Ankunft (Advent)

Gottesdienst (Predigt zum 2. Advent), , , Evangelisch-freikirchliche Gemeinde Leichlingen

Einleitung

Heute geht es um den Advent. Bei Advent fällt manch einem vielleicht das alte Kindergedicht ein:

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt
Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier
Und wenn das fünfte Lichtlein brennt
dann hast Du Weihnachten verpennt!

Eigentlich heißt es ja: „dann steht Weihnachten vor der Tür“.

Ich fand interessant, dass in der katholischen Kirchenprovinz Mailand und in einigen katholischen Pfarren im Bistum Lugano in der Schweiz sechsmal Advent gefeiert wird. Die Adventzeit beginnt dort am ersten Sonntag nach dem Martinstag. Ich weiß nicht, ob die überhaupt einen Adventskranz haben, aber dort hätte man beim fünften Lichtlein Weihnachten noch nicht verpennt.

Aber man merkt an diesem Juxgedicht, dass „Ankunft“ meistens etwas mit Darauf-Warten zu tun hat.

Etwas „verpennen“ heißt ja, dass man etwas Erwartetes verpasst hat.

Früher gab es ja die Fernsehsendung „Wir warten aufs Christkind“, womit man die Kinder während der Vorbereitungen für Heiligabend ruhigstellen konnte. Die Kinder haben ja auch auf die Ankunft der Geschenke gewartet.

Ich habe einmal in der Bibel nach ‚Ankünften‘ gesucht und fand einige ganz interessante Stellen dazu.

Überraschende Ankunft

Z.B. hatte der Prophet Samuel von Gott den Auftrag, einen neuen König für Israel zu salben, also Gottes Auswahl für die Menschen sichtbar zu machen. 1. Samuel 16, 4; NL

Samuel tat, was der Herr ihm gesagt hatte. Als er in Bethlehem ankam, bekamen die Ältesten der Stadt Angst und fragten: »Kommst du in Frieden?«

Die Ältesten der Stadt bekamen Angst. Warum? Wie ist Samuel denn vorher aufgetreten? Oder hatten diese Ältesten ein schlechtes Gewissen?

Das hört sich so ähnlich an, wie auf der Arbeit, wenn der Chef anruft: „Kommen Sie 'mal bitte in mein Büro.“

Oder noch besser ist: „Hier ist Sowieso, von der Personalabteilung! Könnten Sie einmal bitte kurz vorbeikommen?“

Ich glaube, so ein bißchen mulmig ist jedem bei so einem Anruf, obwohl es natürlich auch sein kann, dass der Chef einem die Hand gibt und sagt: „Ich wollte Ihnen noch persönlich für Ihre Arbeit und Ihren Einsatz danken!“ Dann wäre das Gefühl der Mulmigkeit ja völlig unbegründet: „Juhuu, mein Chef will mich sprechen. Der will mich bestimmt für meine Arbeit loben.“ Für solche Gedanken sind wir wahrscheinlich zu selbstkritisch. Aber Lob in der Arbeitswelt ist sowieso ein Thema für sich.

Die Ältesten hatten also Angst vor Samuels Überraschende Ankunft. Schöner wäre es gewesen, wenn die sich gefreut hätten: „Prima, ein Mann Gottes kommt. Kommt alle her, lasst uns zuhören und lernen. Vielleicht hat er auch gute Nachrichten für uns.“

Für sie wäre es wohl schöner gewesen, wenn Samuel seine Ankunft langfristig angekündigt hätte. Dann hätten die Ältesten einen tollen Empfang vorbereiten können, sich Rechtfertigungen zurechtlegen, falls das mit dem schlechten Gewissen stimmt und man hätte im Umfeld Samuels schon einmal recherchieren können, wie der denn zur Zeit so drauf ist, falls die Angst der Ältesten eher von Samuels früheren Besuchen herrührt.

Aber er kam überraschend. Jesus kommt übrigens auch überraschend. Wir feiernd zwar Advent und denken damit nicht nur an Jesu Ankunft auf der Erde als Kind, sondern auch an seine Wieder-Ankunft als verherrlichter Gottessohn, als Herrscher des Universums, aber in 1. Thessalonicher 5, 2; NGÜ steht:

Ihr selbst wisst ganz genau, dass jener große Tag, der Tag des Herrn, so unerwartet kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.

