Drittes Gebot: Du sollst den Namen Deines Herrn nicht mißbrauchen.

Gottesdienst (Predigtreihe: Die 10 Gebote), , , Evangelisch-freikirchliche Gemeinde Leichlingen

Einleitung

Es soll heute um das dritte Gebot gehen und ich möchte zu Anfang noch einmal kurz erwähnen, daß es ja in der christlichen Welt 2 verschiedene Zählungen der 10 Gebote gibt.

Katholiken und Lutheraner sehen das heutige Gebot als zweites Gebot, während die meisten Freikirchler so wie wir sich an die ursprüngliche Zählung, wie sie im alten Testament festgelegt ist, halten und deswegen ist es heute für uns das dritte Gebot:

2. Mose 20, 7 (HFA)

7 Du sollst meinen Namen nicht missbrauchen, denn ich bin der Herr, dein Gott! Ich lasse keinen ungestraft, der das tut!

Ich kann mich gut erinnern, als ich als junger Erwachsener Kontakt zu freikirchlichen Gemeinden bekam – u.a. auch hier zu unserer Gemeinde – da hatte ich noch so die Redensarten drauf, wie „Mein Gott“ oder „Ach Gott“, und in den Gemeinden bekam ich darauf dann hin und wieder zu hören: „Du sollst den Namen des Herrn nicht mißbrauchen.“

Ich habe mir das irgendwann auch abgewöhnt, weniger wegen solcher Ermahnungen, denn dafür war ich wohl zu rebellisch, aber ich fand es irgendwann nicht mehr angemessen, eine Person, die ich sehr ernst nahm und auch heute noch ernst nehme, für belanglose Redensarten zu verwenden.

Aber ich kann mir gut vorstellen, daß vielen von uns dieses Gebot zum ersten Mal als Reaktion auf so eine gedankenlose Redensart wie „Mein Gott nochmal“ begegnet ist.

(vielleicht mal das Auditorium fragen, wie vielen es auch so gegangen ist).

Vorüberlegungen zum Vers

Die erste Frage, um dieses Gebot zu verstehen, ist, was hier „Mißbrauch“ bedeutet.

Interessant ist überhaupt, daß die meisten Bibeln hier das Wort „mißbrauchen“ übersetzen.

Die revidierte Elberfelder, die ja für ihre Übersetzungsgenauigkeit bekannt ist – auch wenn die Sprache etwas holprig ist –, übersetzt etwas anders (2. Mose 20, 7; ELB)

7 Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht zu Nichtigem aussprechen, denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen zu Nichtigem ausspricht.

Und als Worterklärung zu dem Wort „Nichtigem“ steht als Alternativen „Falsches“ oder „Lügenhaftes“.

Wir haben hier also ein ganzes Spektrum von Mißbrauch: Vom Nichtigen bis hin zur Lüge.

Und die zweite Frage ist hier: Was ist hier mit „Namen“ des Herrn gemeint?

Wenn man nun ganz kleinkariert ist, dann kann man sich auf den Standpunkt stellen, daß das Wort „Gott“ gar nicht der Name Gottes ist.

Im alten Testament war für die Menschen der Name Gottes „Jahwe“ (wahrscheinlich) und im neuen Testament und auch für uns heute ist uns von Gott der Name „Jesus Christus“ als Name Gottes gegeben.

Und – ich treib' es mal auf die Spitze – wenn man „Ach Gott“ oder so etwas sagt, dann benutzt man ja gar nicht den Namen Gottes und folglich mißbraucht man ihn hier auch nicht.

Nun ist es allerdings so, daß man zumindest in unseren Breiten meistens unseren Gott meint, wenn man das Wort „Gott“ verwendet und in anderen Landstrichen sind solche Ausrufe ja oft noch konkreter.

Ich hatte einen Studienkollegen, dessen Mutter aus Bayern kam, und die, wenn sie sich aufregte, immer „Jessas, Maria und Josef“ ausrief.

Ich habe einmal ernsthaft ganz kurz überlegt, ob ich ihr mal den Spruch „Du sollst den Namen deines Herrn nicht mißbrauchen.“ reindrücken sollte, habe das aber verworfen.

Wenn Gott solche Redensarten heute hart bestrafen würde, dann wäre Bayern wohl menschenleer.

Ich glaube, daß diese wörtliche Übersetzung aus der Elberfelder („den Namen des Herrn aussprechen“) etwas verwirrend und daß deswegen die anderen Übersetzungen weniger wörtlich sondern mehr so übersetzen, wie es gemeint ist.

