Alles ist vergeblich (Prediger 1+2)

Gottesdienst (Kampagne: Prediger; Einheit 1: Alles ist vergeblich), , , Evangelisch-freikirchliche Gemeinde Leichlingen

Einleitung

Der Titel der ersten Einheit ist ja „Alles ist vergeblich“ und ich hoffe nicht, dass wir das nachher von unserer Kampagne sagen.

Normalerweise bin ich ein Fan davon, erst den Bibeltext ohne jegliche Vorbetrachtungen zu lesen und sich dann danach Gedanken zu machen.

Bei diesem Buch „Prediger“ bin ich davon abgewichen, weil der Text sonst sehr verwirren kann.

Ich glaube, dass der Autor „Salomo“ nur die Perspektive „unter der Sonne“ hat.

Dazu möchte ich ein Bild verwenden. Stellt Euch vor, ihr steht in einen Menschmenge auf einem Volksfest vor einer Bühne und ihr seid klein und steht ziemlich weit hinten. Ihr seht nur Menschen um Euch herum, aber ihr seht nicht, was auf der Bühne passiert. Ihr könnt es vielleicht erahnen, aber letztendlich wisst ihr nichts.

Wenn ihr gute Beobachter und sehr klug seid, dann könnt ihr die Menschen um euch herum vielleicht gut beurteilen, vielleicht verstehen, warum sie genau diese Klamotten anhaben, riechen, was sie gegessen haben, ob sie rauchen oder nicht, usw.

Aber ihr seht nicht das Entscheidende, was hinter der Menschenmenge auf der Bühne passiert. Ihr seht nicht das, warum ihr eigentlich dort seid.

Ich glaube, dass es Salomo hier in diesem Buch genauso geht. Und er empfindet es als sinnlos.

Ihr wisst aber auch, als ihr noch Kinder wart und ihr in so einer Menschenmenge standet, was dann passiert ist. Euer Vater oder eure Mutter hat Euch hochgehoben, vielleicht auf die Schultern gesetzt, und ihr konnten auf einmal alles sehen.

Und genauso hebt uns unser himmlischer Vater empor, so dass wir mehr sehen und erkennen können. Wir können nun über die Menschenmenge hinaus die Bühne sehen, wir können das sehen, worauf es ankommt.

Von daher habe ich als Kontrast zu „Unter der Sonne“ häufig den Ausdruck „der offene Himmel“ gewählt. Wir können mehr als Salomo sehen und wir sollten uns dem beim Lesen bewusst sein.

Mich würde sehr interessieren, ob hier jemand dieser meiner Betrachtungsweise widerspricht, also das nicht so sieht, dass Salomo hier nur den Blick auf einen verschlossenen Himmel hat. Darüber würde ich mich sehr gerne austauschen; unterschiedliche Meinungen sind ja immer interessant, weil man viel daraus lernen kann und selbst wenn es nur dazu führt, dass man seine eigene Ansicht neu reflektiert und neu darüber nachdenkt.

Ein paar Worte noch zu dem Wort „Prediger“. Im Hebräischen heißt es „Kohelet“ und wörtlich heißt es eigentlich „der Sammelnde“. Das können zum Einen bedeuten, dass der Autor Weisheiten gesammelt hat oder es bedeutet, dass der Autor Lernende zu sich versammelt.

Luther hat „Kohelet“ mit „Prediger“ übersetzt, wie die meisten protestantischen Bibeln. Die im Kampagnenheft verwendete „Neues Leben“-Bibel schreibt „Lehrer“ und die Einheitsübersetzung, die häufig von Katholiken und Orthodoxen verwendet wird, schreibt „Kohelet“.

Die Übersetzung „Lehrer“ ist für uns vielleicht gar nicht schlecht, denn wir wollen ja etwas lernen.

