Alles nur Trödel?

Stadtfestgottesdienst, , , Leichlingen Postwiese

Einleitung

Mir sind in meinem Leben schon mehrfach Leute begegnet, die einen Haushalt auflösen mußten, weil der letzte Bewohner dieses Haushalts gestorben ist.

Das lief dann häufig so ab, daß eine Zeitlang versucht wurde, Sachen, die die Erben nicht haben wollten, zu verkaufen.

Das wurde über Anzeigen gemacht, über Online-Auktionen oder am Wochenende wurde das Haus geöffnet und Interessierte konnten sich dann alles ansehen.

Manche hatten dann sogar alle zu verkaufenden Dinge mit Preisschildern ausgezeichnet.

Und sicherlich wird man auch hier auf dem Stadtfest viele alte Sachen finden, die aus solchen Haushaltsauflösungen stammen.

Dabei treten oft diverse Schwierigkeiten auf:

Zum einen tritt dieser Fall meistens recht unerwartet auf, selbst wenn der letzte Bewohner schon ziemlich krank ist; aber man kann ja nicht den Haushalt schon auflösen, solange der Bewohner noch lebt.

Zum anderen hat man oft nicht viel Zeit, so einen Haushalt aufzulösen, denn jede Wohnung, jedes Haus hat nicht unbeträchtliche laufende Kosten und man kann die Wohnung ja nicht so lange leer stehen lassen, bis alles darin verkauft ist.

Folglich gibt man den Rest meist einem professionellen Trödler oder Entrümpler, der noch einiges daraus verwertet und den Rest auf den Müll wirft.

Dabei ergibt sich oft, daß Dinge, insbesondere Möbel, die einmal sehr teuer waren und von guter Qualität sind, niemand mehr haben will, weil sie unmodern sind.

Wir haben einmal einen sehr guten Wohnzimmertisch aus so einer Auflösung geschenkt bekommen, den niemand haben wollte und auch wir konnten ihn eigentlich nicht gebrauchen, aber bevor er direkt auf den Müll kommt, verbrauchen wir ihn als Terassentisch, wofür er natürlich eigentlich nicht gedacht ist.

Ich finde solche Haushaltsauflösungen irgendwo auch ein bißchen gruselig.

Bleibt von unserem Leben nur ein Haufen Trödel und Müll übrig?

Gott sei Dank besteht unser Leben nicht nur aus unserer Wohnung, aber ich möchte mit Ihnen heute darüber nachdenken, was ist das Ergebnis von unserem Leben, was bleibt am Schluß übrig, was ist am Schluß wichtig?

Es gibt in der Bibel ein Buch, wo da schon einmal jemand intensiv darüber nachgedacht hat.

Das war der König Salomo, der Erfinder des salomonischen Urteils, im Buch „Prediger“ oder auch „Kohelet“ genannt, je nach Bibelübersetzung.

Dieser Salomo war sehr weise und klug und er sagt in Kapitel 1, 12-14; (HFA)

12 Ich, der Prediger, war König von Israel und regierte in Jerusalem. 13 Ich gab mir viel Mühe, alles auf der Welt mit meiner Weisheit zu erforschen und zu begreifen. Doch was für eine große Last ist das! Gott hat sie den Menschen auferlegt, sie sollen sich damit abmühen! 14 Ich beobachtete, was auf der Welt geschieht, und erkannte: Alles ist vergebliche Mühe - gerade so, als wollte man den Wind einfangen.

Das erscheint eine ziemlich negative Sicht zu sein.

Aber betrachten wir doch einmal unser Leben und vergleichen es mit dem, was Salomo hier sagt.

Ich beginne mal mit der

Beruflichen Bilanz

Der Ausdruck „berufliche Bilanz“ gefällt mir eigentlich nicht so, aber mir ist nichts besseres eingefallen.

Ich meine damit: Was haben wir in unserem Leben so alles geschaffen?

Früher wollten ja irgendwelche Könige und andere Herrscher einen bleibenden Eindruck für die Nachwelt hinterlassen und ließen große Bauwerke und Denkmäler bauen.

Oder Künstler wollten und wollen auch heute noch durch ihre Werke quasi unsterblich werden.

Viele davon sind jedoch in Vergessenheit geraten, weil ihre Werke eben doch nicht „unsterblich gut“ waren.

Ich glaube schon, daß es für die meisten von uns wichtig ist, was wir in unserem Leben beruflich erreichen.