Ein Beispiel dazu:

Ich fahre nächste Woche einen Tag zu einer Info-Veranstaltung einer Software-Firma nach Frankfurt und fahre dort für meine Firma hin.

Ich werde Visitenkarten mitnehmen, wo mein Firmenname mit darauf steht und werde ich Gesprächen sicherlich auch den Namen der Firma einmal erwähnen.

Wenn ich nun den Namen der Firma in irgendwelchen belanglosen Redensarten verwende, dann mache ich mich vielleicht ein wenig zum Affen und vielleicht rücke ich meine Firma ein wenig in ein schlechtes Licht.

Wenn ich aber fälschlicherweise dort so auftrete, daß ich behaupte, daß unsere Firma vielleicht 100 Lizenzen von dem Veranstalter kaufen will und ich einer der maßgeblichen Entscheider bin, um zu einem orpulenten Mittagessen eingeladen zu werden, dann habe ich den Namen meiner Firma wirklich mißbraucht.

Also: Wir wollen solche belanglosen Redensarten lassen, denn spätestens, wenn man Gott wirklich ernstnehmen will, müßten solche Redensarten einem unangemessen vorkommen.

Aber nun kommen wir mal zum richtigen Mißbrauch und dazu betrachten wir erst einmal die Frage:

Wo treten Leute im Namen Gottes auf?

Zuerst ins Auge fällt dabei natürlich

Lehre und Predigt

In wessen Namen stehe ich hier vorne?

Ich bin hier nicht einfach nur ein Vertreter der Gemeinde, der heute mal mit Predigt dran ist, so wie z.B. in einem Verein man sich wöchentlich unter den Mitgliedern mit dem Protokollführen abwechselt: „Wenn Du heute das Protokoll mitschreibst, dann predige ich nächste Woche.“ „Och nein, ich würde lieber gerne mit Dir tauschen.“

Nein, diejenigen – mich eingeschlossen –, die hier sonntags predigen, verstehen sich für diese Predigt als Sprachrohr Gottes, sie reden im Namen Gottes.

Das heißt natürlich nicht, daß Gott mir die Predigt zu Haus diktiert hat.

Ich habe gebetet und mir selber Gedanken gemacht und hoffe darauf, daß diese Gedanken zumindest zum Teil von Gott geführt sind und von Gott verwendet werden können.

Das gilt natürlich nicht nur für eine Predigt, sondern das gilt auch für Andachten in Hauskreisen, Sonntagschulgruppen, im Gemeindebrief, überall da, wo Menschen vom Reich Gottes, von Jesus Christen, etwas erzählen oder schreiben.

Bei solchen Predigten und Andachten gibt es natürlich ein gewaltiges Mißbrauchspotential, denn man könnte ja dazu verleitet werden, im Namen Gottes von der Kanzel aus seine eigenen Interessen durchzusetzen oder einfach bewußt etwas unwahres zu sagen.

Und weil man das dann in so einem Fall im Namen Jesu tut, ist das schon ein ziemlich gravierender Mißbrauch des Namen Gottes.

Eine wichtiges Mittel gegen einen solchen Mißbrauch liegt bei den Zuhörern.

In der Apostelgeschichte ist dazu ein schönes Vorbild beschrieben:

Apostelgeschichte 17, 11.12a (NGÜ)

11 Die Juden in Beröa waren nicht so voreingenommen wie die in Thessalonich. Mit großer Bereitwilligkeit gingen sie auf das Evangelium von Jesus Christus ein, und sie studierten täglich die Heilige Schrift, um zu prüfen, ob das, was Paulus lehrte, mit den Aussagen der Schrift übereinstimmte. 12 Die Folge war, dass viele von ihnen zum Glauben kamen,

Also, eine gewisse Verantwortung zur Vermeidung von Mißbrauch des Namen Gottes auf der Kanzel, bei Andachten oder bei sonstiges Gelegenheiten in der Gemeinde, wo Gottes Wort weiter gesagt werden soll, liegt bei uns allen.

Selbstverständlich liegt die größte Verantwortung bei der Person, die predigt oder lehrt.

Dazu gehört nach meinem Empfinden auch, daß man auch versucht zu unterscheiden, was Gottes Wort ist und was die eigene Meinung ist.

Wir finden in 1. Korinther 7, 25 (HFA) eine interessante Aussage von Paulus:

25 Für die Unverheirateten hat der Herr keine ausdrückliche Anweisung gegeben. Aber ich bin vom Herrn in seiner Gnade dazu bestimmt worden, vertrauenswürdig zu sein. Darum möchte ich euch meine Meinung sagen.

