Elia Teil 1

Gottesdienst , , , Evangelisch-freikirchliche Gemeinde Leichlingen

Vorgeschichte

Heute möchte ich gerne mit Euch eine Person aus dem alten Testament betrachten: Elia.

Elia stammte aus einem Dorf im Ostjordanland mit Namen Tischbe, welches zum israelitischen Nordreich gehörte. Er lebte wohl als wandernder Prophet.

Der König Ahab dieses Nordreichs, der zu dieser Zeit herrschte, wurde in 1. Könige 16,30-33;NL so dargestellt:

30 Doch Ahab tat, was dem Herrn missfiel, mehr als alle Könige vor ihm. 31 Und als genügte es noch nicht, ein Leben wie Jerobeam, der Sohn Nebats, zu führen, nahm er auch noch Isebel, die Tochter von Etbaal, dem König von Sidon, zur Frau und begann, den Baal anzubeten. 32 Zuerst baute er dem Baal in Samaria einen Tempel und darin einen Altar. 33 Dann ließ er ein Ascherabild aufstellen. Er tat mehr, was den Zorn des Herrn, des Gottes Israels, erregte, als alle Könige Israels vor ihm.

Also, er war der schlimmste von allen.

Dieser Baal, den er mit seiner Frau in Israel eingeführt hat, wurde zum einen als Wettergott verehrt. Also, von Baal wurde geeignetes Wetter wie Regen für die Landwirtschaft erwartet. Dazu wurden im Rahmen dieses Baals-Kult auch teilweise Kinder geopfert; das war also ein ziemlich grausamer Kult. Dazu lies Ahabs Frau Isebel die meisten der Propheten Gottes ermorden, davon hören wir noch später.

Nun tritt Elia in 1. Könige 17,1;NL so auf:

Und Elia aus Tischbe in Gilead sagte zu Ahab: »So wahr der Herr, der Gott Israels, lebt - der Gott, dem ich diene: Die nächsten Jahre wird weder Tau noch Regen fallen, es sei denn, ich ordne es an!«

Das ist ein starker Auftritt und es trifft auch ein, was Elia vorausgesagt hat. Wenn man nun bedenkt, dass Baal als Wettergott verehrt wurde, macht sich eine lang andauernde Trockenheit nicht so gut.

Aber da springt mich schon die erste Frage an: Hat Gott ihm den Auftrag zu dieser Vorraussage gegeben oder ist er selber auf die Idee gekommen? Es könnte ja sein, dass Elia durchs Land gezogen ist und sich über den Baals-Kult geärgert hat: „Baal, Wettergott, lächerlich. Das ist doch nur eine tote Statue.“ Und dann betet Elia: „Oh Herr, schenk doch, dass es nicht mehr regnet, damit Israel erkennt, dass Baal ein Nichts, ein toter Götze ist.“

Laut Jakobus 5, 17.18; NGÜ war es vielleicht so:

17 Elia war ein Mensch wie wir, und als er Gott im Gebet anflehte, es möge nicht regnen, fiel drei Jahre und sechs Monate lang im ganzen Land kein Regen. 18 Danach betete er erneut, und diesmal ließ der Himmel es regnen, und das Land brachte wieder seine Früchte hervor.

Wir stellen uns das wahrscheinlich eher so vor, dass Gott zum Elia gesagt hat: „Geh hin und kündige eine große Trockenheit an!“ Und Elia verkündigt es dann als gehorsamer Herold. Aber so war es nicht. Er hat um die Trockenheit gebeten und Gott hat es erhört und erfüllt.

Das ist ein nicht unwichtiges Detail. Elia war ein Mensch, mit Stärken und Schwächen und die Bibel beschreibt von ihren Hauptpersonen sehr oft nicht nur positive sondern auch negative Seiten, oder auch zwiespältige Seiten, wo man selbst so ein bißchen überlegen muss, was man davon halten soll.

Wie geht es nun nach Ankündigung der Trockenheit weiter? Gott befiehlt ihm die Flucht, denn offensichtlich ist er nun in Gefahr, weil seine Ankündigung und auch die dann wirklich eintreffende Trockenheit bekannt wird.

Danach kommen zwei Episoden: Elia wird erst von Raben mit Brot und Fleisch am Bach Krit versorgt. Und als der Bach austrocknet wohnt bei einer Witwe, wo er das Wunder tut, dass Mehl und Öl nicht alle wird.

