Beten

Campingplatzgottesdienst, , , Campingplatz Wersbach Leichlingen

Einleitung

Ich möchte Ihnen zu Anfang eine Geschichte erzählen: Ein Mensch findet in einer kleinen Ortschaft einen Laden, wo draußen draufsteht:

„Hier gibt es alles, und alles umsonst.“

Er geht hinein und überlegt, was er alles für sich bestellen könnte (Haus, Auto, Ehepartner, usw). Dann besinnt er sich und denkt sich, für mich kann ich ja immer noch genug bestellen, denke ich doch erstmal an andere.

Er fängt an: „Ich hätte gerne den Hunger in der Welt besiegt, nein halt, daß ist ja nur ein Symptom, die Ursachen müssen beseitigt werden. Also, zuerst brauchen wir den Weltfrieden. Jeder soll die Waffen aus der Hand legen. Dann sollen gerechte Strukturen geschaffen werden, damit die Armut und der Hunger beseitigt werden. Dazu soll noch die Umwelt wieder gesund werden und alle Menschen einander verstehen und sich gegenseitig tolerieren und akzeptieren.“ (So ähnlich hätten wir uns wahrscheinlich alle ausgedrückt.)

Der Ladenbesitzer schaut ihn an und sagt dann: „Es tut mir leid, sie haben unsere Werbung falsch verstanden. Wir haben nur den Samen zu allem.“ Nur den Samen. Was und wo muß gesät werden, damit man Weltfrieden bekommt? Wie beginnt er? Was und wo muß gesät werden, damit man ungerechte wirtschaftliche Strukturen beseitigen kann? Was und wo muß gesät werden, um gegenseitiges Verstehen und Akzeptieren zu bekommen?

Würde es reichen, alle Politiker auszutauschen, sie vielleicht durch einfache Bürger zu ersetzen? Ein richtiger Neuanfang? Würde dann die Korruption abgeschafft werden?

Viele Diktatoren waren einfache Leute: Ein kleiner Kunstmaler Hitler, ein Schuhmacher Stalin, ein Dachdecker Honecker, usw.

An politischen Systemen wurde so ziemlich alles mögliche schon ausprobiert: Vom Gottkaiser bis zum Kommunismus. Scheinbarer Sieger scheint ein demokratischer Kapitalismus zu sein, aber trotzdem leben noch 9 Zehntel der Weltbevölkerung in Armut.

Ein Laden oder ein Rezept, daß den Weltfrieden schaffen und den Hunger und die Armut beseitigen würde, wäre natürlich toll, aber leider gibt es so etwas nicht.

Samen

Ein Laden, wo es den Samen zu allem gibt, den gibt es schon. In der Bibel, in Matth. 7,7.8; steht:

\textbible">Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch aufgetan werden. Denn jeder Bittende empfängt, und der Suchende findet, und dem Anklopfenden wird aufgetan werden.

Hier geht es um das Beten zu Gott. Viele von Ihnen werden abwinken und sagen, Beten alleine hilft auch nichts, man muß auch etwas tun.

Daß Beten bei Ihnen nicht half, lag vielleicht daran, daß Sie erst dann gebetet haben, als es schon zu spät war, so wie ein Bauer, der eine Woche vor der Ernte anfängt zu beten: Herr Jesus, schenke doch, daß die Pflanzen gut wachsen, daß es eine gute Ernte wird.

Manch einer hat darum gebetet, daß seine Beziehung nicht in die Brüche geht, hat Gott aber nicht bei der Partnerwahl gefragt. Ein anderer wird bei geschäftlichen Angelegenheiten arm, hat Gott aber vorher nicht in seine Geschäfte einbezogen. Wer beim Gestalten, beim Planen, beim Säen seines Lebens Gott keine leitende Funktion übergibt, der darf sich nicht wundern, wenn es schiefgeht und wenn Beten dann irgendwann nicht mehr hilft. Man betet dann auch einfach um die falschen Dinge.

Die Aussage des gerade vorgelesenen Bibeltextes ist ziemlich ermunternd: \textbible">Bittet, und ihr werdet empfangen. Aber man wird nicht unbedingt das empfangen, worum man gebetet hat. Gott ist kein Wunscherfüllungsautomat, sondern er verfolgt ein Ziel, er will eine persönliche Beziehung zu Ihnen. Wir finden in diesem Text eine Reihenfolge:

Bitten, suchen, anklopfen.

