2. Chronik 13, 1-12 (Abiijas Rede)

Gottesdienst , , , Evangelisch-freikirchliche Gemeinde Leichlingen

Einleitung

Ich möchte mit Euch den Bibeltext aus 2. Chronik 13, 1-12 betrachten. 

Um einen Überblick zu bekommen, möchte ich Euch diesen Text erstmal mehr erzählen als vorlesen (weitgehend nach „Hoffnung für alle“): 

(so lesen, wie Abija wahrscheinlich gesprochen hat) 

Abija wurde König von Juda und war ein Enkel von Salomo. Er führte Krieg mit Jerobeam, dem König von Israel.

Er zog mit 400.000 erfahrenen Soldaten aus, um Jerobeam anzugreifen und Jerobeam stellte Abija ein Heer von 800.000 guten Soldaten entgegen. Als die beiden Heere sich im Bergland von Ephraim gegenüberstanden, stieg Abija auf einen Berg und rief:

«Jerobeam und all ihr Israeliten, hört mir zu! Habt ihr vergessen, daß der Herr, der Gott Israels, mit meinem Urgroßvater David einen ewigen Bund geschlossen hat? Er hat ihm und seinen Nachkommen für alle Zeiten die Herrschaft über ganz Israel gegeben. Trotzdem hat Jerobeam sich gegen seinen Herrn, den Enkel Davids, aufgelehnt. Er scharte nichtsnutzige Schurken um sich und wiegelte sie gegen Rehabeam, Salomos Sohn, auf. Rehabeam war noch zu jung und unerfahren, er konnte ihnen nicht die Stirn bieten. Und jetzt glaubt ihr, die Nachkommen Davids besiegen zu können, denen der Herr die Königsherrschaft anvertraut hat, nur weil ihr so viele seid und weil ihr goldene Kälber bei euch habt, die euch Jerobeam als Götter gemacht hat!

Die Priester des Herrn, die Nachkommen Aarons, habt ihr vertrieben und ebenso die Leviten. Und dann habt ihr an ihrer Stelle Priester nach eigenem Gutdünken eingesetzt, genau wie die anderen Völker. Wer zum Priester geweiht werden wollte, brauchte nur mit einem Stier und sieben Schafböcken daherkommen, und schon war er ein Priester im Dienst der Götter, die gar keine sind!

Wir aber bezeugen: Der Herr ist unser Gott, ihn verlassen wir nicht. Nur die Nachkommen Aarons sind unsere Priester, sie und die Leviten dienen dem Herrn.  Jeden Morgen und jeden Abend bringen sie ihm Brandopfer und wohlriechende Räucheropfer dar. Ja, wir dienen dem Herrn, unserem Gott, ihr aber habt ihn verlassen.

Gott hilft uns, er geht uns im Kampf voran! Seine Priester sind bei uns, und sie werden die Kriegstrompeten gegen euch blasen. Ich warne euch, ihr Israeliten! Kämpft nicht gegen den Herrn, den Gott eurer Vorfahren! Diesen Krieg könnt ihr nicht gewinnen!»

Was soll man von dieser Rede halten? 

Auf den ersten Blick könnte man es fast für eine Evangelisationspredigt halten, mit der er Menschen für den wahren Glauben gewinnen will. 

Auf den zweiten Blick erscheint es mir aber eher eine Propagandarede, mit der die feindlichen Soldaten zum Überlaufen motiviert werden sollen.

Abija ist im Krieg und wenn er es schafft, feindliche Soldaten zum Überlaufen zu bewegen, dann ist das sicherlich zum Vorteil für ihn.

Und daher würde ich diesen Text so ein bißchen provokant zusammenfassen mit der Aussage:  

„Wir sind die Guten!“ 

„Ihr könnt nicht gewinnen, denn wir sind die Guten.“ 

Und wie ist das bei uns? Sehen wir uns auch so, wie Abija sich und seine Leute sieht. 

Sind wir die Guten? 

Ich möchte nun gerne mit Euch den Text etwas detaillierter betrachten, und zwar unter anderem auch in Bezug auf diese Frage „Sind wir die Guten?“. 

Beginnen wir mit der  

Vorgeschichte dieses Textes

Was vorher passierte

Wie schon erwähnt ist Abija der Enkel von Salomo. 

Nun war unter Salomo Israel und Juda zu einem Gesamtisrael vereint und Salomo war im besonderen Maße von Gott gesegnet. 