Diese beiden Geschichten kennt ihr vielleicht schon. Es sind auch bekannte Sonntagsschulgeschichten und man kann sie in 1. Könige 17 nachlesen.

Elia kommt zurück

1. Könige 18, 1;NL

1 Die Monate vergingen, und im dritten Jahr sprach der Herr zu Elia: »Geh und zeige dich Ahab. Ich will dem Land Regen schicken!«

Egal, wie selbstständig Elia hier gehandelt hat, Gott hat natürlich die Situation im Griff und anscheinend ist es jetzt Zeit, dass es wieder regnet.

2 Da ging Elia, um sich Ahab zu zeigen. Inzwischen war in Samaria eine große Hungersnot ausgebrochen. 3 Deshalb ließ Ahab seinen Palastvorsteher Obadja rufen, der ein treuer Anhänger des Herrn war. 4 Er hatte einst, als Isebel alle Propheten des Herrn töten ließ, 100 Propheten in zwei Höhlen verborgen, in jeder Höhle 50, und hatte sie mit Essen und Trinken versorgt. 5 Ahab sagte zu Obadja: »Geh durch das Land zu jeder Quelle und jedem Bach und sieh, ob wir Gras finden, um die Pferde und Maultiere zu retten, damit wir nicht alles Vieh sterben lassen müssen.« 6 Sie teilten das Land zwischen sich auf, um es zu durchsuchen. Ahab ging in die eine Richtung, Obadja in die andere.

Die Trockenheit war ein großes Problem. Und hier taucht eine weitere interessante Person auf, Obadja. Ob das gleichzeitig der Prophet ist, der das Buch „Obadja“ geschrieben hat, weiß ich nicht. Es tauchen insgesamt 11 Personen in der Bibel mit diesem Namen auf, da ist eine Zuordnung schwierig.

Dieser Obadja war ein Anhänger des Herrn. Er hat sogar heimlich 100 Propheten gerettet. Das war natürlich verboten und daher ging er ein großes Risiko ein und ließ sich das was kosten. Aber trotzdem schien Ahab nur ihm zu vertrauen.

Bei Diktatoren ist das ja oft so, dass viele sich die krummen Touren der Herrscher zum Vorbild nehmen und seinerseits mit krummen Touren den jetzigen Inhaber der Herrschaft absägen wollen. Da kann die Anzahl der Leute, auf die sich ein Diktator verlassen kann, schon recht klein werden. Viele in Ahabs Umfeld waren sicherlich auch käuflich, weil ja auch Ahab nur seinen eigenen Vorteil gesucht hat. Warum sollten seine Lakaien das nicht genauso machen?

Aber Obadja war verläßlich und vertrauenswürdig. Hierbei ist er jedem Christen ganz klar ein Vorbild. Sind wir auch verläßlich und vertrauenswürdig?

Obadja war aber nicht nur ein Held.

7 Als Obadja unterwegs war, kam ihm Elia entgegen. Als er ihn erkannte, warf er sich vor ihm auf die Erde. »Bist du es wirklich, mein Herr Elia?«, fragte er. 8 »Ja, ich bin es«, antwortete Elia. »Nun geh und sag deinem Herrn: `Elia ist da.´« 9 »Aber, Herr«, protestierte Obadja, »was habe ich dir getan, dass du deinen Diener an Ahab auslieferst, der mich ganz sicher töten wird? 10 So wahr der Herr, dein Gott, lebt, der König hat dich in jedem Volk und jedem Königreich suchen lassen. Und jedes Mal, wenn man ihm sagte: `Elia ist nicht hier´, ließ Ahab das Reich oder das Volk schwören, dass sie dich nicht gefunden hatten. 11 Und nun sagst du zu mir: `Geh und sag deinem Herrn: Elia ist hier´! 12 Sobald ich dir den Rücken gekehrt habe, wird der Geist des Herrn dich wer weiß wohin bringen. Wenn ich zu Ahab gehe und ihm Bescheid sage, und dann kommt er und findet dich nicht, so wird er mich töten. Dabei bin ich seit meiner Jugend ein treuer Diener des Herrn gewesen. 13 Mein Herr, hat dir denn niemand erzählt, was ich tat, als Isebel die Propheten des Herrn tötete? Ich habe 100 von ihnen in zwei Höhlen verborgen und mit Essen und Trinken versorgt. 14 Und jetzt sagst du zu mir: `Geh und sag deinem Herrn: Elia ist hier!´ Er wird mich umbringen!« 15 Doch Elia antwortete: »So wahr der Herr, der Allmächtige, lebt, dem ich diene, ich werde mich Ahab noch heute zeigen.« 16 Da machte sich Obadja auf den Weg zu Ahab und sagte es ihm, und Ahab ging Elia entgegen.