Jede Bitte von Ihnen wird er als Mittel zur Kontaktaufnahme verwenden. Wenn Sie egoistisch um ein neues Superauto bitten, dann wird er versuchen irgendwie Ihnen klarzumachen, daß das Glück dieser Erde nicht im Luxus liegt und daß er etwas besseres für Sie bereit hat. Wenn Sie für den Weltfrieden bitten, wird er versuchen, Ihnen klarzumachen, daß er Sie verändern kann, so daß Sie ein Friedensstifter in Ihrem Alltag werden können.

Gott möchte den Kontakt zu Ihnen und möchte Ihnen auch zeigen, wie man richtig betet.

Vater-Unser

Um das alles weiter zu verdeutlichen, möchte ich mit Ihnen das Vater-Unser in der Bibel betrachten. Die meisten von Ihnen haben es sicherlich schon einmal gehört oder kennen es sogar auswendig. Das Vater-Unser wurde von Jesus auf die Frage, wie man denn beten solle, gegeben. Es ist einfach so eine Art Mustergebet, von dem es in der Bibel zwei etwas unterschiedliche Versionen gibt, in Matth.6,9-13 und in Lukas 11,2-4.

Manche benutzen es als eine Art magischer Formel und versuchen durch dauerndes Wiederholen irgendetwas damit zu erreichen. Dies entspricht aber eigentlich nicht dem biblischen Sinn des Vater-Unsers.

Matth.6,9-13; (NGÜ)

\textbible">9 Ihr sollt so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt, 10 dein Reich komme, dein Wille geschehe auf der Erde, wie er im Himmel geschieht. 11 Gib uns heute unser tägliches Brot. 12 Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir denen vergeben haben, die an uns schuldig wurden. 13 Und lass uns nicht in Versuchung geraten, sondern errette uns vor dem Bösen. Die ersten zwei Worte springen schon ins Auge: „Unser Vater“.

Ein paar Gedanken dazu: Angenommen, Sie wären als Baby adoptiert worden und wären in eine gute Familie dabei gekommen. Ihren leiblichen Vater haben Sie dabei nie kennengelernt.

Wer ist nun Ihr Vater? Der, der Sie gezeugt hat, oder der, der Sie aufgezogen hat?

In der Bibel wird der Begriff „Vater“ immer im Zusammenhang mit einer Beziehung verwendet. Ihr Adoptivvater, zu dem Sie ja dann eine vernünftige und gute Beziehung haben, wäre also dann Ihr richtiger Vater und der leibliche nur Ihr Erzeuger.

Übertragen wir das auf Gott: Gott hat jeden Menschen geschaffen, indem er jedem einen eigenen Geist und eine eigene Seele gegeben hat. Deshalb sind Menschen, die genetisch genau gleich sind, wie eineiige Zwillinge, trotzdem eigenständige Persönlichkeiten.

Gott ist also der Schöpfer eines jeden Menschen. Doch wer hat eine Beziehung zu Gott? Wer spricht regelmäßig mit ihm, fragt ihn nach dem, was er will und tut es dann auch? Ist Gott nur Ihr Schöpfer, ihr Erzeuger, oder auch Ihr Vater? Wie bekommt man den zu Gott eine Beziehung wie zu einem Vater? In Joh.1,11-13 (NGÜ) ist von Jesus Christus die Rede:

\textbible">11 Er kam zu seinem Volk, aber sein Volk wollte nichts von ihm wissen. 12 All denen jedoch, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden. 13 Sie wurden es weder aufgrund ihrer Abstammung noch durch menschliches Wollen, noch durch den Entschluss eines Mannes; sie sind aus Gott geboren worden. Wenn man Jesus aufnimmt, dann wird man Gottes Kind, dann bekommt man diese Beziehung zu Gott als Vater, sonst nicht. Der Ausdruck „aus Gott geboren“ zeigt an, daß diese Aufnahme Jesu in das eigene Leben ein Neuanfang ist, denn bei einer Geburt beginnt ein neues Leben.