Paulus war nun in gewisser Hinsicht ein Sonderfall, weil er in besonderem Maß von Gott Lehre und Wissen anvertraut bekommen hat.

Er selbst war unverheiratet und das war eine seiner Gaben und er hat es als sehr positiv empfunden und in den nachfolgenden Versen macht er das auch deutlich und empfiehlt diesen Lebensstil.

Aber er ist sich bewußt, daß es seine persönliche Meinung ist und da unterscheidet er ganz klar.

Meiner Ansicht nach kann man seine persönliche Meinung auch bei einer Predigt oder Andacht kund tun, aber man muß es kennzeichnen, so wie Paulus es hier macht.

Ich persönlich mache das auch bei Fragen, wo andere, die mit Jesus leben, zu einer anderen Erkenntnis als ich gekommen sind.

Man kann natürlich sich auf den Standpunkt stellen, daß die eigene Erkenntnis genau die richtige von Gott ist und die anderen alle blinde Hirsels sind, aber das halte ich nicht für zielführend.

Zwischen Predigen und Lehren würde ich übrigens noch einen Unterschied machen.

Ein Prediger muß nicht unbedingt ein Lehrer sein, er muß nur verständlich vermitteln können, was Gott ihm klargemacht hat, während ein Lehrer tiefere Zusammenhänge verstehen und sie vermitteln können muß.

Ein Lehrer zu sein bedeutet noch eine Qualität mehr Verantwortung, wie es auch in Jakobus 3, 1.2 beschrieben wird:

1 Meine Geschwister, es sollen nicht so viele von euch darauf aus sein, Lehrer der Gemeinde zu werden! Ihr wisst doch, dass wir ´Lehrer` einmal besonders streng beurteilt werden. 2 Wir alle lassen uns ja oft und in vieler Hinsicht etwas zuschulden kommen, ´am meisten jedoch bei dem, was wir sagen`. Wenn jemand sich nie auch nur mit einem Wort etwas zuschulden kommen lässt, ist er ein vollkommener Mensch, der auch jeden anderen Bereich seines Lebens unter Kontrolle halten kann.

Lehre wird normalerweise durch Worte vermittelt und dieses im-Namen-Gottes-sprechen bedeutet eine ganz besondere Verantwortung.

Kommen wir zu einem weiteren Fall, wo Menschen im Namen Gottes auftreten, die

Prophetie

Wir erleben es ja auch bei uns in der Gemeinde, daß welche aus unserer Mitte eine Prophetie empfangen und sie an uns weitergeben.

Das kann z.B. ein Bild oder ein Wort sein und auch das ist natürlich ein Auftreten im Namen Gottes.

Auch hier liegt natürlich ein Mißbrauchspotential vor, insbesondere dann, wenn einem etwas wichtig ist und diese Erkenntnis nicht einfach so weitersagt, sondern sie bewußt oder unbewußt fälschlicherweise als Prophetie weitergibt.

Es ist ja ein Unterschied in der Wirkung, ob man nur sagen kann, „Mir ist folgendes wichtig geworden“ oder „Ich habe ein Bild gesehen oder ich habe ein Wort empfangen, daß folgendes wichtig für uns ist“.

Diese Gefahr besteht natürlich und hier haben diejenigen, die Prophetien empfangen, eine besonders große Verantwortung, ehrlich vor Gott, vor sich selber und vor der Gemeinde zu sein.

Auch wir alle haben genauso wie gegenüber Predigern und Lehrern eine Verantwortung gegenüber Propheten.

Wenn so ein Prophet eine Zukunftsprophetie, eine Voraussage macht, dann kann man die Glaubwürdigkeit prüfen, indem man schaut, ob das Vorausgesagte eingetroffen ist.

Blöd ist natürlich, wenn die Voraussage eigentlich frühzeitiges Handeln erfordern würde, denn dann kann man nicht warten, bis das Ereignis eingetroffen ist.

Wir finden in der Apostelgeschichte einige Beispiele dazu:

Apostelgeschichte 11, 27-29 (NGÜ)

27 Während dieser Zeit kamen einige Propheten aus Jerusalem nach Antiochia. 28 Einer von ihnen – ein Mann namens Agabus – wurde vom Geist ´Gottes` dazu gedrängt, vor ´die Gemeinde` zu treten und anzukündigen, dass eine schwere Hungersnot über die ganze Welt hereinbrechen werde (was während der Regierungszeit von Kaiser Klaudius dann auch tatsächlich geschah). 29 Da beschlossen die Jünger, den Geschwistern in Judäa ´eine Geldspende` zukommen zu lassen; jeder sollte entsprechend seinen Möglichkeiten zu ihrer Unterstützung beitragen.