Obadja war auch ganz schön ängstlich. Aber wer will es ihm verdenken? Angst gehört dazu. In Johannes 16, 33 sagt uns Jesus auch voraus, dass wir in der Welt bedrängt werden oder Angst haben - je nach Übersetzung - und das ist ja auch so. Wir sind jetzt nicht immer in so einer gefährlichen Situation wie Obadja hier, aber auch wir haben manchmal oder oft Angst vor Krankheit, Anfeindungen, Versagen, usw. da fällt jedem sicherlich genug ein. Aber Jesus hat in diesem Vers Johannes 16, 33 uns auch zugesagt, dass wir uns nicht zu fürchten brauchen, denn er hat die Welt besiegt.

Aber kommen wir zu Elia zurück. Ahab hat Elias Prophezeiung durchaus ernst genommen, sonst hätte er ihn nicht überall suchen lassen. Interessant dabei ist auch Ahabs Begrüßung (V.17):

»Bist du es, der Israel ins Unglück gestürzt hat?«, fragte Ahab, als er ihn sah.

Was hat Ahab eigentlich geglaubt? Anscheinend hat er seine Baals-Propheten nicht besonders ernstgenommen, denn wenn die Baals-Regilion die wahre ist - und Baal kennt sich ja mit dem Wetter aus - , warum sollte man sich überhaupt für seinen Wanderprediger wie Elia interessieren. Das ist doch dann völlig egal, was der sagt.

Elia hat die Trockenheit ja ganz deutlich im Namen des Herrn, des Gottes Israels, angekündigt. Und Ahab hat das nachher ernstgenommen und Elia suchen lassen. Aber er hat sich nicht Gott zugewandt. Vielleicht war er sogar von der Existenz Gottes überzeugt, aber er hat ihn nicht in sein Leben hineingelassen und weiterhin sein eigenes Ding gemacht. Gibt es heute auch noch Menschen, die so denken? Also, Gott gibt es, ganz klar, aber in meinem Leben hat der nichts zu sagen! Ich denke schon, dass es solche Menschen gibt. Ich habe dazu im Internet eine Statistik gefunden, das in Gesamtdeutschland 58 % der Einwohner an Gott glauben. Aber in dieser Statistik steht leider nicht, ob die Befragten auch wollen, dass Gott in das persönliche Leben irgendwie Einfluss nimmt. Und das ist aber der Knackpunkt.

Elias Antwort auf Ahabs Vorwurf war folgende (V.18):

»Nicht ich habe Israel ins Unglück gestürzt«, entgegnete Elia, »sondern du und die Familie deines Vaters, denn ihr wolltet den Geboten des Herrn nicht gehorchen und stattdessen hast du die Bilder des Baal angebetet.

Das ist eine ziemliche Hammeraussage: Weil Du an den falschen Gott glaubst, hast Du Probleme, persönliche wie auch gesellschaftliche! Das Unglück kommt durch Deine falsche Religion, das sagt Elia letztendlich hier.

Das darf man heute gar nicht öffentlich sagen, dann wäre man ja intolerant.

Stimmt das denn überhaupt? Gibt es Menschen, die bestimmte Probleme haben, weil sie nicht mit Jesus leben? Also, mit Jesus hätten sie diese Probleme nicht? Ja, davon bin ich überzeugt, weil ich glaube, dass Gottes Kraft real ist und das wirklich eine Veränderung in einem Menschen vorgeht, wenn man sein Leben Jesus gibt.

Natürlich haben auch Menschen, die ihr Leben Jesus Christus gegeben haben, Probleme und Sorgen und machen auch Fehler, ganz klar. Aber ohne Jesus Christus handelt man sich noch mehr Probleme ein, da bin ich von überzeugt.