Nun kann man nicht immer festhalten, vorzeigen oder berechnen, was man im Leben so gemacht hat.

Ein Schreiner könnte vielleicht die Tische zählen, die er hergestellt hat oder ein Bäcker die Backwaren.

Ein Verkäufer kann die Einheiten zählen, die er verkauft hat.

Oft genug ist sein Gehalt ja auch provisionsbasiert.

Bei manchen Managern hat man so den Eindruck, daß sie, egal was sie tun, immer Erfolg haben, denn sie bekommen ja immer ihren Bonus, egal, wie es der Firma geht.

Dieses System ist schon zurecht in die Kritik geraten und eine objekte Erfolgsbeurteilung ist schon sehr sinnvoll.

Aber was macht ein Berater, z.B. ein Schuldenberater?

Er könnte sich vielleicht daran messen lassen, wieviel seiner Klienten nach einer gewissen Zeit schuldenfrei sind.

Was macht ein Gärtner, dessen Arbeit nach ein paar Jahren nicht mehr sichtbar ist?

Oder jemand aus einer Putzkolonne? Nach wenigen Tagen, oder sogar nach nur einem Tag, ist nichts mehr von seiner Arbeit sichtbar.

Wie berechnet man das Ergebnis der Arbeit eines Polizisten?

Anzahl der Verhaftungen, der Verkehrskontrollen oder den Rückgang der Kriminalität in seinem Bezirk? Vielleicht sind die Bösen nur weggezogen und er kann da gar nichts dafür?

Und wie berechnet man das Erfolgsergebnis von sozialen Berufen, wie z.B. Erzieher oder Altenpfleger?

Das kann man irgendwie gar nicht.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Jeder dieser Berufe, die ich aufgezählt habe und ich habe ja nur ein Bruchteil aller Berufe aufgezählt, ist nützlich, wertvoll und kann erfüllend sein.

Und es ist natürlich auch richtig, daß man versucht, einen Job zu finden, der einen herausfordert, ein Stück weit erfüllt und – natürlich als wichtiges – von dem man leben kann.

Und oft kann man auf das, was man im Beruf schafft, stolz sein.

Ich selbst bin von Beruf Software-Entwickler und ich habe im Laufe meines Beruflebens viele Computerprogramme geschrieben und ich mache das immer noch unheimlich gerne; das ist eigentlich mein Traumjob.

Die Quelltexte aller dieser Programme, die ich in meinem Leben insgesamt schreibe, würde man wahrscheinlich komplett auf eine so eine Speicherkarte bekommen können, vielleicht 8 Gb oder auch 32 Gb. Programmquelltexte verbrauchen nicht so viel Platz.

Das hier (Attrappe hochhalten) wäre dann das Ergebnis meines beruflichen Lebens, und in 10 Jahren, nach dem ich in Rente gegangen bin, wird das wahrscheinlich niemanden mehr interessieren, da Computerprogramme ziemlich schnell veralten. (vielleicht die Speicherkartenattrappe zerbrechen)

Ich denke, daß man für die meisten von uns sagen kann, daß das, was wir in unserem Berufsleben geschaffen haben, nach unserer Rente und erst recht nach unserem Tod ziemlich schnell in Vergessenheit gerät.

Also, alles nur Trödel, als Bilanz unseres Beruflebens?

Auch Salomo hat probiert, durch große Werke Zufriedenheit zu erlangen (Prediger 2, 4-11; HFA)

4 Ich schuf große Dinge: Ich baute mir Häuser und pflanzte Weinberge. 5 Ich legte Ziergärten und riesige Parks für mich an und bepflanzte sie mit Fruchtbäumen aller Art. 6 Ich baute große Teiche, um den Wald mit seinen jungen Bäumen zu bewässern. 7 Ich erwarb Knechte und Mägde zu denen hinzu, die schon lange bei uns lebten und zu Zeiten meines Vaters in unserem Haus geboren wurden. Ich besaß größere Rinder- und Schafherden als alle, die vor mir in Jerusalem regiert hatten. 8 Meine Schatzkammern füllte ich mit Silber und Gold, mit Schätzen aus anderen Königreichen. Ich ließ Sänger und Sängerinnen an meinen Hof kommen und hatte alle Frauen, die ein Mann sich nur wünschen kann. 9 So wurde ich berühmter und reicher als jeder, der vor mir in Jerusalem regiert hatte, und meine Weisheit verlor ich dabei nicht. 10 Ich gönnte mir alles, was meine Augen begehrten, und erfüllte mir jeden Herzenswunsch. Meine Mühe hatte sich gelohnt: Ich war glücklich und zufrieden. 11 Doch dann dachte ich nach über das, was ich erreicht hatte, und wie hart ich dafür arbeiten musste, und ich erkannte: Alles war letztendlich sinnlos - als hätte ich versucht, den Wind einzufangen! Es gibt auf dieser Welt keinen bleibenden Gewinn.

