Was erwarte ich von Gott? Wie entsteht Erweckung?

Gottesdienst (Predigtreihe: Erweckung), , , Evangelisch-freikirchliche Gemeinde Leichlingen

Erweckung?

Wir beginnen heute mit einer Predigtreihe zum Thema „Erweckung“.

Bei solchen Themen recherchiere ich immer ganz gerne im Internet und benutze als Startpunkt gerne Wikipedia. Wikipedia ist natürlich nicht die Wahrheit an sich, aber es gibt einen guten Überblick, was viele Leute so über ein Thema denken. Manchmal sind solche Artikel auch recht objektiv.

Als ich „Erweckung“ in die Suchmaschine eingab, landete ich bei Wikipedia-„Erweckungsbewegung“ und dieser Artikel war für mich eine Überraschung. Häufig sind Artikel über christliche Themen ziemlich einseitig, aber dieser schien mir sehr objektiv.

Ich lesen einmal die Einleitung vor (https://de.wikipedia.org/wiki/Erweckungsbewegung):

Als Erweckungsbewegungen werden Strömungen im Christentum bezeichnet, die die Bekehrung des Einzelnen und praktische christliche Lebensweise besonders betonen. Gemeinchristliche oder konfessionelle Dogmen treten hinter ein „ursprüngliches“ Verständnis eines direkt aus der Bibel entnommenen Evangeliums zurück. Erweckungsbewegungen gehen davon aus, dass lebendiges Christentum mit der Antwort des Menschen auf den Ruf des Evangeliums zu Umkehr und geistiger Erneuerung beginnt.

Gedanklich fußt der Begriff auf Eph 5,14 LUT: „Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.“ Da nur der Glaube ins ewige Leben führe, sei die Existenz des Ungläubigen dem Tode geweiht. Somit erscheint die Hinwendung zum Glauben als Hinwendung zum Leben bzw., in Analogie zur Auferstehung Christi, als Erweckung vom Tode.

Da kann man nichts gegen sagen, oder?

Ich möchte noch ein paar weitere Zitate aus diesem Artikel aufführen:

Charakteristisch für Erweckungsbewegungen sind persönliche Bekehrungen, die in einer ethisch veränderten Lebensweise gemäß dem Evangelium von Jesus Christus resultieren.
Gewöhnlich entstanden sie als Reaktion auf ein Christentum, das als dogmatisch fixiert, liturgisch erstarrt oder rein traditionalistisch empfunden wurde.

Erweckungsbewegungen sind keine Randerscheinungen, sondern Massenbewegungen: Die Erweckungsbewegungen des 18. bis 20. Jahrhunderts haben jeweils zu einem starken Anwachsen der engagierten Christen in der Bevölkerung geführt. In manchen Fällen wurden dabei Kirchenferne angesprochen, in anderen Fällen Kirchenmitglieder ohne innere Beteiligung. Beispielsweise gab es in England innerhalb von 50 Jahren 75.000 Methodisten, in den Vereinigten Staaten wuchs ihre Zahl von 500 im Jahr 1771 auf 15.000 im Jahr 1784. Das 19. Jahrhundert begann in den Vereinigten Staaten mit 7 Prozent der Bevölkerung als Mitglied einer Kirche – hundert Jahre später waren es über 40 Prozent. Die Pfingstbewegung in Brasilien war 1960 praktisch bedeutungslos, heute umfasst sie 15 Prozent der Bevölkerung.

Ein wesentlicher Faktor bei vielen Erweckungsbewegungen ist die Predigt, die im 18. und 19. Jahrhundert oft auf freiem Feld stattfand und Massen von Kirchenfernen anzog. Manche amerikanische Fernsehprediger sehen sich in der Tradition der alten Erweckungsprediger.

Neben der Evangelisation haben Erweckungsbewegungen oft eine starke gemeinschaftsfördernde und diakonische Komponente. Dazu gehören die Klassen und Armenapotheken der Methodisten ebenso wie die Gesellenvereine und Diakonissenhäuser der Erweckung in Deutschland oder die Hauskreise und das soziale Engagement der Pfingstgemeinden in Brasilien.