Aber wie ist das gesellschaftlich zu sehen? Mal platt gesagt: Ist ein z.B. islamisches geprägtes Land gegenüber einem christlich geprägtem Land im Nachteil, wegen der Religion? Man muss bei solchen Betrachtungen natürlich auch noch andere Faktoren wie jetzt das Regierungssystem, die Bodenschätze, usw. berücksichtigen. Und dazu kommt auch immer noch die Frage: Wie christlich ist denn ein sogenanntes „christlich“ geprägtes Land wirklich?

Ich habe vor Jahren mal in der Zeitung „Die Welt“ einen interessanten Artikel über die Pfingstbewegung in Lateinamerika gelesen. Welches Land das jetzt genau war, weiß nicht mehr. Der Autor hat katholische Menschen mit pfingstlichen Menschen verglichen und statistisch schien das so zu sein, dass es den Pfingstler materiell besser als den Katholiken ging, statistisch gesehen natürlich. Ich habe im Internet ein bißchen dazu gesucht, und da gibt es tatsächlich Studien, dass das oft so ist.

Das hängt damit zusammen, dass die katholische Lehre oft in die Richtung geht, dass man die aktuellen Zustände einfach so hinnimmt, während die Pfingstler sich ändern wollen und ihnen auch gesagt wird, dass sie nach Wohlstand streben sollen und das Gott ihnen auch Wohlstand schenken möchte.

Von der Bibel her ist diese Wohlstandsache natürlich etwas bedenklich, aber die Pfingstler werden auch in säkularen Zeitungsartikeln so geschildert, dass sich ihr Leben ändert: Z.B. keine Drogen mehr, kein Alkohol, keine Prostituiertenbesuche mehr, usw und so ein neues Leben hat natürlich zusätzlich auch noch den Effekt, dass es wirtschaftlich erfolgreicher ist. Dazu sind viele Pfingstgemeinden in Südamerika kleiner und können sich so besser umeinander kümmern.

Ich glaube, dass gilt auch nicht nur für Pfingstler sondern auch für andere Freikirchen in Lateinamerika, aber in den Zeitungen wird nicht immer so korrekt unterschieden.

Man darf dabei natürlich auch nicht vergessen, dass es auch dubiose freikirchliche Gruppierungen gibt, bei denen die Leiter durch das Geld ihrer Gläubigen reich geworden sind.

Kommen wir zurück zu Elias Aussage:

»Nicht ich habe Israel ins Unglück gestürzt«, entgegnete Elia, »sondern du und die Familie deines Vaters, denn ihr wolltet den Geboten des Herrn nicht gehorchen und stattdessen habt ihr den falschen Gott angebetet.

Eine Aussage mit Zündstoff!

Und es geht noch weiter.

Der Wettstreit

Elia sagt zu Ahab, ja er befiehlt ihm geradezu und Ahab als König macht das alles mit.

19 Ruf nun das ganze israelitische Volk auf dem Berg Karmel zusammen, auch die 450 Propheten Baals und die 400 Propheten der Aschera, die an Isebels Tisch sitzen.« 20 Da schickte Ahab Boten zu allen Israeliten und rief die Propheten auf dem Berg Karmel zusammen. 21 Elia stellte sich vor das Volk und sagte: »Wie lange wollt ihr noch hin- und herschwanken? Wenn der Herr Gott ist, folgt ihm! Wenn aber Baal Gott ist, dann folgt ihm!« Doch das Volk schwieg.

Entscheidung? Nee, wir halten uns lieber alle Optionen offen. Man kann doch gar nicht wissen, was richtig ist! Man diskriminiert doch den anderen, wenn man sich für einen Glauben entscheidet, denn alleine durch seine Entscheidung sagt man ja schon aus, dass der andere Glaube falsch ist.

Israel war damals schon sehr modern. Stichwort „multioptionale Gesellschaft“, das haben wir ja heute. Sich festlegen, sich entscheiden, das ist schwierig, das ist blöd.