Da beißt sich so ein bißchen der Vergleich von Jesu Ankunft als Kind mit der als verherrlichter Gottessohn. Eine Geburt kann man vorbereiten, genauso wie wir das ja mit Weihnachten auch tun. Es gibt Deko, Feiern, passende Gottesdienste, usw. aber mit der Wiederkunft von Jesus Christus hat das eigentlich nicht so viel zu tun. Er kommt wie ein Dieb in der Nacht, also gerade dann, wenn es nicht passt, wenn es stört, wenn es Angst macht. Ein Dieb wird ja nie in positiver Weise erwartet. Und er erzeugt Schrecken, so wie Samuel auch.

Samuel hatte eigentlich eine gute Nachricht. Er sollte einen neuen König, ein viel besseren König, ernennen. Er konnte es noch nicht öffentlich machen, weil der alte König Saul die Nachricht nicht so gut gefunden hätte. Aber die Ältesten von Bethlehem sind überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass Samuel eine gute Nachricht mitgebracht hat. Er störte nur, er machte Angst, so wie ein Dieb in der Nacht.

Die Ankunft des Herrn

Was erwarten wir von dem Ankommenden? Dazu möchte ich ein relativ bekanntes Gleichnis aus Lukas 19, 11-27; NGÜ vorlesen:

11 Jesus fuhr mit einem Gleichnis fort. Weil er so nahe vor Jerusalem war, meinten seine Zuhörer nämlich, der Anbruch des Reiches Gottes stehe unmittelbar bevor. 12 Er sagte: »Ein Mann aus vornehmer Familie reiste in ein fernes Land, um sich dort zum König über sein eigenes Land einsetzen zu lassen und dann zurückzukehren. 13 Vor der Abreise rief er zehn seiner Diener zu sich und gab ihnen Geld, jedem ein Pfund. ›Arbeitet damit, bis ich wiederkomme!‹, sagte er. 14 Doch die Bürger des Landes hassten ihn. Sie schickten eine Abordnung hinter ihm her und ließen erklären: ›Wir wollen nicht, dass dieser Mann König über uns wird.‹ 15 Trotzdem wurde er zum König eingesetzt. Nach seiner Rückkehr ließ er die Diener rufen, denen er das Geld anvertraut hatte; er wollte erfahren, welchen Gewinn sie damit erzielt hatten. 16 Der erste erschien vor ihm und sagte: ›Herr, dein Pfund hat zehn weitere eingebracht.‹ – 17 ›Sehr gut‹, erwiderte der Herr, ›du bist ein tüchtiger Diener. Weil du im Kleinsten treu gewesen bist, sollst du Verwalter von zehn Städten werden.‹ 18 Der zweite kam und sagte: ›Herr, dein Pfund hat fünf weitere eingebracht.‹ 19 Auch ihn lobte der Herr. ›Du sollst über fünf Städte bestimmen‹, sagte er. 20 Doch der nächste, der kam, erklärte: ›Herr, hier hast du dein Pfund zurück. Ich habe es in einem Tuch aufbewahrt. 21 Ich hatte nämlich Angst vor dir, weil du ein strenger Mann bist. Du forderst Gewinn, wo du nichts angelegt hast, und erntest, wo du nicht gesät hast.‹ 22 Sein Herr entgegnete ihm: ›Mit deinen eigenen Worten sprichst du dir das Urteil, du böser Mensch! Du hast also gewusst, dass ich ein strenger Mann bin, dass ich Gewinn fordere, wo ich nichts angelegt habe, und ernte, wo ich nicht gesät habe. 23 Warum hast du mein Geld da nicht wenigstens auf die Bank gebracht? Dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückfordern können.‹ 24 Und er wandte sich zu den Umstehenden und sagte: ›Nehmt ihm das Pfund weg und gebt es dem, der die zehn Pfund hat!‹ – 25 ›Aber Herr‹, wandten sie ein, ›er hat doch schon zehn!‹ – 26 ›Ich sage euch‹, erwiderte er, ›jedem, der hat, wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat. 27 Und nun zu meinen Feinden, die nicht wollten, dass ich über sie herrsche: Holt sie her und bringt sie vor meinen Augen um!‹«

Bei so einem Gleichnis ist der erste Punkt immer die Situation, in die das Gleichnis gesprochen wurde. Jesu Mitreisende erwarteten den Anbruch des Reiches Gottes. Die Römer sollen vertrieben werden, Jesus wird König und alles ist toll. Frieden, Freiheit, jüdische Großmacht? So genau weiß ich gar nicht, was Jesu Begleiter sich hier erhofften. Und in diese Situation erzählt Jesus das Gleichnis.

