzdem unsere Traditionen immer mal wieder auf den Prüfstand stellen. Jesus Christus, das Evangelium, die Bibel, das sind alles keine Traditionen, das ist die Wahrheit, die Gott uns geschenkt hat und die ist ewig. Aber das Drumherum, z.B. unsere baptistischen Traditionen, sind nicht ewig und gehören hin und wieder überprüft.

Es gibt ja diesen Spruch, der verschiedenen Leuten zugeschrieben wird:

„Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe der Glut.“

Unser Feuer sollten wir aus Jesus Christus heraus haben und dabei durchaus von unseren Glaubensvätern lernen. Aber jede Tradition hat irgendwann angefangen; irgendjemand hat sie sich irgendwann ausgedacht oder hat nach seiner Erkenntnis als richtig erkannt und andere haben sie nachgemacht. Vielleicht war das damals sinnvoll, vielleicht ist es noch heute sinnvoll, das muß man sich halt 'mal immer wieder anschauen.

Vielleicht gibt es ja auch irgendwann einmal eine Tradition, die von uns ins Leben gerufen wurde; z.B. das Leichlinger Gottesdienstmodell. Oder, als wir im theologischen Grundkurs Gottesdienstbestandteile gesammelt haben, da gab es eine Sache nur in Leichlingen: Die Ergänzung zur Predigt. Vielleicht wird das ja irgendwann einmal in theologischen Fachbüchern beschrieben: Die Leichlinger Ergänzungen zur Predigt. Die Welt ist dynamisch und Gottes Reich ganz besonders.

Der saure Hausmeister

Kehren wir zum Hausmeister zurück. Es gibt einen Typ von Hausmeister, der mir schon ein paarmal begegnet ist, den man den „sauren“ Hausmeister nennen könnte. Ein besonderes Exemplar dieser Gattung war der damalige Hausmeister der evangelischen Kirche, wo ich konfirmiert wurde. Wenn wir Konfirmanden da waren, hat der - gefühlt - immer herumgemotzt und immer finster geguckt. Ich weiß gar nicht, ob der lachen konnte; anscheinend hatte er in seinem Job nichts zu lachen.

Später habe ich dann noch eine Art Kleinkrieg zwischen Hausmeister und Pfarrer mitbekommen. Ein Freund von mir hat das Cembalo der Kirche für eine besondere Veranstaltung gestimmt - ich habe ihm dabei zugesehen - und der Hausmeister wollte das Instrument danach in einen anderen Raum bringen. Der Freund von mir, ein Klavierstimmer, wies in daraufhin, daß sich das Cembalo wahrscheinlich durch den Transport wieder verstimmen würde. Daraufhin bestimmte der Pfarrer, daß das Instrument in dem Raum bleiben sollte. Das interessierte wiederum den Hausmeister nicht, der den Pfarrer mit den Worten „Ich bring das Ding nachher 'raus!“ anfauchte und verschwand. Mein Freund und ich waren etwas irritiert, aber der Pfarrer versuchte, die Situation herunterzuspielen.

Das ist sicherlich ein Extremfall, aber ich kann mir gut vorstellen, daß es nicht selten ist, daß Hausmeister sauer laufen. Dann vergeht denen das Lachen in ihrem Job.

Wir als Jugendgruppe hatten ja auch schon ein paar Reibereien mit Euch, liebe Manuela, lieber Armin. Das lag anfangs u.a. daran, daß Regelungen, wann und wo es ruhig sein soll, noch nicht festgelegt waren und einiges an Fehler haben wir auch als Jugend gemacht, wobei die Verantwortung dafür natürlich bei uns Leitern lag.

Ich kann mich noch gut an ein klärendes Gespräch zwischen Euch und uns Jugendmitarbeitern erinnern und - das habe ich damals gar nicht erwähnt - ich hatte dabei diesen Hausmeister aus meiner Konfirmationszeit vor Augen und hatte schon die Befürchtung: So, jetzt haben wir sie durch unsere Eskapaden dauerhaft sauer gemacht, so wie ich diesen Typ damals empfunden hatte. Ihr seit uns sehr entgegen gekommen und wir haben uns auf Regeln geeinigt, mit denen beide Parteien gut leben konnten. Vereinzelt haben wir doch noch 'mal als Jugendgruppe über die Stränge geschlagen, aber das waren hoffentlich auch aus Eurer Sicht nur seltene Einzelfälle.

Wieso kommt es anscheinend gar nicht so selten vor, daß Hausmeister sauer laufen?