Das finde ich sehr schwierig, denn leider gab es in der Geschichte der Christenheit auch oft genug Fälle, wo Prophezeiungen nicht eingetroffen sind und sich die Betreffenden vor Außenstehenden zum Affen gemacht haben.

Aber: Es gibt auch heute noch richtige Zukunftsprophetie und wir sollten dafür offen sein.

Die meisten prophetischen Aussagen sind aber keine Zukunftsprophetien, sondern sie sind das live-gesprochene Wort Gottes, das Gott in die konkrete Situation einem Menschen, einer Gemeinde oder sogar einen Land gegeben hat.

Und da bekommen wir auch einige Kriterien an die Hand, um solche Prophetien beurteilen zu können.

Zum einen geht es um die Person des Propheten selber:

Matthäus 7, 15.16 (NGÜ)

15 »Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie kommen im Schafskleid zu euch, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. 16 An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa Trauben von Dornbüschen oder Feigen von Disteln?

Da geht es nicht darum, daß ein Prophet fehlerfrei oder perfekt sein müßte, denn dann könnte es keine Propheten geben.

Sondern es geht darum, daß man die Motive und den Gesamtlebensstil der Propheten im Auge hat.

Sind sie – im positiven Sinn – Schafe unseres Herrn Jesus Christus?

Oder sind sie Egoisten, die ihre eigenen Ziele in erste Linie vorantreiben wollen und die Gemeinde oder der Hauskreis ist nur Mittel zum Zweck?

Denn dann handelt es sich um reißende Wölfe.

Was für Früchte hat ihr Leben?

Eine weitere Grundregel im Umgang mit Propheten steht in 1. Thessalonicher 5, 19-22 (NGÜ)

19 Legt dem Wirken des Heiligen Geistes nichts in den Weg! 20 Geht nicht geringschätzig über prophetische Aussagen hinweg, 21 sondern prüft alles. Was gut ist, das nehmt an. 22 Aber was böse ist, darauf lasst euch nicht ein, in welcher Gestalt auch immer es an euch herantritt.

Diese beiden Regeln „Prüft alles und das Gute behaltet“ und auch die vorige „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ haben fast eine universale Gültigkeit und gelten natürlich auch in der Beurteilung von Predigten und Lehren.

Mir ist noch ein dritter Fall eingefallen, wo man im Namen Gottes spricht.

Ich nenne es mal

„Gott hat mir gezeigt“

Man kennt aus Erzählungen vielleicht so krasse Geschichten, wo ein junger Mann zu einer jungen Frau gesagt hat: „Gott hat mir gezeigt, daß Du meine Frau wirst.“

Es ist natürlich eine doofe Situation, wenn Gott das der Frau nicht so gezeigt hat.

Gerade in solchen Situationen, wo man glaubt, von Gott etwas gezeigt bekommen zu haben, liegt ein ganz besonderes Mißbrauchspotential vor.

Oder ein anderes Beispiel: „Gott hat mir gezeigt, daß er Dich bald heilen will.“

Bei solchen Begebenheiten läuft es mir eiskalt den Rücken herunter.

Es ist klar, was so ein Gott-hat-mir-gezeigt-Reden für Folgen haben kann.

Man setzt einen anderen Menschen damit ungeheuer unter Druck, was sicherlich nicht im Sinne Jesu ist.

Hier auf Erden kann sich jeder Mensch irren, auch wenn Du Dir super-sicher ist, und von daher gilt es, mit solchen Aussagen vorsichtig zu sein.

Und auch hier gilt für die anderen:

Alles prüfen und das Gute behalten und auf die Lebensfrüchte achten.

Ich möchte nun noch etwas mehr darüber nachdenken, warum es Mißbrauch des Namen Gottes gibt.

Warum?

Ohne Rücksicht

Wir haben ja schon einen Fall kennengelernt, aus Matthäus 7, 15 (NGÜ)

15 »Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie kommen im Schafskleid zu euch, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe.

Ein Wolf ist hier ein Mensch, der ohne Rücksicht auf Verluste anderer seine eigenen Bedürfnisse und Begierden stillen will.