Alles ist sinnlos

Betrachten wir nun die ersten Verse aus dem Predigerbuch:

2 »Es ist alles sinnlos und bedeutungslos«, sagt der Lehrer, »unnütz und bedeutungslos ­ ja, es ist alles völlig sinnlos.« 3 Was hat ein Mensch davon, wenn er sich sein Leben lang müht und plagt? 4 Generationen kommen und gehen, doch die Erde ändert sich durch die Zeiten nicht. 5 Die Sonne geht auf und geht unter und zieht ihre Bahn am Himmel, nur um an der gleichen Stelle wieder aufzugehen. 6 Der Wind weht nach Süden, dann dreht er ab nach Norden, er weht hierhin und dorthin, er dreht sich und schlägt um und gelangt doch nirgendwo hin. 7 Die Flüsse fließen ins Meer, trotzdem wird das Meer nicht voller. Das Wasser kehrt immer wieder zu den Quellen der Flüsse zurück, um dort neu zu entspringen. 8 Alles Reden ist mühselig. Nichts kann der Mensch vollständig in Worte fassen. Das Auge kann sich niemals satt sehen und das Ohr kann nie genug hören. 9 Was einmal gewesen ist, kommt immer wieder, und was einmal getan wurde, wird immer wieder getan. Es gibt nichts Neues unter der Sonne. 10 Gibt es eigentlich irgendetwas, von dem man sagen könnte: »So etwas gab es noch nie!«? Nein, alles gab es schon irgendwann einmal in längst vergangenen Zeiten. 11 Wir haben nur vergessen, was damals geschehen ist. Und in einigen Jahren wird man sich nicht mehr an das erinnern, was wir jetzt tun.

Das sind jetzt die Einstiegsverse und sie hören sich schon ziemlich depressiv an. In älteren Bibelübersetzungen wird der Anfang mit „Alles ist eitel“ übersetzt, was heute kaum noch jemand versteht.

Ganz modern würde man wahrscheinlich eher sagen: „Es ist alles für'n A...“

Generationen kommen und gehen, aber die Erde ändert sich nicht. Wir kriegen sie in der heutigen Zeit höchsted noch ein bisschen kaputter.

Sonne, Wind, Regen ist immer gleich, nichts ändert sich. Na ja, durch den Klimawandel scheinen sich schon Dinge zu ändern, aber das ist nicht das, was der Prediger hier meint. Auch das Wetter hat kein Ziel. Der Mensch kommt auch nie zum Ziel, weil er nie alles erfassen kann.

Und was war, kommt immer wieder, es gibt nichts neues unter der Sonne. Und wenn wir glauben, dass es etwas neues gibt, dann haben einfach nur vergessen, dass es das schon einmal gab.

Neee, das stimmt doch so nicht. Es ist nicht alles vergeblich.

Ein Beispiel aus 1. Korinther 3, 11-15; NL

11 Denn niemand kann ein anderes Fundament legen als das, das schon gelegt ist - Jesus Christus. 12 Wer nun auf dieses Fundament aufbaut, kann dazu Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu oder Stroh verwenden. 13 Am Tag des Gerichts wird sich die Arbeit jedes Einzelnen im Feuer bewähren müssen. Das Feuer wird zeigen, von welcher Qualität das Bauwerk ist. 14 Wenn es dem Feuer standhält, wird der, der es gebaut hat, Lohn empfangen. 15 Doch wenn sein Werk verbrennt, wird er einen schmerzlichen Verlust erleiden. Er selbst wird zwar gerettet werden, aber nur wie einer, der mit Mühe und Not einem Feuer entkommt.

Wenn man mit Jesus unterwegs ist, dann hat unser Leben sogar Auswirkungen in die Ewigkeit. Es ist also nicht alles sinnlos und bedeutungslos und was Du für Jesus tust, wird sich auch lohnen. Man sieht den Lohn leider oft auf Erden nicht, wahrscheinlich fühlt man sich manchmal wie Salomo und denkt in dunklen Stunden wirklich: Alles ist vergeblich.

Aber wie der genannte Bibeltext zeigt, und das ist nur einer von vielen, ist es nicht vergeblich, mit Jesus Christus zu gehen.

Auch die Aussage, dass der Mensch nichts vollständig erfassen kann, sich niemals sich satt sehen kann und nie genug hören kann, stimmt so nicht. Wenn man diese Aussage allerdings so versteht, dass man immer dazulernen kann und damit nie fertig wird, dann empfinde ich das hier auf Erden sehr positiv. Dazu zu lernen, finde ich gut.

Ich glaube aber, dass diese Aussage über das reine Wissen hinausgeht. Wer immer auf der Suche nach Frieden und Zufriedenheit ist und es nicht findet, dann kann das ein sehr frustrierendes Leben werden.