Welche Personen kommen hier vor? Ein Mann aus vornehmer Familie will sich zum König einsetzen lassen. Früher war das normal, dass eine kleine Oberschicht sich die Herrscherposten untereinander zuschanzten oder sie zumindest beanspruchten. Das ist heute meistens nicht mehr so und das ist auch richtig so, aber damals war das die normale Lebenswelt der Menschen und deshalb hat Jesus Gott mit diesem vornehmen Mann verglichen. Diese Mann wollte König werden und das ist, ganz klar, ein Vergleich mit Gottes zukünftiger Herrschaft.

Nun gibt es eine Zwischenzeit bis zu dieser Herrschaft und für diese Zeit instruiert er seine Diener. Er gibt ihnen Geld, damit sie damit arbeiten können. Ein Pfund (auch Mine genannt) entspricht 100 Denare, welche laut Matthäus 20, 2 dem Tageslohn eines Arbeiters entspricht. Dieses Pfund entspricht also 100 Tageslöhnen oder ca 3 Monatslöhnen eines Arbeiters. Da damals die Besitzunterschiede zwischen Arm und Reich noch viel größer als heute waren, war das wahrscheinlich nicht viel Geld für so einen vornehmen Mann. Aber es war schon nicht schlecht und man konnte damit einiges machen.

Das ist schon ein guter Vergleich für unser Christsein. Es ist schon wichtig, was wir hier tun und wie wir leben, aber wenn man unsere Möglichkeiten mit Gottes Allmacht vergleicht, dann ist es eher wenig.

Vielleicht geht es hier auch um eine Art Lehre oder eine Art Prüfung für die zukünftige Zeit, wenn ihr Herr König geworden ist.

Dann gab es neben den Dienern auch noch Bürger, die den vornehmen Mann hassten. Sie versuchten zu verhindern, dass er ihr König wird.

Nun hat das alles eine Zeitlang gedauert, allein die Reise in ein fernes Land dauerte wahrscheinlich viele Wochen und so warteten die Diener und auch die Bürger auf das Wiederkommen des neuen Königs. Wie haben die sich wohl gefühlt?

Tja und dann kommt der Herr wieder. Vielleicht haben manche auch gedacht, der ist jetzt schon so lange weg, der kommt bestimmt nie wieder. Vielleicht dachte auch mancher Diener, vielleicht kann ich die Kohle ja auch behalten. Und auch die Bürger freuten sich vielleicht: Ohne ihn geht es besser. Einige Diener haben einfach angefangen und das gemacht, was der Herr ihnen gesagt hat. Sie haben mit ihren Möglichkeiten gewirkt.

Tja und dann kam der Herr wieder. Es gab ja damals keine schnelle Kommunikation, also kann die Ankunft für einige auch überraschend gewesen sein. Wieso ist der jetzt wieder da? Das passt überhaupt nicht zu meinem Leben. Ich bin gar nicht darauf eingerichtet, dass es diesen Herrn überhaupt gibt.

Aber betrachten wir zuerst die Diener. Jeder Diener hat dasselbe Pfund bekommen. In diesem Gleichnis geht es nicht um Gaben und Begabungen, denn die sind bei jedem Menschen anders. Aber jeder Christ hat dieselbe Sündenvergebung, den selben Heiligen Geist bekommen, den selben Jesus Christus als Herrn, Freund, Bruder und Beistand. Und aus diesem Blickwinkel hat jeder Christ die selben Startbedingungen bekommen.

Einige haben angefangen und etwas durch ihre Beziehung mit Jesus Christus bewirkt. Sie bekommen Lohn und werden für neue Aufgaben würdig gehalten. Ein Diener fällt aber auf:

„Herr, hier hast du dein Pfund zurück. Ich habe es in einem Tuch aufbewahrt. Ich hatte nämlich Angst vor dir, weil du ein strenger Mann bist. Du forderst Gewinn, wo du nichts angelegt hast, und erntest, wo du nicht gesät hast.“

Aber das Pfund war doch die Saat, oder? Entweder der Diener lügt oder er hat eine völlig falsche Wahrnehmung seines Herrn.

Der Herr antwortet: „Warum hast du mein Geld da nicht wenigstens auf die Bank gebracht? Dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückfordern können.“

Ich glaube, hier geht es ums Prinzip. Der Herr wäre auch mit den heutigen 0,1% eines Sparbuchs zufrieden gewesen. Hauptsache, der Diener hätte irgendwas gemacht. Aber vielleicht hat der Diener auch vor seinen Mitknechten Angst gehabt. Da holen einige aus dem einen Pfund noch zehn weitere heraus, während er nur mikrigen Sparbuchzinsen erwirtschaftet. Ne, da versteck ich's lieber, das muss ja keiner wissen.