Bei praktisch allen Erweckungsbewegungen kam es teilweise zu starken Emotionen: Leute brechen während der Predigt in Tränen aus, sind überschwänglich glücklich über ihre Bekehrung oder haben ekstatische Erlebnisse. Während diese Begleiterscheinungen in vielen Fällen von den beteiligten Predigern bejaht wurden, trafen sie insbesondere bei den Theologen der etablierten Kirchen auf massive Kritik und dienten oft als Anlass, um eine als Konkurrenz empfundene Bewegung insgesamt zu verurteilen.

Da Erweckungsbewegungen in aller Regel keine geplanten Organisationen sind, haben sie eine dynamischere Struktur als etablierte Kirchen. Manchen von ihnen fehlte sowohl eine ausgearbeitete Theologie als auch eine theologisch gebildete und persönlich gereifte Leiterschaft. Daher hat es auch ungesunde Entwicklungen gegeben, die bis zu totalitären Sekten (Jim Jones) geführt haben.

Der Artikel geht dann noch weiter und führt die diversen Erweckungen aus der Vergangenheit auf, mit Links zu den beteiligten Personen. Ich bin einen Abend lang von Link zu Link gehüpft und habe viel dazu gelesen. Das war schon recht spannend.

Ich wollte die Predigt heute aber nicht aus Wikipedia kopieren, es sind ja schließlich keine Hausaufgaben ;-)

Aufwachen

Aber beginnen wir ruhig mit dem Bibelvers, der in dem Wikipedia-Artikel zuerst genannt ist (Epheser 5, 14b; NGÜ):

Wach auf, du Schläfer, und steh auf von den Toten! Dann wird Christus sein Licht über dir leuchten lassen.

Das könnte man jetzt als Zeigefinger-Wort verwenden: Wache auf, der Du schläfst!!

So ist es nicht gemeint. Könnt Ihr Euch noch an die Auslegung des Wikipedia-Autors erinnern?

Da nur der Glaube ins ewige Leben führe, sei die Existenz des Ungläubigen dem Tode geweiht. Somit erscheint die Hinwendung zum Glauben als Hinwendung zum Leben bzw., in Analogie zur Auferstehung Christi, als Erweckung vom Tode.

Wenn man sich den Zusammenhang dieses Verses ansieht, dann geht es eigentlich um den Lebensstil:

Epheser 5 beginnt mit (V.1-3; NGÜ):

1 Nehmt euch daher Gott selbst zum Vorbild; ihr seid doch seine geliebten Kinder! 2 Konkret heißt das: Alles, was ihr tut, soll von der Liebe bestimmt sein. Denn auch Christus hat uns seine Liebe erwiesen und hat sein Leben für uns hingegeben wie eine Opfergabe, deren Duft vom Altar zu Gott aufsteigt und an der er Freude hat. 3 Auf sexuelle Unmoral und Schamlosigkeit jeder Art, aber auch auf Habgier sollt ihr euch nicht einmal mit Worten einlassen, denn es gehört sich nicht für Gottes heiliges Volk, sich mit solchen Dingen zu beschäftigen.

Hier geht es um den Lebenswandel. Das Leben soll von der Liebe bestimmt sein, sexuelle Unmoral und Schamlosigkeit geht gar nicht und Habgier auch nicht. Habgier wird später sogar noch einmal als Götzendienst bezeichnet, was auch noch die Unfreiheit ausdrückt, in die einen die Habgier bringt. Schamlosigkeit ist für mich schwierig zu definieren. Ältere Übersetzungen reden hier von der Unreinheit, eine andere Übersetzung schreibt hier „Ausschweifung“. Vielleicht geht es hier um die Missachtung des anderen, nach dem Motto „Eure Armut kotzt mich an.“ Auch zum Thema „sexuelle Unmoral“ müsste man eigentlich noch mehr sagen. Da drücke ich mich aber jetzt vor, weil das vom Thema wegführen würde.

„Gehört sich nicht“ hört sich so nach „Macht man nicht“ an. Erwachsene sagen so etwas ja gerne, wenn sie sich vor Erklärungen drücken wollen. „Macht man nicht!“ und fertig!