Er hatte alle finanziellen Möglichkeiten, er konnte alles ausprobieren.

Wir sind ja manchmal – oder oft – durch wirtschaftliche Zwänge in unserer beruflichen Selbstverwirklichung etwas eingeengt, aber Salomo konnte machen, was er wollte.

Und trotzdem kommt er zu dem Schluß, daß nach einer ersten Zufriedenheit alles nur so ist, als würde man den Wind einfangen.

Es ist unwichtig, es führt zu nichts, am Ende ist alles nur Trödel.

Nun werden einige einwenden – und ich persönlich seh das genauso –, daß man seine Zufriedenheit nicht alleine über den Beruf beziehen soll.

Da wird dann in erster Linie

Die Familie

genannt.

Man hat in seine Kinder investiert und ist ein bißchen stolz, wenn sie groß sind und in ihrem Leben gut zurecht kommen.

Man freut sich über die Enkel, wenn welche da sind, und hat mit dem Blick auf seine Kinder schon den Eindruck, daß man im Leben einiges erreicht hat.

Interessant ist, daß Salomo in dem Buch „Prediger“ sich wenig zum Thema „Familie“ äußert.

Er betont, daß es gut ist, einen Gefährten zu haben (Prediger 4, 9-12; HFA):

9 Zwei haben es besser als einer allein, denn zusammen können sie mehr erreichen. 10 Stürzt einer von ihnen, dann hilft der andere ihm wieder auf die Beine. Doch wie schlecht steht es um den, der alleine ist, wenn er hinfällt! Niemand ist da, der ihm wieder aufhilft! 11 Wenn zwei in der Kälte zusammenliegen, wärmt einer den anderen, doch wie soll einer allein warm werden? 12 Einer kann leicht überwältigt werden, doch zwei sind dem Angriff gewachsen. Man sagt ja auch: "Ein Seil aus drei Schnüren reißt nicht so schnell!"

Und das gilt besonders im Alter, wenn man erst recht nicht mehr so gut alleine kann.

Ist also der Schluß richtig, daß eine erfolgreiche Lebensbilanz eine glückliche Familie im Alter ist?

Haben dann die ohne Familie oder, wo sich die Familie aus welchem Grund auch immer zerstritten hat, prinzipiell keine erfolgreiche Lebensbilanz?

Man merkt, daß man mit Pauschalantworten dem Thema irgendwie nicht gerecht wird.

Eine Familie ist etwas Tolles, aber als alleinige Lebenserfolgsbilanz reicht sie nicht.

Es gibt ja diesen alten Spruch:

Ein Mann soll in seinem Leben ein Haus bauen, einen Sohn zeugen und einen Baum pflanzen.

Das klingt zurecht in unseren heutigen Ohren albern.

Aber was sollen wir in unserem Leben schaffen, damit wir mit unserer Lebensbilanz zufrieden sind?

Was sagt die Bibel dazu?

Vor ein paar Wochen ist mir eine Bibelstelle neu wichtig geworden, die die Antwort darauf kurz und eindringlich gibt.

Zur Vorgeschichte: Jesus hatte 72 Jünger in umliegende Dörfer und Städte gesendet, um von ihm zu erzählen, Menschen zu heilen und Dämonen auszutreiben.

In Lukas 10, 17-19; (NGÜ) ist beschrieben, wie sie zurückkommen:

17 Die zweiundsiebzig Jünger kehrten voller Freude zurück. »Herr«, sagten sie, »sogar die Dämonen müssen uns gehorchen, wenn wir uns auf deinen Namen berufen!« 18 Da sagte Jesus zu ihnen: »Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. 19 Es ist wahr, ich habe euch Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu überwinden, und nichts wird euch schaden können.

Jesus hatte seine Jünger hier mit besonderer Macht ausgestattet, so daß sie tolle Sachen machen konnten. Sie konnten richtig etwas bewegen.

Das müssen gigantische Erlebnisse gewesen sein.

Nicht jeder von uns ist mit so einer Macht ausgestattet und nicht jeder von uns wird solche Erlebnisse haben, aber wir Menschen können schon viel.