Das muss aber nicht so sein. Betrachten wir 1. Korinther 13, 12; NL

Jetzt sehen wir die Dinge noch unvollkommen, wie in einem trüben Spiegel, dann aber werden wir alles in völliger Klarheit erkennen. Alles, was ich jetzt weiß, ist unvollständig; dann aber werde ich alles erkennen, so wie Gott mich jetzt schon kennt.

In völliger Klarheit erkennen, so wie ich erkannt bin, das ist uns Christen vorausgesagt.

Diese beiden neutestamentlichen Stellen, die ich angeführt habe (und es gibt noch viel mehr), münden so ein bisschen in einem Widerspruch zu Salomos Aussage: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne.“

Damals vielleicht nicht, aber dann kam Gott in Jesus Christus auf die Erde und starb für unsere Sünden und das war wirklich etwas Neues. Das hat es noch nie gegeben.

Und auch wir Menschen persönlich können etwas Neues erleben. In Hesekiel 36, 26; NL ist für das Volk Israel prophezeit:

26 Und ich werde euch ein neues Herz geben und euch einen neuen Geist schenken. Ich werde das Herz aus Stein aus eurem Körper nehmen und euch ein Herz aus Fleisch geben.

Und dieses neue Herz ist auch für uns Menschen heute da, wenn wir uns an Johannes 1, 12.13; NL halten:

12 All denen aber, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden. 13 Sie wurden dies weder durch ihre Abstammung noch durch menschliches Bemühen oder Absicht, sondern dieses neue Leben kommt von Gott.

Und wenn wir dieses neue Leben haben, dann werden wir hochgehoben und können über die Menschenmenge hinweg die Bühne sehen, wenn ich das Bild vom Anfang noch einmal aufgreifen darf.

Allerdings ist dieses Bild natürlich nur unvollkommen. Es kommt auch noch das Bleibende hinzu, dass das Leben Auswirkungen in die Ewigkeit hat. Darüber haben wir ja am Anfang schon gesprochen, dass das Leben nicht vergeblich ist.

In den folgenden Abschnitten betrachtet Salomo die Themen Weisheit, Vergnügen und Arbeit sehr grundsätzlich und das möchte ich im Folgenden auch tun. Wir werden während der Kampagne immer wieder auf diese Themenblöcke zurückkommen und auch detaillierter darauf eingehen.

Weisheit ist sinnlos

Kommen wir zur Weisheit (Prediger 2, 12-15; NL):

12 Ich, der Lehrer, war einst König in Israel und regierte in Jerusalem. 13 Ich bemühte mich, mithilfe meines Verstandes die Dinge zu erforschen und zu erkunden. All mein Streben galt der Weisheit, denn mit ihrer Hilfe wollte ich ergründen, was in der Welt geschieht: Es ist eine mühsame Arbeit, und Gott hat sie den Menschen auferlegt, damit sie sich damit quälen. 14 Ich habe die Menschen bei ihrem täglichen Tun beobachtet. Es ist alles sinnlos und gleicht dem Versuch, den Wind einzufangen. 15 Was krumm ist, kann nicht gerade werden, und was nicht vorhanden ist, kann auch nicht gezählt werden

Das ist interessant. Er sagt hier eigentlich aus, dass Weisheit nichts verändern kann. Helfen Lebensweisheiten, gute Ratschläge, schlaue Sprüche?

Salomo setzt in V.18 noch einen drauf:

18 Denn je größer die Weisheit ist, desto größer ist auch die Mutlosigkeit, und je größer die Erkenntnis wird, umso mehr steigert sich auch die Enttäuschung.

Na ja, was nützt einem alle Weisheit, alle Klugheit und aller Verstand, wenn man damit nichts ändern kann? Aber kann man wirklich nichts ändern. Können krumme Dinge nicht doch gerade werden?

Wir wissen, dass manche krumme Typen, die sich für Jesus entschieden, ihr Leben geändert haben und doch „gerade“ geworden sind. Das kommt aber natürlich auch bei Menschen vor, die nicht mit Jesus unterwegs sind. Und wir sollten uns auch über jeden krummen Typen freuen, der nicht mehr krumm lebt, weil das unser Umfeld und unser Leben sicherer und schöner macht.