Wenn dieser Neuanfang stattgefunden hat, dann kann man das „Vater“-Unser mit der richtigen Einstellung beten.

Noch einmal zu V.9.10 im Vater-Unser:

\textbible">9 Ihr sollt so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt, 10 dein Reich komme, dein Wille geschehe auf der Erde, wie er im Himmel geschieht.

Die Kernaussage ist hier: „Dein Wille geschehe“. „Wie im Himmel, so auf Erden“; das beinhaltet auch mein eigenes Leben. Im kleinen fängt es an. Hier könnte Gott den Samen legen, um die Welt zu verändern, wenn wir ihn ließen. Soll in Ihrem Leben Gottes Wille geschehen?

Bei jedem, der Jesus in sein Leben aufgenommen hat, wächst mit der Zeit der Wunsch, daß Gottes Wille im eigenen Leben passiert.

V.11 \textbible">Gib uns heute unser tägliches Brot.

Nicht: Unseren täglichen Luxus gib uns heute.! Gott verspricht hier, diejenigen, die seine Kinder sind, zu versorgen, nicht immer mit Luxus, aber mit dem Nötigen. Sie kommen also nicht zu kurz. Sie werden staunen, wie Gott auch in praktischen Angelegenheiten eingreifen wird, wenn Sie seine Hilfe wollen. V.12 \textbible">Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir denen vergeben haben, die an uns schuldig wurden.

Jeder Mensch hat Schuld vor Gott. Sie belastet uns, manche mehr, manche weniger. Man kann sie loswerden, aber nur, wer Gottes Kind ist und wer sie ihm bekennt.

Viele haben damit Schwierigkeiten, anzuerkennen, daß sie vor Gott schuldig sind, daß sie Bosheit in sich tragen. Laut Bibel ist dies bei jedem Mensch so. Gott kann es Ihnen persönlich klarmachen.

Wollen Sie es?

Und ebenso wie Gott vergeben kann, können auch wir vergeben lernen, was andere uns angetan haben. Wer ein bißchen die weltpolitische Situation verfolgt, wird feststellen, daß in vielen Ländern Vergeben der einzige noch mögliche Ausweg ist, weil sich die jeweiligen Bürgerkriegs- parteien gegenseitig schon so viel Leid angetan haben, daß die Schuldfrage kaum noch zu lösen ist.

Aber auch bei uns persönlich: Wollen wir wirklich lernen zu vergeben, nicht nur Freunden, sondern auch den Leuten, die uns nicht grün sind, oder die uns sogar Schlimmes angetan haben? V.13a; \textbible">Und lass uns nicht in Versuchung geraten

Versuchung? Das Schönste an der Versuchung ist das Nachgeben. Deswegen machen viele Menschen viele Dummheiten, weil sie Versuchungen nicht gewachsen sind.

Sicherlich haben auch Sie sich schon einmal zu Dingen verleiten lassen, die Sie später bereut haben. Als Kind muß man oft seine Schwäche eingestehen und seine Eltern um Hilfe bitten. Ebenso fängt man als Gottes Kind an, häufiger seine Schwächen zu sehen und man bittet Gott öfter 'mal um Hilfe.

Man ist ja gewohnt, alles selber zu regeln und erst, wenn es ganz schlimm wird, dann betet man vielleicht einmal. Man muß es lernen, Gott frühzeitig um Hilfe zu bitten und nicht immer nur vor sich hin zu wurschteln, bis es zu spät ist.

Wollen Sie es lernen?

V.13b \textbible">sondern errette uns vor dem Bösen.

Gott gehört die Herrschaft und damit steht ihm auch die Herrschaft über Ihr Leben zu, aber er zwingt Sie nicht. Wollen Sie ihn über Ihr Leben herrschen lassen? Dann sagen Sie ein bewußtes „Amen“ zu Gott, denn „Amen“ bedeutet übersetzt: „So soll es geschehen.“

Zu guter Letzt noch einmal Matthäus 7,7.8 (NGÜ): \textbible">7 Bittet, und es wird euch gegeben; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet. 8 Denn jeder, der bittet, empfängt, und wer sucht, findet, und wer anklopft, dem wird geöffnet.