Aber darum geht es nicht. Paulus ordnet diese Verhaltensweisen der Dunkelheit zu. Man ist ja meistens heimlich habgierig. Auch sexuelle Unmoral wird meist heimlich gelebt.

Wir sollen uns nicht mit Taten oder Worten daran beteiligen, aber wir sollen es auch nicht totschweigen:

11 Und beteiligt euch unter keinen Umständen an irgendeinem Tun, das der Finsternis entstammt und daher keine guten Früchte hervorbringt. Deckt solches Tun vielmehr auf! 12 Denn was manche im Verborgenen treiben, ist so abscheulich, dass man sich schämt, es auch nur zu erwähnen. 13 Doch alles, was aufgedeckt wird, ist dann im Licht ´als das` sichtbar, ´was es wirklich ist`. 14 Mehr noch: Alles, was sichtbar geworden ist, gehört damit zum Licht. Deshalb heißt es auch:»Wach auf, du Schläfer, und steh auf von den Toten! Dann wird Christus sein Licht über dir leuchten lassen.«

In diesem Zusammenhang hört sich der Vers mit dem Aufwachen doch ein bisschen anders an. Was Paulus hier zitiert, ist übrigens nicht bekannt. Es könnte ein altes Lied sein, eine unbekannte Quelle, oder er hat hier verschiedene Bibelverse in einer Weise zusammengesetzt, wie es den Ephesern vertraut war.

Wenn dieser Vers wirklich ein Vorbild für eine Erweckung ist, dann geht einer Erweckung voraus, dass man sein eigenes Leben realistisch vor Gott betrachtet. Ist unser Leben von der Liebe bestimmt? Wir haben ja gehört, dass die meisten Erweckungen mit diakonischer Aktivität und Nächstenliebe verbunden war. Habgier und sexuelle Unmoral haben gemeinsam, dass sie vom Egoismus geprägt sind. Mein Vergnügen, mein Besitz, alles meins!

Wenn uns die anderen egal sind, kann es keine Erweckung geben. Und der Blick auf Gott und auf den anderen zu bekommen, dass entspricht hier wohl dem Erwachen.

Aber ganz so einfach ist es auch nicht. Wir schauen uns einmal ein paar Erweckungen in der Bibel an.

Erweckung durch Jona

Die kurioseste Eweckung in der Bibel ist die durch Jona.

Jona wurde von dem großen Fisch wieder an Land gespuckt und dann ging es los (Jona 3, 1-10; NL):

1 Dann sprach der Herr ein zweites Mal mit Jona: 2 »Mach dich auf den Weg und geh in die große Stadt Ninive und überbring ihr die Botschaft, die ich dir sage.« 3 Diesmal gehorchte Jona der Anweisung des Herrn und ging nach Ninive. Sie war eine so große Stadt vor Gott, dass man drei Tage brauchte, um sie zu durchqueren. 4 Jona ging eine Tagesreise weit in die Stadt hinein und predigte: »Ninive wird in 40 Tagen zerstört werden!« 5 Da glaubten die Einwohner Ninives an Gott, und alle, vom Höchsten bis zum Geringsten, beschlossen zu fasten und sich in Säcke zu kleiden. 6 Als der König von Ninive die Botschaft hörte, verließ er seinen Thron und legte seine königlichen Gewänder ab. Er kleidete sich in einen Sack und setzte sich in die Asche. 7 Dann ließen der König und die führenden Männer folgenden Erlass in Ninive bekannt geben: »Weder Mensch noch Vieh, Rind und Schaf dürfen irgendetwas essen. Sie dürfen weder weiden noch Wasser trinken. 8 Mensch und Tier sollen sich in Säcke kleiden und sich ganz dem Gebet zu Gott widmen. Sie sollen von ihren bösen Wegen umkehren und von ihren Gräueltaten ablassen. 9 Wer weiß? Vielleicht kehrt Gott um und bereut und bezähmt seinen grimmigen Zorn, sodass wir nicht zugrunde gehen.« 10 Als Gott sah, dass sie von ihren schlechten Wegen umgekehrt waren, bedauerte er, dass er ihnen Unheil angedroht hatte und verschonte sie.