Das können ganz üble Absichten sein, wie Übervorteilung, Gewinnsucht oder Machtgier, das kann aber auch so etwas wie Selbstdarstellung oder der

Wunsch nach Anerkennung

sein.

Wir finden dazu in der Apostelgeschichte 8, 9-23 (NGÜ) etwas:

9 Schon seit längerem hatte ein Magier namens Simon diese Stadt zum Schauplatz für sein Wirken gemacht. Er trat mit dem Anspruch auf, ein Meister der Magie zu sein, und seine okkulten Fähigkeiten setzten die Einwohnerschaft von Samarien in Erstaunen. 10 Auf ihn richtete sich die Aufmerksamkeit der gesamten Bevölkerung. »Dieser Mann ist die Kraft Gottes in Person«, sagten die Leute und nannten ihn »Die Große Kraft«. 11 Sie standen völlig unter seinem Bann, so sehr hatte er sie immer wieder mit seinen Zauberkünsten fasziniert. 12 Doch jetzt, als Philippus ihnen die Botschaft vom Reich Gottes verkündete und über Person und Werk von Jesus Christus sprach, wandten sie sich Philippus zu und schenkten ihm Glauben, und Männer und Frauen ließen sich taufen. 13 Auch Simon kam zum Glauben und ließ sich taufen. Von da an wich er Philippus nicht mehr von der Seite. Die Wunder, die er miterlebte und in denen sich Gottes große Kraft zeigte, ließen ihn nicht mehr aus dem Staunen herauskommen.

14 Als die Apostel in Jerusalem hörten, dass die Samaritaner Gottes Botschaft angenommen hatten, schickten sie Petrus und Johannes zu ihnen. 15 In der betreffenden Stadt` angekommen, beteten die beiden für sie und baten Gott, ihnen den Heiligen Geist zu geben. 16 Denn bis zu diesem Zeitpunkt war der Heilige Geist noch auf keinen Einzigen von ihnen herabgekommen; sie waren nur auf den Namen von Jesus, dem Herrn, getauft. 17 Nach dem Gebet legten Petrus und Johannes ihnen die Hände auf, und jetzt bekamen auch sie den Heiligen Geist.

18 Als Simon sah, dass der Heilige Geist denen gegeben wurde, denen die Apostel die Hände auflegten, bot er Petrus und Johannes Geld an 19 und sagte: »Gebt mir ´Anteil an` dieser Kraft, damit auch bei mir jeder den Heiligen Geist bekommt, dem ich die Hände auflege!« 20 »Zur Hölle mit dir und deinem Geld!«, fuhr Petrus ihn an. »Zu denken, was Gott schenkt, könne man kaufen! 21 Nein, du hast keinen Anteil an dieser Kraft und hast kein Anrecht auf sie. Denn in deinem tiefsten Innern bist du nicht aufrichtig vor Gott. 22 Bereue doch deine Verschlagenheit und bete zum Herrn! Vielleicht findest du Vergebung für deine üblen Absichten. 23 Ich sehe nämlich, dass dein Denken durch und durch vergiftet ist und dass das Böse dich fest in seinem Griff hat.« 24 Simon erwiderte: »Betet ihr für mich zum Herrn! Betet, dass nichts von dem eintrifft, was ihr mir angedroht habt!«

Ich denke, hier wird deutlich, daß dem Simon die Anerkennung fehlt.

Er hat zwar die Wahrheit erkannt und sich für Jesus entschieden, aber anscheinend fehlte ihm die Anerkennung aus seinem früheren Leben.

Wie heißt es in V. 10 und 11?

10 Auf ihn richtete sich die Aufmerksamkeit der gesamten Bevölkerung. »Dieser Mann ist die Kraft Gottes in Person«, sagten die Leute und nannten ihn »Die Große Kraft«. 11 Sie standen völlig unter seinem Bann, so sehr hatte er sie immer wieder mit seinen Zauberkünsten fasziniert.

Und jetzt war das alles futsch, weil diese okkulten Praktiken nicht mit dem Leben mit Jesus Christus vereinbar sind.

Keine Anerkennung mehr, kein im-Mittelpunkt-stehen mehr.

Ich denke, wir verstehen ihn und insbesondere diejenigen, die hin und wieder predigen, lehren oder prophetische Worte bekommen, müssen vor der süßen Droge der öffentlichen Anerkennung und des Schulterklopfens auf der Hut sein.

Anerkennung ist etwas Schönes, aber es darf nicht zur Droge werden.

Ich kann an einen Brief erinnern, den ich ca 1997 einmal bekommen habe.

Ich hatte damals meine Homepage online gestellt und dort meine ersten Predigten und Jugendthemen veröffentlicht und diese Homepage auf der Seite kostenlos.de unter der Rubrik „Sonstiges“ als Angebot für kostenlose Predigten registriert.

Daraufhin habe ich einige Mails bekommen und auch einen handgeschriebenen Brief, wo jemand meine Predigten überschwenglich gelobt hatte.

Ich habe mich natürlich darüber gefreut, aber habe dabei auch gemerkt, daß der Weg zum Größenwahn recht kurz sein kann.

Gott holt uns aber nun auch öfters auf den Teppich zurück, was sicherlich sehr oft nötig ist.

Mir ist noch ein weiterer Grund zum Mißbrauch des Namen Gottes eingefallen; das ist die

Angst vor Kontrollverlust

Jeder Mensch hat selbst das Recht, Entscheidungen zu treffen und natürlich auch solche Entscheidungen, die andere nicht gut finden oder die vielleicht auch objektiv nicht gut sind.

Dies gilt ganz besonders für die Auseinandersetzung mit Jesus Christus.

In Johannes 1, 12.13 (NGÜ) steht

12 All denen jedoch, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden. 13 Sie wurden es weder aufgrund ihrer Abstammung noch durch menschliches Wollen, noch durch den Entschluss eines Mannes; sie sind aus Gott geboren worden.

Die Frage, ob eine Bekehrung eine eigene Entscheidung oder durch Gott gewirkt oder vielleicht auch beides ist, ist ja nicht leicht zu beantworten.

Aber sicher ist, daß kein Dritter die Bekehrung bewirken kann.

Ich kenne aus meinem Bekanntenkreis Fälle, wo Eltern bis hin zum Erwachsenenalter der Kinder Druck auf diese ausgeübt haben, damit die Kinder mit Gott leben.

Sie haben die richtigen göttlichen Wahrheiten mit falschen menschlichen Mitteln den Kindern aufzudrücken versucht.

Und so etwas führt natürlich meistens dazu, daß die Kinder irgendwann ausbrechen und wenn sie von Jesus hören, nur an diesen Druck und diese Kontrolle denken.

So ein Verhalten kann es auch in einer Gemeinde geben und da sollten wir sehr vorsichtig sein, daß so etwas bei uns nicht passiert.

Ich möchte dazu Matthäus 6, 25-27 (NGÜ) lesen:

25 »Deshalb sage ich euch: Macht euch keine Sorgen um das, was ihr an Essen und Trinken zum Leben und an Kleidung für euren Körper braucht. Ist das Leben nicht wichtiger als die Nahrung, und ist der Körper nicht wichtiger als die Kleidung? 26 Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte, und euer Vater im Himmel ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? 27 Wer von euch kann dadurch, dass er sich Sorgen macht, sein Leben auch nur um eine einzige Stunde verlängern?

Es geht hier im Text in erster Linie um irdische Sachen und wir sagen alle „Amen“ dazu.

Aber wie ist das bei Kindern, bei anderen Menschen, die uns am Herzen liegen, die sich vielleicht von Jesus abwenden könnten?

Können wir das mit Sorgen, oder auch mit Kontrolle oder Druck, verhindern, daß sie Jesus verlassen?

Das können wir nicht, und deshalb müssen wir bei aller Sorge, auch diese Sorge auf Jesus Christus werfen und den anderen Menschen in die Freiheit entlassen, eigene Entscheidungen, vielleicht auch falsche Entscheidungen, zu treffen und zu verantworten.

Jetzt haben wir eine ganze Menge über den Mißbrauch des Namen Gottes gehört, aber über den letzten Nebensatz haben wir noch nicht gesprochen:

„Ich lasse keinen ungestraft, der das tut.“

Ich habe mit dieser Aussage an diese Stelle Schwierigkeiten.

Ich glaube schon, das Gott straft und ich weiß auch, daß ich für viele Dinge in meinem Leben Strafe verdient habe, aber ich darf aus der Gnade leben und aus dem Bewußtsein heraus, daß mir Jesus Christus vergibt.

Vielleicht kann dieser Nachsatz uns ein hämmern, daß es Gott sehr wichtig ist, daß man seinen Namen nicht zu etwas „Nichtigem“, „Lügenhaftem“ oder „Falschem“ verwendet.

Offensichtlich meint Gott das wirklich ernst.

Zusammenfassung