22 Da sagte Elia zu ihnen: »Ich bin als einziger Prophet des Herrn übrig geblieben, Baal dagegen hat 450 Propheten. 23 Holt zwei Stiere. Die Propheten Baals sollen sich einen aussuchen, ihn in Stücke zerschneiden und auf das Holz legen, doch ohne es anzuzünden. Ich werde den anderen Stier vorbereiten und auf das Holz legen, es aber ebenfalls nicht anzünden. 24 Dann ruft ihr den Namen eures Gottes an, und ich werde den Namen des Herrn anrufen. Der Gott, der mit Feuer antwortet, ist der wahre Gott!« Und das Volk antwortete: »Das ist gut.«

Ich habe mir schon einmal überlegt, ob man so etwas heute noch machen könnte: Eine Art Gebetswettstreit. Vielleicht mit den Zeugen Jehovas z.B.? Oder mit Moslems?

Vom Gefühl her halte ich es nicht so für eine gute Idee, aber man kann ja einmal darüber nachdenken. Man muss ja nicht unbedingt einen Stier dazu zerlegen.

Das Volk findet es gut. Vielleicht war doch eine Sehnsucht nach Klarheit, nach Wahrheit vorhanden. Dieses Beliebige kann einen auch fertig machen. Was ist denn die Wahrheit? Wem kann man denn vertrauen?

25 Da sagte Elia zu den Baalspropheten: »Wählt einen Stier und bereitet ihn zuerst vor, denn ihr seid viele. Dann ruft den Namen eures Gottes an. Aber setzt das Holz nicht in Brand.« 26 Sie bereiteten den Stier vor, den man ihnen gab. Dann riefen sie den ganzen Vormittag lang den Namen des Baal an: »Baal, antworte uns!« Aber es kam keine Antwort. Daraufhin tanzten sie um den Altar, den sie errichtet hatten. 27 Gegen Mittag begann Elia, sie zu verspotten. »Vielleicht solltet ihr etwas lauter rufen«, höhnte er, »denn er ist doch ein Gott! Mag sein, er ist tief in Gedanken, oder vielleicht hat er zu tun. Oder er ist auf Reisen, oder er schläft und muss geweckt werden!« 28 Da schrien sie lauter und ritzten sich, wie es Brauch bei ihnen war, mit Messern und Schwertern, bis das Blut floss. 29 Nach dem Mittag gerieten sie in Ekstase, bis die Zeit des Speiseopfers gekommen war, aber es erklang keine Stimme, es kam keine Antwort, nichts regte sich.

Kann es sein, dass es diesen Gott „Baal“ gar nicht gibt? Kann es sein, dass nicht alle Religionen den selben Gott meinen? Kann es sein, dass das biblische Wort für „Götze“ die Grundbedeutung „Nichts“ zurecht hat? In der Bibel ist ein Götze ein „Nichts“.

Mit solchen Fragen macht man sich heute keine Freunde, aber man kann ihnen nicht ausweichen. Ist eine Religion nur deshalb wahr, weil die Vorfahren eines Volks vor hunderten von Jahren dazu gezwungen wurden, daran zu glauben?

Das Verspotten durch Elia ist zwar irgendwie komisch, aber grundsätzlich richtig finde ich das nicht. Vielleicht war es in dieser konkreten Situation angemessen, um dem Volk die Notwendigkeit einer Entscheidung deutlich zu machen, aber ansonsten würde ich Abstand von der Verspottung Andersdenkender nehmen.

Tragisch ist hier, dass die Baals-Priester viel persönlichen Einsatz bringen. Sie rufen und tanzen wie toll, ritzten sich und gerieten in Ektase. Ihr Glaube war ihnen viel wert und wahrscheinlich waren sie auch überzeugt, aber Baal war ein „Nichts“.

30 Da forderte Elia das Volk auf: »Kommt hier herüber!« Sie drängten sich um ihn, als er den Altar des Herrn, der eingerissen worden war, wieder aufbaute. 31 Er nahm zwölf Steine, einen für jeden Stamm der Söhne Jakobs, zu dem der Herr gesprochen hatte: »Dein Name soll Israel sein«, 32 und mit diesen Steinen baute er einen Altar im Namen des Herrn. Dann hob er einen Graben rund um den Altar aus, so breit, dass er zwei Maß Saatkörner fasste. 33 Er häufte Holz auf den Altar, zerteilte den Stier in Stücke und legte die Fleischstücke auf das Holz. 34 Dann sagte er: »Füllt vier große Vorratskrüge mit Wasser und gießt sie über das Opfer und das Holz.« Danach sagte er zu ihnen: »Tut dasselbe noch einmal!« Und schließlich sagte er: »Nun tut es ein drittes Mal!« Und sie taten es ein drittes Mal, 35 und das Wasser lief am Altar hinunter und füllte sogar den Graben. 36 Als die Zeit für das Speiseopfer gekommen war, trat der Prophet Elia heran und betete: »Herr, Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, zeig uns heute, dass du Gott in Israel bist und dass ich dein Diener bin und all dies auf deinen Befehl hin getan habe. 37 Antworte mir, Herr! Antworte mir, damit dieses Volk erkennt, dass du, Herr, Gott bist und dass du ihre Herzen zurückerobert hast.« 38 Da ließ der Herr Feuer herabfallen und setzte das Opferfleisch, das Holz, die Steine und die Erde in Brand und trocknete sogar den Graben aus. 39 Als das Volk das sah, warfen die Menschen sich zu Boden und riefen: »Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott!«