Aber wo sind denn die Grenzen der Weisheit? Vielleicht fällt einem dazu Römer 1, 20-23; NL ein:

20 Seit Erschaffung der Welt haben die Menschen die Erde und den Himmel und alles gesehen, was Gott erschaffen hat, und können daran ihn, den unsichtbaren Gott, in seiner ewigen Macht und seinem göttlichen Wesen klar erkennen. Deshalb haben sie keine Entschuldigung dafür, von Gott nichts gewusst zu haben. 21 Obwohl sie von Gott wussten, wollten sie ihn nicht als Gott verehren oder ihm danken. Stattdessen fingen sie an, sich unsinnige Vorstellungen von Gott zu machen, und ihr Verstand verfinsterte sich und wurde verwirrt. 22 Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden dabei zu Narren. 23 Statt den herrlichen, ewigen Gott anzubeten, beteten sie Götzenbilder an, die vergängliche Menschen darstellten, oder Vögel, Tiere und Schlangen.

Offensichtlich könne sich Weise und kluge Menschen auch zum Narren machen, insbesondere wenn sie ihre Weisheit für absolut setzen.

Da gehören für mich Ausdrücke zu wie: „Mir kann keiner was erzählen, ich habe schon so viel erlebt.“

Ich glaube, Weisheit ist dann ein guter Diener, wenn man sich der Grenzen seiner Weisheit bewusst ist, wie es z.B. auch in dem Heft erwähnten Vers heißt (Kolosser 4, 5: NL):

Seid weise im Umgang mit Menschen von draußen, und nutzt die Gelegenheiten, die Gott euch gibt!

Weisheit, richtig angewendet, ist hilfreich und macht das Leben leichter.

Vergnügen ist sinnlos

Salomos nächster Versuch mit der empfundenen Vergeblichkeit umzugehen klingt sehr modern (Prediger 2, 1.2; NL):

1 Ich sagte mir: »Dann schaffe ich mir ein angenehmes Leben und genieße das Gute.« Doch ich erkannte, dass auch darin kein Sinn liegt. 2 »Es ist unsinnig zu lachen«, sagte ich mir. »Was für einen Nutzen hat es sich zu freuen?«

Also der erste Satz »Dann schaffe ich mir ein angenehmes Leben und genieße das Gute.« hört sich nach aktueller Werbung oder nach Work-Live-Balance an. Und das ist ja auch nicht falsch.

Aber er ist nicht zufrieden damit und er probierte wirklich alles aus und hatte auch die Mittel dazu (V. 10.11):

10 Wenn mir etwas ins Auge stach, was ich haben wollte, nahm ich es mir. Ich versagte mir keine einzige Freude. Und ich freute mich bei all den Mühen, die ich hatte ­ das war gleichsam ein Nebenlohn meiner Anstrengungen. 11 Doch als ich alles prüfend betrachtete, was ich mir mit meinen Händen erworben hatte, und die Mühe dagegen hielt, die ich darauf verwendet hatte, merkte ich, dass alles sinnlos war. Es war so unnütz wie der Versuch, den Wind einzufangen. Es gibt keinen bleibenden Gewinn auf dieser Welt.

Was erwarten wir von Vergnügen? Entspannung? Zeitvertreib? In manchen christlichen Kreisen war Vergnügen früher eher verpönt. Ein Christ ging nicht ins Kino, er ging nicht tanzen und was einem sonst noch Spaß macht.

In diesem Zusammenhang kamen ja auch so grundsätzliche Fragen auf, ob ein Christ überhaupt Spaß haben darf.

Dazu möchte ich den Vers anführen, der auch im Heft vorkommt (1. Timotheus 6, 17; NL):

Sag allen, die in dieser gegenwärtigen Welt reich sind, sie sollen nicht stolz sein und nicht auf ihr Geld vertrauen, das bald vergehen wird. Stattdessen sollen sie ihr Vertrauen auf den lebendigen Gott setzen, der uns alles reichlich gibt, was wir brauchen, damit wir uns daran freuen und es genießen können.

Dieser Vers zeigt deutlich, dass Freude und Genuss nichts Verkehrtes ist und man die Frage „Darf ein Christ Spaß haben?“ selbstverständlich mit „Ja“ beantworten muss.