Was heißt denn das für uns heute? Klar, wenn wir mit Jesus tolle Dinge erreichen, dann ist das super, keine Frage. Aber wenn wir z.B. nicht mehr hinbekommen, als zu bekennen, dass wir zu dieser Gemeinde gehören, wenn wir zwar häufig versagen, aber unser Versagen zu Jesus bringen, dann gewinnen wir vielleicht nur ein Pfund oder ein halbes hinzu. Trotzdem wird Jesus dann zufrieden mit uns sein, wir werden Lob empfangen und seine Ankunft wird kein Problem für uns sein, sondern ein Grund zur Freude.

Aber wie gesagt, es geht hier nicht um Gaben, und mit Jesus ist für jeden auch mehr als ein Pfund drinnen, nur 'mal so als mögliche Perspektive.

Tja, und dann gibt es noch eine Gruppe: Die Bürger, die ihn hassen.

Der vornehme Herr spricht am Ende des Gleichnisses: „Und nun zu meinen Feinden, die nicht wollten, dass ich über sie herrsche: Holt sie her und bringt sie vor meinen Augen um!“

Mit solchen Vergleichen von Gott mit einem Tyrannen - und das ist ein Tyrann, der seine Gegner ermorden lässt - habe ich immer wieder Schwierigkeiten. Eines bedeutet dieses Gleichnis nicht: Es ist keine Rechtfertigung für so ein Verhalten eines menschlichen Herrschers. Das Bild wurde deshalb so gewählt, weil die Menschen diese Welt so kannten und wir verstehen es heute auch noch.

Gott ist kein Tyrann, aber er ist die einzige Quelle des ewigen Lebens. Es gab früher diese Aufkleber „Gott kennen ist Leben!“ und das trifft es. Wer sich von Gottes Herrschaft abwendet, sie ablehnt, der schneidet sich vom ewigen Leben ab und das bedeutet Tod. Und das drückt dieses Gleichnis am Ende drastisch aus. Es geht nicht darum, dass Gott Spaß daran hätte, seine Feinde niederzumachen, sondern es geht um diese Trennung. Nur bei Gott und bei seinem Sohn, Jesus Christus, ist ewiges Leben.

Und spätestens bei der Ankunft Jesu Christi entscheidet es sich. So wie es sich für die Diener Gottes entscheidet, so entscheidet es sich auch für die Menschen, die Gott und Jesus Christus ablehnen.

Dass Jesus kommt, ist positiv

Man sollte meinen, dass Jesus dann doch besser erst einmal nicht wiederkommt. Das ist so aber auch nicht richtig.

Die erste Ankunft von Jesus als Mensch wurde ausführlich vorbereitet. Es gab sogar extra einen Menschen, der nur für diese Vorbereitung zuständig war: Johannes der Täufer. In Matthäus 11, 9; NGÜ würde über ihn gesagt:

Johannes ist der, über den es in der Schrift heißt: ›Ich sende meinen Boten vor dir her; er wird dir vorangehen und dein Wegbereiter sein.‹

Ein Extra-Wegbereiter, so wichtig war Jesus' erste Ankunft auf der Erde.

Und am Anfang dieser ersten Ankunft als Kind habem sich einige sehr gefreut. Im Tempel z.B., als Jesus als Baby beschnitten wurde, war dort ein alter Mann namens Simeon. Der nahm das Kind in die Arme und pries Gott (Lukas 2, 29-32; NGÜ):

Herr, nun kann dein Diener in Frieden sterben, denn du hast deine Zusage erfüllt. Mit eigenen Augen habe ich das Heil gesehen, das du für alle Völker bereitet hast – ein Licht, das die Nationen erleuchtet, und der Ruhm deines Volkes Israel.

Der hat sich wirklich gefreut. Auch eine Prophetin mit Namen Hanna, welche uralt war, freute sich sehr und pries Gott über diesem Kind.

Dann haben sich auch die Hirten auf dem Feld und später die Weisen aus dem Morgenland sehr gefreut. Wir kennen diese Personen ja zur Genüge.

Auch über die Ankunft des erwachsenen Jesus hat man sich manchmal gefreut. in Matthäus 14, 34-36; NGÜ steht:

34 Sie (Jesus und seine Jünger) fuhren auf die andere Seite des Sees und legten bei Gennesaret an. 35 Die Bewohner des Ortes erkannten Jesus und benachrichtigten die ganze umliegende Gegend. Daraufhin brachte man alle Kranken zu ihm 36 und bat ihn, er möge sie doch wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

Seine Ankunft hat auf alle Fälle etwas bewegt. Hat man sich jetzt auch über Jesus gefreut oder ging es nur um den Wunderheiler?

Das ist natürlich eine Frage, die wir uns auch ab und zu stellen sollten: Brauchen wir Jesus, damit es uns gut geht, oder ist Jesus mir als Person wichtig? Ist uns die persönliche Beziehung zu Jesus Christus wichtig?

Aber wie positiv ist Jesu Ankunft denn wirklich? Wir hatten vorhin schon das Gleichnis mit den Pfunden gehört, wo es auch um Gericht geht.

Dann kennen wir vielleicht das Gleichnis mit den 10 Brautjungfern (Matthäus 25, 1-13), die auf den Bräutigam gewartet haben. Fünf hatten zu ihren Fackeln auch noch Ölgefäße mit, die anderen hatten nur ihre Fackeln. Dann dauerte es und den - wie es so schön im Text heißt - törichten gingen die Fackeln aus. Öl ist in der Bibel ja u.a. ein Symbol für den Heiligen Geist und ich würde das Gleichnis so interpretieren, dass nicht die Klugen besonders durchhaltestark sind, sondern dass sie einfach zu Jesus Christus gehören und die Kraft des Heiligen Geistes empfangen haben, während die törichten vielleicht begeistert dabei sind, aber keine wirkliche Erneuerung in Jesus haben und damit nicht durchhalten.

Und darum geht es letztendlich. Natürlich ist Christsein auch Kampf, das Leben ist für uns auch kein Ponyhof. Und wir machen natürlich immer noch vieles falsch und müssen uns immer wieder korrigieren lassen, aber wenn wir Jesus Christus wirklich in uns haben, dann sind wir bei der Ankunft von Jesus Christus dabei. Und er sagt dann: „Ich kenne Euch.“ vielleicht sogar „Ich kenne Euch schon lange.“

Und wenn wir mit Blick auf Jesu Wiederkommen oft auch denken, es wäre doch schön, wenn noch die vielen, die mir auf dem Herzen liegen, mit dabei werden, dann brauchen wir die Verantwortung für diese Menschen doch nicht selbst zu tragen, sondern können sie an Gott abgeben.

Dazu möchte ich noch einen Abschnitt lesen (2. Petrus 3, 8-13; NGÜ):

8 Eines freilich dürft ihr nicht vergessen, liebe Freunde: Für den Herrn ist ein Tag wie tausend Jahre, und tausend Jahre sind für ihn wie ein Tag. 9 Es ist also keineswegs so, dass der Herr die Erfüllung seiner Zusage hinauszögert, wie einige denken. Was sie für ein Hinauszögern halten, ist in Wirklichkeit ein Ausdruck seiner Geduld mit euch. Denn er möchte nicht, dass irgendjemand verloren geht; er möchte vielmehr, dass alle zu ihm umkehren. 10 Trotzdem: Der Tag des Herrn wird kommen, und er kommt ´so unerwartet` wie ein Dieb. An jenem Tag wird der Himmel mit gewaltigem Krachen vergehen, die Gestirne werden im Feuer verglühen, und über die Erde und alles, was auf ihr getan wurde, wird das Urteil gesprochen werden. 11 Wenn das alles auf diese Weise vergeht, wie wichtig ist es da, dass ihr ein durch und durch geheiligtes Leben führt, ein Leben in der Ehrfurcht vor Gott! 12 Wartet auf den großen Tag Gottes; verhaltet euch so, dass er bald anbrechen kann! Sein Kommen bedeutet zwar, dass der Himmel in Brand geraten und vergehen wird und dass die Gestirne im Feuer zerschmelzen. 13 Doch wir warten auf den neuen Himmel und die neue Erde, die Gott versprochen hat – die neue Welt, in der Gerechtigkeit regiert.

Jesus Christus entscheidet, wann er kommt und wenn er kommt, dann ist es der richtige Zeitpunkt, darauf können wir vertrauen. Die Verantwortung, wer gerettet wird und wer nicht, liegt ganz klar in Gottes Hand und nicht in unserer, und darüber bin ich sehr froh.

Lasst uns so leben, dass wir bereit sind. Und wir können uns auf die neue Welt freuen.

Zusammenfassung

Wir haben heute über „Ankunft“ nachgedacht, insbesondere über die Ankunft von Jesus Christus.