Gott stellt sich eindeutig zu Elia. Er betet und Gott erhört sein Gebet. Vorher inszeniert er natürlich schon einiges. Aber er war sich seiner Sache völlig sicher. Und er wollte sich nicht selber darstellen, sondern das Volk sollte erkennen, dass der Herr der wahre Gott ist.

Und das Volk ist auch sehr beeindruckt und bekennt den wahren Gott. Aber so richtig dauerhaft ist das nicht, wenn man im 1. Könige weiterliest. Also eine Rückeroberung der Herzen würde ich das nicht nennen, eher ein kurzlebiges Aha-Erlebnis. Aber wie gesagt, Gott hat sich eindeutig zu Elia gestellt.

Und dann kommt noch ein Nachsatz, den ich ziemlich schwierig finde:

40 Da gebot Elia ihnen: »Ergreift die Baalspropheten. Nicht ein Einziger darf entkommen!« Und sie ergriffen sie alle, und Elia ließ sie an den Bach Kischon hinunterbringen und tötete sie dort.

Hier würde ich mir ein anderes Ende wünschen, z.B. „Die Baalspropheten erkannten ihren falschen Weg und kehrten zum Herrn um.“ Sie bekommen aber auch gar nicht die Gelegenheit dazu. Die waren zwar alle damals generell gewalttätiger drauf, aber ich tendiere dazu, dass Elia hier in seinem Eifer übers Ziel hinausschießt.

Man darf sich allerdings nicht vertun: Gott übt sehr wohl auch Rache und Gericht und es gibt auch Stellen im alten Testament, wo er Gericht und Rache auch durch Menschen anordnet. Aber das halte ich für spezielle Fälle der alttestamentlichen Zeit und in diesem Text ordnet Gott ja auch nichts an.

Universell, damals wie heute, gilt wohl, was Gott in 5. Mose 32, 35a sagt:

Mir allein steht es zu, Rache zu nehmen und Vergeltung zu üben.

Das greift Paulus ja in Römer 12, 17-21 auf und ergänzt es noch damit, dass man seinen Feind mit guten Taten beschämen und damit den Rachekreislauf am ehesten durchbrechen kann. Außerdem ist Rache so ein schwieriges Thema, dass sollte man sowieso Gott überlassen.

Wenn radikale Glaubenskrieger aller Religionen wenigsten an die Allmacht ihrer Götter glauben würden und ihren Göttern auch alleine das Recht auf Rache zugestehen würden, dann würde es weniger Probleme auf der Welt geben.

Diese Ermordung oder Hinrichtung der Baalspropheten (ich bin mir nicht ganz klar, welches Wort hier besser passt) kann natürlich ein Bild für uns sein, dass wir manche Dinge aus unserem Leben entfernen müssen, wenn wir uns Jesus Christus zuwenden. Vielleicht sind es fiese Angewohnheiten, mit denen wir unser Umfeld quälen, vielleicht sind es Dinge wie Drogen oder schlechte Literatur wie Pornos, da muss man sich natürlich selber prüfen.

Ansonsten schien das ja ein positives Ende zu sein, weil sich das Volk ja scheinbar wieder Gott zugewandt hat.