Alle Regelverstöße, ob Ordnung, ob Zeit schlagen irgendwann beim Hausmeister auf. Er muß sich damit beschäftigen. Wenn diese Probleme, wie z.B. unaufgeräumte Gruppenräume, sichtbar werden, fallen sie auf den Hausmeister zurück. Auch (ungewollte) Sachbeschädigungen landen natürlich beim Hausmeister. Die Art und Weise, wie sich die Gemeinde oder einzelne Gemeindegruppen in der Nachbarschaft präsentieren, fällt natürlich auf die Hausmeister zurück. Nehmen wir als Beispiel unser Parkproblem: Wir dürfen ja die Parkplätze des Spar- und Bauvereins nutzen, denn wir sind als Gemeinde dort Mitglied. Aber die Anrufe verärgerter Anwohner, deren sonntäglichen Besucher keinen nahen Parkplatz finden, landen natürlich bei unserer Hausmeisterfamilie. Und natürlich ist es nicht angemessen, solche Anrufe mit „Wir dürfen das!“ zu beenden, sondern man muß irgendwie geeignet mit diesem Interessenskonflikt umgehen.

Im gewissen Sinne ist ein Gemeindehausmeister der Prototyp eines Christen. Es fängt mit „Licht der Welt“ an, so wie uns Jesus Christus ja beschrieben hat (Matthäus 5, 14-16; NGÜ):

14 Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. 15 Auch zündet niemand eine Lampe an und stellt sie dann unter ein Gefäß. Im Gegenteil: Man stellt sie auf den Lampenständer, damit sie allen im Haus Licht gibt. 16 So soll auch euer Licht vor den Menschen leuchten: Sie sollen eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Die Hausmeisterfamilie wird von der Nachbarschaft die ganze Woche lang gesehen und ist damit irdendwo auch das Gesicht der Gemeinde, zumindest für die, die uns nicht näher kennen. Und zumindest in eurem Garten kann vor den Hochhäusern nichts verborgen bleiben.

Wir normalen Christen haben ja zumindest in manchen Umgebungen die Wahl. Wenn man nicht direkt sagt, daß man Christ ist, dann gucken die anderen vielleicht auch nicht so genau hin. Aber die Hausmeister haben da keine Wahl, die wohnen hier. Sie sind zwangsweise auf dem Lampenständer und müssen leuchten.

Und damit sind sie unser Vorbild: \textbible">So soll auch euer Licht vor den Menschen leuchten: Sie sollen eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. Natürlich geht es nicht darum, alles richtig zu machen, aber es ist unser Auftrag, bereit für den Lampenständer zu sein, bereit sein zu leuchten, nicht sein Christsein verbergen.

Der nächste Punkt ist die Gastfreundlichkeit. Natürlich hat jeder einen unterschiedlichen Grad an Gastfreundlichkeit, obwohl es schon der Auftrag für jeden Christen ist. In Hebräer 13, 2; NGÜ steht sogar:

Vergesst nicht, gastfrei zu sein. Durch ihre Gastfreundlichkeit haben einige, ohne es zu wissen, Engel bei sich aufgenommen.

Wir wollen ja eine gastfreundliche, einladende Gemeinde sein, wo Menschen gerne hinkommen. Von daher kann der Hausmeister kein Eremit sein, der andere Menschen nicht mag. Das paßt nicht zusammen. Natürlich sind auch wir Nicht-Hausmeister in der Hinsicht eine Visitenkarte der Gemeinde. Nur wenn wir persönlich offen sind für andere, kommt auch unsere Gemeinde als einladend glaubwürdig 'rüber. Und hier können die Hausmeister ein Vorbild für uns sein.

Der dritte Punkt, wo ein Gemeindehausmeister besonders gefordert ist, ist die Sache mit der Vergebung (Kolosser 3, 13; NGÜ):

Geht nachsichtig miteinander um und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat. Genauso, wie der Herr euch vergeben hat, sollt auch ihr einander vergeben.

Ich habe es ja schon geschildert: Alle Fehler, die im Rahmen des Gebäudes gemacht werden, landen beim Hausmeister. Von daher muß ein Hausmeister, wahrscheinlich im besonderen Maße, zur Vergebung bereit sein und er muß auch im besonderen Maße geduldig sein. Es gibt viele Menschen, die hier in den Gemeinderäumen etwas veranstalten und diese Menschen sind unterschiedliche gute Planer oder Leiter, und das macht es den Hausmeistern natürlich nicht immer leicht, und dann kann es auch schon einmal krachen. Nachsicht und Vergebung, selbst wenn man im Recht ist und die Bereitschaft, dazuzulernen und sich verändern zu lassen, sind dann die Stichworte für beide Seiten. Wobei: Der Hausmeister ist auf der einen Seite, und auf der anderen Seite sind viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Erkenntnis- und Lernstand.

Vielleicht ist hier die Hauptursache dafür, daß manch ein Hausmeister sauer läuft und zum finsteren, brummigen Klischee- Hausmeister mutiert.

Das ist bei euch, liebe Manuela, lieber Armin, nicht passiert und das finde ich gut und ich möchte mich wiederholen: Wir als Gemeinde bedauern, daß ihr geht, aber wir wünschen Euch alles Gute und Gottes Segen in Eurer neuen Heimat.

Zusammenfassung