In unserem Beruf bringen gute Leistungen, unsere Kinder ziehen wir groß, wir haben wirklich genug getan, worauf wir stolz sein können.

Und manch einer stellt sich auch vor, daß er am Ende seines Lebens stolz auf sein Lebenswerk zeigt.

Und ich bin sicher, daß, genauso wie Jesus hier die Macht und die Erlebnisse seiner Jünger bestätigt, sieht er auch unsere Leistungen und unser Lebenswerk und er wird unsere Leistungen auch realistisch einschätzen können.

Aber dann Jesus fügte noch etwas hinzu:

20 Doch nicht darüber sollt ihr euch freuen, dass euch die Geister gehorchen. Freut euch vielmehr, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind.«

Also sinngemäß: Freut euch nicht über eure tollen Erlebnisse oder über eure tollen Leistungen, sondern darüber, daß eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind.

Diese Aussage gilt sicherlich genauso für die Lebensbilanz, denn gerade am Ende des Lebens wird es immer wichtiger, ob man mit Gott im Reinen ist.

Jesus Christus hat diesen Satz ja hier zu seinen Jüngern gesagt, also zu Menschen, die bewußt ihm nachgefolgt sind und auf ihn gehört haben.

Die entscheidende Frage, die sich hier auftut, ist:

Wessen Namen sind im Himmel aufgeschrieben?

Ich bin einerseits ganz sicher, daß das nichts mit der Mitgliedschaft in irgendeiner Kirche oder Gruppierung zu tun hat.

Andererseits glaube ich auch, daß Gott jeden einzelnen Menschen sehr ernst nimmt und ihn eigenverantwortlich geschaffen hat.

Wir finden mehr dazu in einem Brief in der Bibel, den der Apostel Paulus an Christen im alten Rom geschrieben hat (Römer 8, 14-17; NGÜ):

14 Alle, die sich von Gottes Geist leiten lassen, sind seine Söhne ´und Töchter`. 15 Denn der Geist, den ihr empfangen habt, macht euch nicht zu Sklaven, sodass ihr von neuem in Angst und Furcht leben müsstet; er hat euch zu Söhnen und Töchtern gemacht, und durch ihn rufen wir, ´wenn wir beten`: »Abba, Vater!« 16 Ja, der Geist selbst bezeugt es uns in unserem Innersten, dass wir Gottes Kinder sind. 17 Wenn wir aber Kinder sind, sind wir auch Erben – Erben Gottes und Miterben mit Christus. Dazu gehört allerdings, dass wir jetzt mit ihm leiden; dann werden wir auch an seiner Herrlichkeit teilhaben.

„Miterben mit Jesus Christus“, genau das bedeutet die Aussage „Eure Namen im Himmel aufgeschrieben“.

Und – ganz wichtig – Gott bezeugt es uns so, daß wir es merken, in unserem Innersten.

Wenn Sie nun dabei sind oder anfangen, über die Bilanz ihres Lebens nachzudenken – vielleicht angestoßen durch den Tod von Verwandten oder Freunden – oder weil Sie die Lebensmitte erreicht haben und darüber nachdenken, ob das alles ist oder ob das Leben so weitergehen soll, dann ist das eine gute Sache.

Aber ich möchte Sie einladen, noch darüber hinaus nachzudenken, ob Sie von sich auch sagen können, daß Ihr Name im Himmel aufgeschrieben ist.

Dann ist es auch nicht mehr so wichtig, ob Sie auf Ihr Leben stolz sind oder ob Sie im Rückblick nur einen Haufen Lebens-Trödel sehen.

Ich selbst bin 43 Jahre alt und denke auch ab und zu – wie wahrscheinlich viele in meinem Alter – darüber nach, inwieweit familiäre und berufliche Pflichten den Rest meines Lebens bestimmen oder ich auch noch einmal ganz andere Dinge machen kann.

Ich würde z.B. gerne mal ein Buch schreiben und herausgeben und vielleicht wird das ja noch irgendwann einmal etwas; das ist ja nicht mehr so teuer wie früher.

Aber im Vergleich zur Gewißheit, daß mein Name im Himmel bei Jesus Christus aufgeschrieben ist, ist das unwichtig, obwohl mir dieser Gedanke mit dem eigenen Buch schon ernst ist, aber im Vergleich zu dieser Gewißheit ist es unwichtig.

Es ist eine Freude, Gewißheit darüber zu haben, wenn der eigene Name im Himmel aufgeschrieben ist.