Es kommt dann auch der Regen (V.41-46):

41 Dann sagte Elia zu Ahab: »Geh hin, iss und trink! Denn ich höre einen mächtigen Regensturm heranziehen!« 42 Also machte Ahab sich auf, um zu essen und zu trinken. Elia aber stieg auf den Gipfel des Karmel hinauf, kauerte sich auf den Boden und legte den Kopf zwischen die Knie. 43 Dann sagte er zu seinem Diener: »Geh und schau zum Meer hinaus.« Der Mann ging und schaute, dann sagte er: »Ich sehe nichts.« Elia sagte zu ihm: »Geh noch mal hin«, und sieben Mal ging er. 44 Beim siebten Mal endlich meldete ihm der Diener: »Ich sah eine kleine Wolke, etwa so groß wie die Hand eines Mannes, über dem Meer auftauchen.« Da rief Elia: »Lauf zu Ahab und sage ihm: `Steig in deinen Streitwagen und fahre los, damit dich der Regen nicht daran hindert!´« 45 Und im nächsten Augenblick wurde der Himmel schwarz von Wolken. Ein heftiger Wind kam auf und brachte starken Regen, und Ahab bestieg seinen Wagen und fuhr nach Jesreel. 46 In diesem Augenblick kam die Kraft des Herrn über Elia. Er gürtete seinen Mantel und lief den ganzen Weg nach Jesreel vor Ahab her.

Ich nehme an, Elia hat auch hier gebetet, auch wenn es nicht ausdrücklich hier steht und Gott hat sich wieder zu ihm gestellt. Allerdings hatte Gott ja auch angekündigt, dass er es wieder regnen lassen wollte. Und seine Kraft kam über Elia, so dass er vor Ahab her laufen konnte. Eindrucksvoller konnte Gott sich kaum zu seinem Propheten stellen.

Elias Flucht

Es geht aber anders weiter: (1. Könige 19, 1-9; NL)

1 Ahab erzählte Isebel alles, was Elia getan hatte und wie er alle Baalspropheten mit dem Schwert getötet hatte. 2 Daraufhin schickte Isebel einen Boten zu Elia und ließ ihm ausrichten: »Die Götter sollen auch mich töten, wenn ich nicht morgen um diese Zeit das Gleiche mit dir tue, wie du es mit ihnen gemacht hast.« 3 Da bekam Elia Angst und floh um sein Leben. Er ging nach Beerscheba in Juda; dort ließ er seinen Diener zurück. 4 Er aber ging allein eine Tagesstrecke weit in die Wüste. Schließlich sank er unter einem Ginsterstrauch nieder, der dort stand, und wollte nur noch sterben. »Ich habe genug, Herr«, sagte er. »Nimm mein Leben, denn ich bin nicht besser als meine Vorfahren.«

Sein Mut, sein Elan, seine Kraft, alles weg. Wo war sein Vertrauen auf Gott? Jetzt saß er da unter diesem Ginsterstrauch.

Gestattet mir eine kurze Anekdote dazu. Ich habe sie vielleicht schon einmal erzählt. Es muss so 1997 gewesen, da hatte ich hier eine Teenie-Gruppe und wir waren mit dieser Gruppe bei einer Evangelisation in Baumberg. Der Evangelist stand kurz vor der Rente und sagte auch, dass das dieser Einsatz hier sein letzter wäre.

Er predigte über diesen Abschnitt aus 1. Könige 19 und rief immer wieder aus: „Und wenn auch Du unter dem Ginsterstrauch Deines Lebens sitzt...“

Es war ein Jugendlicher dabei, der hatte von Anfang an überhaupt nicht verstanden, wovon der Prediger sprach, und schaute mich verständnislos an: „Was will der Lutscher?“ waren seine Worte.

Ich habe dann neben ihm gesessen und die Predigt simultan in eine Sprache übersetzt, die der Jugendliche verstanden hat. Das war auch für mich eine interessante Erfahrung.

Aber wie war denn Elias Situation unter dem Ginsterstrauch? Nach diesem großen Erfolg bekam er auf einmal panische Angst und floh. Und als er nicht mehr kann, will er nicht mehr. Er fühlte sich wie ein Versager.

Kennen wir das? Vielleicht fühlen wir uns in der Gemeindearbeit so, vielleicht in unserer Beziehung, vielleicht im Beruf. In der Vergangenheit gab es tolle Erlebnisse und Erfolge, aber jetzt? Ausgebrannt, man weiß nicht mehr, wie es weitergeht und fühlt sich total allein.