Es geht nur darum, das Vergnügen richtig einzuordnen. Wenn man sein Vertrauen auf Gott setzt, dann werden wir auch Dinge zum Genuß bekommen, natürlich. Aber wenn man sein Vertrauen auf Jesus setzt, dann werden einem auch andere Dinge wichtig, dann ist das Vergnügen nicht mehr der Weg zur Zufriedenheit, wie Salomo es ausprobiert hat sondern nettes Beiwerk eines gütigen Gottes.

Ich weiß nicht, was im Laufe seines Lebens mit Salomo passiert ist, aber wir finden keinen Vers im Prediger, wo Salomo ausdrückt, dass er Gott vertraut. Auch das Wort „Glaube“ taucht nicht auf, was ja in der Bibel häufig gleichbedeutend mit Vertrauen ist.

Von daher sucht Salomo ewige Antworten im Vergnügen, aber das ist nur so, wie den Wind einzufangen. Das flutscht einem durch die Finger, das bringt nichts.

Arbeit ist sinnlos

Kommen wir zum letzten Punkt, dass ist die Arbeit.

Es gibt ja diesen alten Trauerspruch:

Nur Arbeit war dein Leben,
du dachtest nie an dich,
nur für die Deinen streben
hieltest du für deine Pflicht.

Gruselig, nicht wahr?

Der Evangelist Wilhelm Busch hat zu diesem Trauerspruch mal geäußert, dass das eher ein Trauerspruch für ein Pferd als für einen Menschen ist. Wobei, man muss vielleicht Jüngeren erklären, dass Pferde früher üblicherweise keine hochgepäppelten Haustiere waren, für die sich ihre Besitzer (nach meiner Erfahrung meistens Frauen) zum Teil verschulden, sondern es waren Arbeitstiere, die den ganzen Tag vor Karren gespannt waren, den Pflug auf dem Feld ziehen mussten und eigentlich nur gearbeitet haben. Für diese Pferde war Arbeit sicherlich der Lebenssinn, aber sie hatten auch keine Wahl.

17 Da wurde mir das Leben vollständig verleidet, denn es ist alles so sinnlos, als wolle man den Wind fangen. 18 Ich hasste meine Anstrengungen, die ich unternommen hatte, um etwas zu erreichen ­ ich muss ja doch alles meinem Nachfolger hinterlassen! 19 Und wer weiß, ob dieser weise oder töricht sein wird? Und dennoch wird ihm alles gehören, was ich durch Klugheit und harte Arbeit erworben habe. Das ist so sinnlos! 20 Ich verzweifelte fast, als ich mir alle Mühe und Arbeit vor Augen hielt, die ich mir hier auf der Erde gemacht hatte. 21 Denn es ist so: Ein Mensch müht sich ab, gibt Weisheit, Einsicht und sein ganzes Geschick daran, etwas zu erreichen. Dann aber muss er alles, was er erreicht hat, einem Menschen hinterlassen, der nichts dafür getan hat. Das ist völlig sinnlos und ungerecht.

Hier ist es wieder, das Nicht-Bleibende. Wofür schuftet man, wenn letztendlich nichts dabei herauskommt?

Für die Pferde kam auch nicht so viel bei raus, die kamen zum Abdecker, wenn sie fertig waren.

Wenn man durch Arbeit Erfüllung erhalten will, kommt man natürlich an Grenzen. Ein stückweit Erfüllung ist natürlich normal. Wenn man etwas gemacht hat, dann gibt einem das eine gewisse Befriedigung. Wenn ich in meiner Werkstatt etwas zusammengebastelt habe, dann laufe ich natürlich zu meiner Frau und prahle: „Guck mal, was ich gemacht habe.“

Aber richtige Erfüllung gibt das nicht. Die Arbeit kann nur ein Diener sein, so wie es z.B. in Apostelgeschichte 20, 35; NL von Paulus geschildert wird:

35 Stets war ich euch ein Vorbild, wie ihr durch harte Arbeit den Armen helfen könnt. Behaltet die Worte von Jesus, dem Herrn, in Erinnerung: `Es liegt mehr Glück im Geben als im Nehmen.´«

Die Arbeit gibt einem Mittel, anderen zu helfen. Sie gibt einem Mittel, zu überleben und natürlich auch für ein bisschen Vergnügen.

Und insbesondere wenn der Lohn der Arbeit direkt oder indirekt zum Reich Gottes beiträgt, war sie nicht sinnlos und vergebens.

Zusammenfassung

Ich komme zum Schluss: