Einführung
Heute geht es in unserem Text um ein großes Geheimnis (V. 31.32a):
Es geht hier darum, wie man eine glückliche Ehe führen kann.
Und daß das anscheinend nicht so einfach ist, kann man auch daran sehen, daß es unzählige Ratgeberbücher dazu auf dem Markt gibt.
Allerdings geht dieser Bibeltext über die üblichen, allgemeinen Aussagen zum zwischenmenschlichen Zusammenleben hinaus und unterscheidet ziemlich zwischen Mann und Frau und scheint auf den ersten Blick nicht mehr so richtig in unsere Zeit zu passen.
Deshalb würde dieser Abschnitt höchstwahrscheinlich am Ende übrigbleiben, wenn alle Prediger, die hier bisher über die Epheser-Abschnitte gepredigt haben, ihre Abschnitte auswählen dürften.
Ich hatte damals auch nur den Termin zugesagt, ohne genau zu wissen, welcher Text dann auf mich zu kommt.
Nun denn, Gott spricht auch die Bibeltexte, die vielleicht nicht so beliebt sind.
Ich möchte den Text nun lesen:
Ich möchte nun die Text Schritt für Schritt durchgehen und versuchen, Hinweise für eine heutige Ehe zu finden.
Der erste Vers ist die
Überschrift
V.21;
„Einander unterordnen“. In einem ähnlichen Vers, Philipper 2, 3, steht:
In anderen Übersetzungen steht statt „Demut“ „Bescheidenheit“, was wohl das gleiche ist.
Diese Aussagen sind nun nicht unbedingt ehespezifisch, sondern gelten allgemein für das Zusammenleben von Menschen.
„Einander unterordnen“, was heißt denn das eigentlich?
Bei „unterordnen“ denkt man vielleicht an so Aussagen
wie „Ich Cheffe, Du nix!“, aber das ist es nicht.
Ansonsten könnte man das „einander unterordnen“ ja so verstehen,
daß Mo, Mi, Fr ich der Chef bin und Di, Do, Sa meine Frau der Chef
ist.
Und am Sonntag fahren wir zu den Eltern und da ist dann keiner von
uns Chef! ;-)
Das wäre zwar irgendwie gerecht, aber auch sehr unsinnig.
In dem anderen zitierten Vers steht, daß man den anderen höher als sich selbst achten soll. Das hat mit „Befehle erteilen“ erstmal nichts zu tun, sondern es geht darum, daß man den anderen wichtiger als sich selbst nimmt.
In dem zitierten Philipper 2, 3 steht ja als Einleitung Tut nicht aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen!, denn Eigennutz und Eitelkeit bedeutet, daß ich mich höher achte als den anderen.
„Ich bin wichtig“, das bedeutet letztendlich Eigennutz und Eitelkeit.
Aber die Grundlage für ein gutes Miteinander von Menschen ist, den anderen wichtiger als sich selbst zu nehmen.
Vielleicht wird manch einer denken, „He, dann komme ich ja zu kurz“.
Sind wir doch mal ehrlich: Natürlich verschafft einem
ein selbstsüchtiger und eitler Ego-Trip für kurze Zeit ein gutes
Gefühl.
Aber mit Menschen, die sich immer selbstsüchtig und eitel
verhalten, möchte man nicht unbedingt viel zu tun haben und solche
Menschen werden langfristig sehr einsam werden.
Aber ich möchte nicht ausgenutzt werden, könnte jetzt auch als Einwand kommen.
Natürlich nicht, denn das möchte niemand.
Ich möchte dazu noch den nachfolgenden Vers Philipper 2, 4 vorlesen:
Also komme ich schon wieder zu kurz? Nein, denn hier steht das Wörtchen „auch“.
Dieser Vers geht davon aus, daß man üblicherweise ganz selbstverständlich schon dafür sorgt, daß man nicht zu kurz kommt.
Es ist verkehrt, sich selbst als jemand anzusehen, der überhaupt keine Bedürfnisse hat, der überhaupt nichts braucht.
Man soll den anderen höher als sich selbst achten, aber nicht sich selbst als nichts achten.
Ein bißchen ist das eine Gratwanderung zwischen Helfer-Syndrom und Lippenbekenntnissen.
Helfer-Syndrom ist krankhaftes immer-für-den-anderen-da-sein-Wollen und Lippenbekenntnisse bedeuten halt in diesem Fall, daß man zwar sagt, daß der andere einem wichtig ist, das aber nicht lebt.
Dabei gibt es natürlich Leute, die sind mehr als
andere von Gott dazu begabt, sich selber zurückzunehmen und für
andere da zu sein.
Ein extremes Beispiel ist dabei Johannes der Täufer, der als
Erwachsener nur noch für andere Menschen lebte, indem er ihnen vom
kommenden Heiland erzählte und sie taufte. Das einzige, was er für
sich noch in Anspruch nahm, war ein bißchen Einsamkeit in der
Wüste.
So können natürlich nur wenige, von Gott besonders begabte Menschen, leben.
Aber trotzdem: Wenn man sich in einer Gemeinschaft einander unterordnet und den anderen wirklich höher als sich selbst achtet, dann wird sich das in der Atmosphäre, im Umgang, dieser Gemeinschaft spürbar bemerkbar machen.
Ich wollte den Satz erst so formulieren: „Wenn wir in unserer Gemeinde uns einander unterordnen...“ aber das hört sich dann so an, als wäre hier alles ganz furchtbar und es muß ein Ruck durch die Gemeinde gehen, usw.
Aber es ist ja gar nicht so.
Ich bin Mitglied in einem Verein, wo ich aus
Zeitgründen allerdings nur selten hingehe und dort ist die
Atmosphäre zwar nicht schlecht, aber nicht so gut wie hier. Man
merkt hier schon ein bißchen das Einander-Unterordnen.
Das hängt natürlich damit zusammen, daß Jesus Christus hier ist und
uns verändert.
Das Einander-Unterordnen funktioniert auch nur richtig in der
Ehrfurcht vor Jesus Christus.
Natürlich sind wir noch nicht fertig und auch in meinem Leben habe
ich noch viel zu lernen und umzusetzen, aber ich denke man merkt
schon, das Jesus Einfluß auf unsere Gemeinde hat.
Bisher haben wir nur allgemein über das Zusammenleben untereinander gehört, aber diese Prinzipien gelten natürlich im besonderen Maße für die Ehe, wo man ja auf engem Raum zusammenlebt und sich nicht so leicht ausweichen kann.
Und nun wollen wir ein bißchen ehespezifisch werden und kommen zuerst zu den
Anweisungen für die Frau
V. 22-24;
Ich war mal auf Trauung in einer evangelischen Kirche, die mir eher etwas liberaler erschien.
Und im Rahmen der Trau-Liturgie wurden einige Bibeltexte vorgelesen, ich glaube u.a. aus 1. Korinther 13 und dann las er auch „Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi“. Und ich war gespannt, ob er weiter liest, aber das tat er nicht. Vielleicht hat er sich nicht getraut, keine Ahnung.
Wir haben auch gestern im Hauskreis über diesen Text
gesprochen und da trat so ein Magneteffekt ein. Ihr kennt das
sicherlich, daß sich gleiche magnetische Pole abstoßen und
ungleiche anziehen.
Es war gestern so, als hätten alle eine magnetische Brille auf, zum
Beispiel mit dem Pluspol und der Vers 21 mit dem einander
unterordnen hatte einen Minuspol, dann die Verse 22-24, die über
das richtige Verhalten der Frauen sind, haben einen Pluspol und die
Verse danach, die für die Männer, haben wieder einen
Minuspol.
Und immer, wenn wir auf die Verse mit dem Pluspol geguckt haben,
sind wir ruckzuck auf den Vers davor oder die Verse danach
abgerutscht.
(vormachen: „Ihr Frauen, ordnet euch ..... Ordnet euch
einander unter in der Furcht Christi“
oder: „Ihr Frauen, ordnet euch .... Ihr Männer,
liebt eure Frauen, usw.
Dieser Effekt trat bei Frauen und Männern auf; anscheinend haben unsere Augen irgendwie Probleme, sich diesen Text anzusehen.
Aber wir wollen nun unsere magnetischen Brillen absetzen und uns mal auf diese Verse doch etwas genauer betrachten.
Und keine Angst: Es heißt ja einander unterordnen und nachher denken wir auch über die Unterordnung des Mannes nach.
Zuerst ist mir in diesem Text die Aussage, daß der
Mann das Haupt der Frau ist, ins Auge gesprungen. Laut meinem
Freund, dem Pastor in Berlin, steht im griechischen Grundtext auch
wirklich das Wort „Haupt“ oder „Kopf“.
Das der Mann das Haupt seiner Frau ist, steht auch noch an einigen
anderen Stellen.
Aber was heißt das nun? Oberhaupt? Also doch „Ich Cheffe, Du nix“?
Hier ist ja der Vergleich mit Christus und der Gemeinde. Christus ist das Haupt der Gemeinde.
Was kennzeichnet unsere Unterordnung als Gemeinde
gegenüber Christus?
Was ist uns dabei wichtig?
Wir wollen, daß Christus geehrt wird. Wir wollen dazu beitragen, daß die Ziele, die Jesus Christus hat, erreicht werden; z.B. daß viele Menschen ihn kennenlernen.
Wir wollen, daß Jesu Willen passiert.
Wir wollen uns seine Liebe und Größe immer wieder neu bewußt machen.
Wir wollen Hilfe von ihm erwarten und uns auf ihn verlassen.
Aber wir wollen Jesus auch gehorchen. Aber
warum?
Weil er alles weiß und vor allem, weil er es gut mit uns meint.
Vergleichen wir das jetzt mal mit Frau und Mann.
Soll der Mann von der Frau geehrt werden? In gewisser Weise schon.
Auf alle Fälle soll die Frau in ihren nicht in Unehre bringen, in dem sie z.B. schlecht über ihn spricht, auch wenn es vielleicht einen Grund dafür gäbe.
Das würden wir über Jesus auch nicht tun, wobei es da
allerdings nie einen Grund für gäbe.
Also sollst Du, Frau, auch nicht schlecht über Deinen Mann
reden.
Weiterhin soll die Frau die Ziele und Pläne ihres
Mannes unterstützen. Sie soll so dahinter stehen, als wären es ihre
eigenen, denn wir machen uns als Gemeinde auch die Ziele Jesu zu
eigen.
Das bedeutet natürlich nicht, daß die Frau zu allem Ja und Amen
sagt, sondern daß sie sich mit aller Kraft und allem Verstand mit
einbringt. Das würde sie ja auch tun, wenn es ihr eigener Plan
wäre.
Ich habe schon mal das Bild gehört, daß dieser Text
bedeutet, daß der Mann das Haupt ist und die Frau der Hals, der den
Mann trägt.
So richtig glücklich bin ich mit diesem Bild nicht, aber da steckt
natürlich die Wahrheit drinnen, daß ein Mann in seinem
Aufgabenbereich – beruflich, familiär, gemeindlich – ziemlich
versagen kann, wenn seine Frau ihn nicht dabei unterstützt und
seine Aufgaben mit trägt.
Eine Form von Unterordnung ist auch, daß die Frau
Hilfe von ihrem Mann erwartet.
Und dabei geht es nicht nur um Glühbirnen einschrauben, sondern das
sie Geborgenheit bei ihm sucht oder Trost, wenn der Alltag wieder
mal sehr schwierig war.
Ein Vergleich dazu ist 1. Petrus 5, 6.7;
So sollen sich die Frauen auch ihren Männern unterordnen, indem sie alle ihre Sorgen mit ihren Männern teilen, besonders die Dinge, mit denen sie gar nicht klar kommen.
Bisher kann man das ja als Frau noch irgendwie akzeptieren oder schlucken, aber jetzt kommen wir zum Gehorsam.
Witzigerweise war sich gestern nahezu der komplette Hauskreis einig, daß Unterordnung in erster Linie Gehorsam bedeutet. Das kann aber gar nicht sein, weil dann das „Einander Unterordnen“ gar nicht funktionieren würde.
Aber manch einer wird bei diesem Text an alte Zeiten denken, wo der Mann nur dann ein Mann war, wenn er seine Frau herumkommandiert hat.
Für eine Gemeinde spielt der Gehorsam gegenüber Jesus schon eine sehr wichtige Rolle, aber wenn eine Gemeinde ihren Herrn liebt, dann bekommt der Gehorsam eher etwas selbstverständliches.
Genauso wird in einer Ehe die Frau, wenn sie ihren Mann liebt, vieles tun, was ihr Mann möchte. Aber das gilt eigentlich auch umgekehrt, doch dazu kommen wir später.
Problematisch wird es, wenn der Mann Gehorsam einfordert, denn eigentlich sind diese Verse ja an die Frau gerichtet. Sie soll sie hören und umsetzen.
Ich habe auch mal die Auslegung gehört, daß diese Bibelstelle hergibt, daß, wenn sich die Eheleute nicht einigen können, dann der Mann das letzte Wort hat.
Wenn es Situationen gibt, wo eine Entscheidung getroffen werden muß, kann man das sicherlich so machen.
Aber wenn diese Option „des letzten Wortes“ häufig vom Mann in Anspruch genommen wird, dann finde ich das problematisch und es deutet auf Schwierigkeiten in der Beziehung hin.
Die Frau soll sie hören und umsetzen.
Es gibt da noch eine Stelle 1. Petrus 3, 1.2;
Das hört sich auf den ersten Blick auch nach Gehorsam, aber ich denke das die anderen Punkte, die ich vorhin genannt habe, eher die richtige Unterordnung charakterisieren.
Wir hatten da:
- Den Mann ehren und nicht durch schlechtes Über-ihn-Reden in Unehre bringen
- Sie die Ziele und Pläne des Mannes zu eigen machen (sofern möglich)
- Hilfe und Geborgenheit von ihm erwarten
Und als letzten Punkt durchaus tun, was der Mann sagt, was aber, wie gesagt, auch umgekehrt gilt, dabei aber Apostelgeschichte 5, 29 beachten:
Das gilt für Mann und Frau.
Kommen wir nun dazu, wie sich der Mann unterordnen soll:
Anweisungen für den Mann
Die Männer haben doppelt so viel zu tun wie die Frauen, da es hier doppelt so viele Verse sind. ;-)
Ein Mann soll seine Frau so lieben, wie Christus die Gemeinde geliebt hat.
Jesus hat alles gegeben, um die Gemeinde zu bekommen und sie zu heiligen, pflegen und zu nähren.
Manche Männer unternehmen ja nur viel, um die Frau zu bekommen, und dann läßt ihr Eifer merklich nach.
Aber vergleichen wir einmal:
Jesus liebt die Gemeinde und hat sich selbst für sie hingegeben, er hat sich für die Gemeinde kreuzigen lassen. Laut Philipper 2, 7 hat er sich selbst zu nichts gemacht und ist am Kreuz für die Gemeinde gestorben. Er hat das Wohl, und zwar das wirkliche Wohl – nicht den Wohlstand –, zu seinem Hauptinteresse gemacht.
Er möchte die Gemeinde heiligen und reinigen, damit die Gemeinde vor Gott herrlich aussieht.
Wie übertragen wir das jetzt auf Mann und Frau?
Hingabe: Der Mann soll mit Hingabe seine Frau gewinnen und lieben.