Ein einfache, klare Botschaft: „Ihr seid alle verloren!“ Wahrscheinlich sah Jona auch ein bißchen aus wie ein Zombie, weil er durch die Magensäure des Fisches ramponiert war, was seine Botschaft wahrscheinlich noch unterstrichen hat.

Jona war wahrscheinlich der einzige Prophet, der überhaupt kein Interesse daran hatte, dass seine Botschaft gehört wurde. Und er war der Erfolgreichste. Die Stadt hatte über 120.000 Einwohner und sie alle hörten auf Jonas Predigt.

Ich glaube nicht, dass diese Art der Predigt eine Regel für immer sein sollte. Manchmal können natürlich auch Gerichtspredigten dran sein. Aber es macht deutlich, dass kein Erweckungsrezept gibt, wie: Wir müssen über unser Leben nachdenken, netter zu unseren Mitmenschen sein, wir brauchen einen bestimmten Predigtstil, bestimmte Lobpreisart, usw.

Es ist sinnvoll, über solchen Themen nachzudenken, keine Frage, aber sie garantieren keine Erweckung. Manchmal läuft soetwas völlig anders, als wir uns vorstellen.

Apostelgeschichte 2

Schauen wir uns eine andere Erweckung an, und zwar die an Pfingsten. Zuerst gab es übernatürliche Zeichen. Es kamen Feuerzungen auf die Anwesenden und sie konnten in fremden Sprachen sprechen. Aber das hat die Fremden nicht überzeugt. Sie waren verwirrt und andere haben nur gespottet.

Und dann begann Petrus zu predigen und danach passierte folgendes (Apostelgeschichte 2, 37-47; NGÜ):

37 Die Zuhörer waren von dem, was Petrus sagte, bis ins Innerste getroffen. »Was sollen wir jetzt tun, liebe Brüder?«, fragten sie ihn und die anderen Apostel. 38 »Kehrt um«, erwiderte Petrus, »und jeder von euch lasse sich auf den Namen von Jesus Christus taufen! Dann wird Gott euch eure Sünden vergeben, und ihr werdet seine Gabe, den Heiligen Geist, bekommen. 39 Denn diese Zusage gilt euch und euren Nachkommen und darüber hinaus allen Menschen auch in den entferntesten Ländern – allen, die der Herr, unser Gott, zu seiner Gemeinde rufen wird.« 40 Mit diesen und noch vielen anderen Worten bezeugte Petrus ihnen ´das Evangelium`; eindringlich ermahnte er sie: »Diese Generation ist auf dem Weg ins Verderben! Lasst euch retten vor dem Gericht, das über sie hereinbrechen wird!« 41 Viele nahmen die Botschaft an, die Petrus ihnen verkündete, und ließen sich taufen. Durch Gottes Wirken wuchs die Gemeinde an diesem Tag um etwa dreitausend Personen. 42 Was das Leben der Christen prägte, waren die Lehre, in der die Apostel sie unterwiesen, ihr Zusammenhalt in gegenseitiger Liebe und Hilfsbereitschaft, das Mahl des Herrn und das Gebet. 43 Jedermann ´in Jerusalem` war von einer tiefen Ehrfurcht vor Gott ergriffen, und durch die Apostel geschahen zahlreiche Wunder und viele außergewöhnliche Dinge. 44 Alle, die ´an Jesus` glaubten, hielten fest zusammen und teilten alles miteinander, was sie besaßen. 45 Sie verkauften sogar Grundstücke und sonstigen Besitz und verteilten den Erlös entsprechend den jeweiligen Bedürfnissen an alle, die in Not waren. 46 Einmütig und mit großer Treue kamen sie Tag für Tag im Tempel zusammen. Außerdem trafen sie sich täglich in ihren Häusern, um miteinander zu essen und das Mahl des Herrn zu feiern, und ihre Zusammenkünfte waren von überschwänglicher Freude und aufrichtiger Herzlichkeit geprägt. 47 Sie priesen Gott ´bei allem, was sie taten,` und standen beim ganzen Volk in hohem Ansehen. Und jeden Tag rettete der Herr weitere Menschen, sodass die Gemeinde immer größer wurde.

Die Menschen waren offen und bereit. 3000 Leute haben sich an einem Tag entschieden, haben sich retten lassen.

Und die Gemeinde hat das irgendwie hinbekommen und das Gemeindeleben war geprägt von:

Der Zusammenhalt war so groß, dass sie sogar großen Besitz verkauft und verschenkt haben.

Als junger Christ hatte ich mit diesen Versen immer Probleme, weil ich dachte, dass das eine Christenpflicht ist, wenn man die Bibel ernst nimmt. Und das konnte ich einfach nicht, alles weggeben.

So ist das auch nicht gemeint. Wir hören ja auch später in den Briefen, dass es normal ist, das Christen auch Häuser haben, auch dass es arme und reiche Christen gibt. Aber in dieser besonderen Situation war das einfach dran und die Menschen hatten von Gott diese Freiheit dazu bekommen. Wenn so ein Handeln bei uns auch einmal dran sein sollte, dann werden wir es nicht zähneknirschend tun, sondern mit Freude.

Und es drückt den Zusammenhalt, die gegenseitige Hilfe, aus. „Seht, wie haben sie einander so lieb“ ist ein Satz, der nicht in der Bibel steht, aber der angeblich von einem Kritiker der frühen Kirche ausgerufen wurde.

Und Gott rettete jeden Tag weitere Menschen.

Und wie geht das?

Ich habe die einzelnen Themen zur Erweckung nur angerissen und ich habe natürlich auch kein Rezept.

Ich möchte nur einige Verse aus meiner letzten Predigt noch einmal zitieren (Matthäus 9, 36-38; NGÜ):

36 Als Jesus die Scharen von Menschen sah, ergriff ihn tiefes Mitgefühl; denn sie waren erschöpft und hilflos wie Schafe, die keinen Hirten haben. 37 Da sagte er zu seinen Jüngern: »Die Ernte ist groß, doch es sind nur wenig Arbeiter da. 38 Bittet deshalb den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter auf sein Erntefeld schickt!«

Eine Fragestellung meiner Predigt sollte die Frage sein „Was erwarte ich von Gott?“.

Ich erwarte, dass er Mitarbeiter in die Ernte sendet, so dass, ja auch Scharen, von Menschen kommen, hierhin. Ich habe keine Ahnung, wie wir damit klarkommen. Ich erwarte, dass er uns verändert, dass wir dazu bereit sind und dass wir dazu bereit werden, den Herrn der Ernte zu bitten. Ich erwarte auch, dass wir trotz vielleicht vieler Fremder in unserer Gemeinde selbst nicht zu kurz kommen.

Nach dem Stadtfest hatte ich ein interessantes Gespräch mit einer Schwester aus unserer Gemeinde. Sie hat mir erzählt, dass eine landeskirchliche Christin enttäuscht oder entsetzt war, dass wir im Stadtfestgottesdienst am Ende nicht das Vater-Unser gebetet haben.

Das hat mich nicht losgelassen und ich habe da noch länger darüber nachgedacht. Diese Frau hatte eine klare Vorstellung davon, wie ein Gottesdienst aussehen muss und die haben wir nicht erfüllt.

Und das wird uns natürlich auch begegnen. Die Bibel ist unverrückbar, Jesu Opfer, Sündenvergebung, Aufstehung, das ist alles fest und unverhandelbar und vielleicht ist es wieder dran, diese Grundlagen noch mehr zu studieren.

Aber alles andere ist Tradition: Gottesdienstabläufe, Liedgut, die Sprache, die wir sprechen (so frommes kanaanäisch reden wir ja auch nicht mehr), die Veranstaltungen, die Gottesdienstzeiten, dass muss alles dem Ziel untergeordnet werden, Menschen für Jesus zu gewinnen.

Und diese notwendigen Änderungen dazu muss Gott uns aber klarmachen, das erwarte ich auch von ihm, und möglichst vielen von uns. Und dafür können wir nur beten.

Zusammenfassung

Ich komme zum Schluss.