Gott läßt ihn aber nicht hängen und Gott wird Dich und mich auch nicht hängen lassen, falls es uns einmal ähnlich geht.

5 Dann legte er sich hin und schlief unter dem Strauch ein. Doch plötzlich berührte ihn ein Engel und sagte zu ihm: »Steh auf und iss!« 6 Er blickte um sich und sah ein Stück auf heißen Steinen gebackenes Brot und einen Krug Wasser bei seinem Kopf stehen. Also aß und trank er und legte sich wieder hin. 7 Da kam der Engel des Herrn ein zweites Mal, berührte ihn und sagte: »Steh auf und iss, denn vor dir liegt eine lange Reise!« 8 Er erhob sich, aß und trank, und das Essen gab ihm genug Kraft, um 40 Tage und Nächte bis zum Berg Gottes, dem Horeb, zu wandern. 9 Dort fand er eine Höhle, in der er die Nacht verbrachte. Doch der Herr sprach zu ihm: »Was tust du hier, Elia?«

Gott gibt ihn nicht auf, hilft ihm in seiner Down-Phase und richtet ihn wieder ein bisschen auf. Aber er hinterfragt ihn auch und wir müssen uns von Gott auch immer wieder hinterfragen lassen.

Was tust Du jetzt und hier in Deiner Situation?

10 Elia antwortete: »Ich habe dem Herrn, Gott, dem Allmächtigen, von ganzem Herzen gedient. Denn die Israeliten haben ihren Bund mit dir gebrochen, deine Altäre niedergerissen und deine Propheten getötet. Ich allein bin übrig geblieben, und jetzt wollen sie auch mich umbringen.«

Na ja, allein? Du gibt es mindestens noch Obadja und die 100 Propheten, die er in Sicherheit gebracht hat, von denen Elia auch weiß. Er scheint hier zu übertreiben, aber in so einer Situation, wenn man sich so richtig fertig fühlt, ist man natürlich nicht mehr objektiv. Gott tadelt ihn dafür auch nicht, im Gegenteil, er zeigt sich ihm.

11 Da sprach der Herr zu ihm: »Geh hinaus und stell dich auf den Berg vor den Herrn, denn der Herr wird vorübergehen.« Zuerst kam ein heftiger Sturm, der die Berge teilte und die Felsen zerschlug, vor dem Herrn her. Doch der Herr war nicht im Sturm. Nach dem Sturm bebte die Erde, doch der Herr war nicht im Erdbeben. 12 Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer, doch der Herr war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer ertönte ein leises Säuseln. 13 Als Elia es hörte, zog er seinen Mantel vors Gesicht, ging nach draußen und stellte sich in den Eingang der Höhle. Eine Stimme sprach: »Was tust du hier, Elia?« 14 Er sagte: »Ich habe dem Herrn, Gott, dem Allmächtigen, von ganzem Herzen gedient. Aber die Israeliten haben ihren Bund mit dir gebrochen, deine Altäre niedergerissen und deine Propheten umgebracht. Ich allein bin übrig geblieben, und jetzt wollen sie auch mich noch umbringen.« 15 Da sprach der Herr zu ihm: »Geh zurück auf dem Weg, den du gekommen bist, durch die Wüste nach Damaskus. Wenn du dort bist, salbe Hasaël zum König von Aram. 16 Dann salbe Jehu, den Sohn Nimschis, zum König von Israel, und salbe Elisa, den Sohn Schafats aus Abel-Mehola, an deiner Stelle zum Propheten. 17 Wer Hasaël entkommt, den wird Jehu töten, und wer Jehu entkommt, den wird Elisa umbringen! 18 Doch 7.000 Menschen in Israel will ich verschonen: alle, die sich nie vor Baal niedergeworfen und ihn geküsst haben.«

Gott nimmt das Heft in die Hand. Er gibt Elia einen neuen Auftrag, eine neue Perspektive und beschönigt dabei auch nichts. Aber er macht auch deutlich, dass Elia nicht alleine ist, sondern dass noch viele da sind, die an ihn glauben. Aber es sind leider nicht alle, die nach der Gebetserhörung von Elias Feuergebet „Der Herr ist Gott!“ gerufen haben. Denn in Israel lebten viel mehr als 7000 Leute.

Zusammenfassung

Ich komme zum Schluss.

Wir haben uns heute intensiv mit Elia beschäftigt.