In 1. Thessalonicher 4, 4 steht:
Die meisten Ausleger denken, daß es hier darum geht, sich um seine eigene Frau immer wieder neu zu bemühen, aber natürlich ist das auch nicht verkehrt, wenn man als Unverheirateter eine unverheiratete Frau in Heiligkeit und Ehrbarkeit zu gewinnen versucht.
Aber Verheiratete gilt, nicht nach der Hochzeit zu denken: „So, jetzt habe ich die Frau im Sack, jetzt kann ich einmal einen Gang zurückschalten.“, sondern sich immer wieder neu um sie bemühen, aber in Heiligkeit und Ehrbarkeit.
Jesus bemüht sich auch immer wieder neu um seine Gemeinde, und so sollen wir es auch immer wieder tun.
Eine Frau ist eine herrliche Kostbarkeit und Du sollst es Deiner Frau jeden Tag neu zeigen.
Interessant an diesem Text ist, daß als Kennzeichen für Jesus Liebe die Heiligung und die Reinigung zur verherrlichten Darstellung der Gemeinde betont wird.
Man könnte die verherrlichte Darstellung als Entfaltung der Gemeinde ansehen, so wie Jesus sich das gedacht hat. Wir können ja unsere Persönlichkeit am Besten entfalten, wenn wir so werden, wie Jesus sich das vorstellt.
Wie sieht das nun bei Mann und Frau aus?
Es geht hier natürlich nicht darum, daß der Mann seiner Frau ein paar Schönheits-OPs bezahlt.
Aber es geht darum, daß er dazu beiträgt, daß seine Frau sich entfalten kann und eine Frau ist ja erst dann wirklich schön, wenn sie auch innerlich schön ist.
Und dieser Entfaltung seiner Frau sollte der Mann mit all seiner Kraft und Hingabe dienen.
Unzufriedenheit oder sogar Verzweiflung macht eine Frau nicht innerlich schön und in diesem Fall hat Mann versagt und nicht seine Aufgabe wahrgenommen.
Steht bei Dir, Mann, die innere Schönheit, die Zufriedenheit, Deiner Frau über Deiner eigenen Zufriedenheit? Ordnest Du, Mann, Deine Zufriedenheit der Zufriedenheit Deiner Frau unter?
Natürlich gehört dazu auch, daß der Mann nicht schlecht vor anderen über seine Frau spricht. Das würde ihre „verherrlichte Darstellung“ natürlich torpedieren.
Ein weiterer, interessanter Aspekt in diesem Text ist die Aussage, daß die Männer schuldig sind, ihre Frauen zu lieben.
Es ist, Mann, Deine Pflicht, Deine Frau zu lieben.
Das paßt irgendwie gar nicht zu heutigen Liebesgeschichten, wo das Scheitern von Ehen häufig damit begründet wird, daß man die neue Partnerin ja lieben würde und gar nicht anders könnte.
Man kann anders. Verliebtheit ist ein Gefühl und Liebe ist eine, nämlich Deine, Willensentscheidung.
Willst Du Deine Frau lieben? Tue es, es ist Deine Pflicht und es ist der richtige Weg zu einer glücklichen Ehe.
Vergleich Mann und Frau
Wenn man das mal so vergleicht, dann sind die Anweisungen für Frauen und Männer sehr ähnlich.
Ich fasse sie noch mal zusammen, wobei man natürlich sagen muß, daß die folgenden Aussagen schon eine ziemliche Interpretation meinerseits sind.
Für die Frau in Kurzform:
- Den Mann ehren und nicht durch schlechtes Über-ihn-Reden in Unehre bringen
- Sich die Angelegenheiten des Mannes, seine Ziele und Pläne, zu eigen machen
- Hilfe und Geborgenheit von ihm erwarten
- auf ihn hören
Für den Mann in Kurzform
- Mit Hingabe lieben
- Ihre Entfaltung und Zufriedenheit über die eigene Zufriedenheit stellen
- Nicht schlecht über sie reden
Diese Aussagen scheinen nicht geschlechtsspezifisch zu sein und man könnte sie auch tauschen.
Warum also nicht allen dasselbe sagen?
Am Ende unseres Bibeltextes steht nochmal (V.33):
Der Text geht auf die Schwächen und Stärken von Mann und Frau ein, welche im statistischen Mittel unterschiedlich sind. Natürlich kann das individuell noch anders sein.
Die meisten Männer, denke ich, wollen als Männer
ernstgenommen werden. Sie reagieren empfindlich, wenn sie nicht
ernstgenommen werden. Das kann natürlich gerade in einer Ehe zu
Problemen führen.
Von daher ist es wichtig, daß die Frau an diesem Punkt sehr
sensibel ist.
In der hier verwendeten Übersetzung, Luther, steht „ehren“, in der Elberfelder steht „Ehrfurcht“, in anderen Übersetzungen steht „achten“, aber alle diese Übersetzungen drücken aus, daß der Mann sich von seiner Frau ernstgenommen fühlen muß. Das ist sicherlich ein Grund, warum hier diese besondere Anweisung an die Frauen steht.
Eine häufige Schwäche von Frauen ist auch, daß sie ihre Männer manipulieren können. Sie kriegen oft ihre Männer dazu, daß zu tun, was sie wollen, ohne das die Männer das richtig merken.
Auch das kann zu Problemen führen, wenn der Mann als Reaktion darauf anfängt, sich zurückzuziehen, weil er sich seiner Frau in diesen Dingen nicht gewachsen fühlt.
Vielleicht wird auch deswegen im Text das Unterordnen betont, denn das Manipulieren ist das Gegenteil von Unterordnen und bringt eine Beziehung in Gefahr.
Ein Problem bei Männern ist die visuelle Orientierung. Manchmal ist es leider wahr: Männer können besser gucken als denken.
Hier sind die Männer gefordert, daß sie ihre eigenen Frauen lieben und sich mit ganzer Kraft ihnen zuwenden und nicht wie ein Schmetterling von Blume zu Blume fliegen.
Frauen scheinen in der Hinsicht empfindlich zu sein, daß sie, mehr als die Männer, spüren wollen, daß sie geliebt werden. Ich muß gestehen, daß kenne ich mehr aus dem Fernsehen, wo die Frauen in Beziehungsfilmen öfter mal ihre Männer bitten, ihre Liebe mit Worten zu gestehen.
Ich glaube, daß das so ist, daß Frauen spüren wollen, daß ihr Mann sie liebt. Und Männer tun sich oft schwer, daß ihren Frauen zu zeigen.
Von daher macht diese spezielle Anweisung an die Männer, ihre Frauen zu lieben, im besonderen Maße Sinn.
Zusammenfassung
Ich habe versucht, diesen Text auf die heutige Zeit hin auszulegen.
Aber wie Paulus es schon sagt: (V.31.32a)
Dieser Text ist ein geistgewirkter Versuch, das Geheimnis einer glücklichen Ehe am Bild der Gemeinde zu erläutern.
Man kann bei der Textbetrachtung von zwei Seiten vom Pferd fallen.
- Man stellt sich auf den Standpunkt, daß alle Menschen verschieden sind und daher eine geschlechtsspezifische Betrachtung unsinnig ist.
- Man betrachtet diesen Text als Gesetzbuch und interpretiert dort Gebote hinein, die da gar nicht drinstehen.
Beide Sichtweisen werden diesem Text nicht gerecht.
Es gibt Unterschiede zwischen Mann und Frau.
Aber man muß gemeinsam mit seinem Ehepartner die Umsetzung in den praktischen Alltag erarbeiten.
Und wenn man das alles unter der Überschrift tut: V.21
dann kann mit seinem Ehepartner in Jesus Christus eine glückliche Ehe erleben.
AMEN