Aber Salomo blieb Gott nicht treu. Er hatte viele Frauen und im Alter neigten seine Frauen sein Herz anderen Göttern zu. Er war nicht mehr ungeteilt auf Gott ausgerichtet. Er baute dann z.B. auch Tempel für andere Götter. 

Daraufhin kündigt Gott in 1. Könige 11, 11-13 an, daß den Nachkommen von Salomo das Königreich von Gesamtisrael weggenommen wird. Sie werden nur den Stamm Juda behalten. 

Und so ist es auch bei Salomos Sohn Rehabeam passiert. 

Rehabeam hat sich falsch beraten lassen und wollte den anderen Stämmen Israels harte Lasten auferlegen.  

Daraufhin haben sich diese Stämme einen anderen König ausgewählt, Jerobeam, und habe sich von Rehabeam losgesagt. 

Zwischenzeitlich hat Gott diese Teilung auch bestätigt, aber so richtig hörten die Könige nicht darauf. 

Deshalb gab es immer wieder Krieg zwischen beiden Ländern (2. Chronik 12, 15). 

Anscheinend ging dieser Krieg in erster Linie von Juda aus, welches die Teilung nicht akzeptieren wollte, aber das ist mehr eine Vermutung von mir. 

In diesem Klima wurde nun Abija, der Sohn von Rehabeams Lieblingsfrau, König und er zog nun wieder in den Krieg aus. 

Bevor wir uns jetzt in der Rede im Detail beschäftigen, sollten wir noch ein paar Blicke auf die Person Abijas werfen. 

Abijas Person

Man erfährt nicht wirklich viel über ihn als Person.  

Er war laut 1. Chronik 11, 21.22 – wie schon erwähnt – der Sohn der Lieblingsfrau von Rehabeam und wurde daher König. Er wurde in seiner Jugend schon als Fürst unter seinen Brüdern eingesetzt. 

In 1. Könige 15, 3 erfahren wir, daß er in den Sünden seines Vaters lebte und sein Herz nicht ungeteilt bei Gott war. Diese „Sünden seines Vaters“ waren in erster Linie der Dienst für andere Götter (1. Könige 14, 22-24). 

Vielleicht hatte er auch gute Phasen, wo er Gott treu war, aber das wird nirgendwo explizit erwähnt. 

Wenn man das nun so weiß, daß Abija ein Typ war, der das mit Gott nicht so ernst genommen hat, dann erscheint seine flammende Rede noch mehr in dem Licht, daß sie nur ein Mittel in der Kriegsführung und weniger als ehrlicher Aufruf zur Umkehr gemeint war. 

„Wir sind die Guten“ also nur als Schlachtruf, um die Feinde zu verunsichern und die eigenen Leute auf Linie zu bringen? 

Wir sollten uns trotzdem jetzt etwas detaillierter die Rede von Abija ansehen. 

Gott kann uns dadurch viel sagen, auch wenn Abija vielleicht ein wenig zwielichtig war. 

Abijas Rede

Ich lese nun die Abschnitte anhand der revidierten Elberfelder Übersetzung, weil die etwas genauer ist. 

V. 4b-7; Wem gehört Israel?

Hört mich an, Jerobeam und ganz Israel! Solltet ihr nicht erkannt haben, dass der HERR, der Gott Israels, das Königtum über Israel für ewig dem David gegeben hat, ihm und seinen Söhnen, durch einen Salzbund? Aber Jerobeam, der Sohn Nebats, der Knecht Salomos, des Sohnes Davids, erhob sich und empörte sich gegen seinen Herrn. Und es versammelten sich zu ihm ehrlose Männer, Söhne der Bosheit, und machten sich stark gegen Rehabeam, den Sohn Salomos. Rehabeam aber war noch jung und zaghaft und konnte ihnen nicht standhalten. 

Das hört sich einfach an. Laut Abija war sein Vater der rechtmäßige König von ganz Israel und ein paar böse Verschwörer haben ihn vertrieben. 

Er redet hier von einem „Salzbund“. 

Mit Salz konnte zum einen ein Bund zwischen zwei Menschen festgemacht werden, in dem man nach Bundesschluß gemeinsam Salz gegessen hat. 

Zum anderen war Salz auch ein Symbol für etwas Ewiges und das drückt dann hier aus, daß Abija den Bund, den Gott mit David eingegangen ist, für ewig hält. 

In Grunde stimmt das, aber laut 2. Chronik 6, 16 hat Abija da etwas vergessen. 

Gott sagte da zu Salomo: 

Es soll dir nicht an einem Mann fehlen vor meinem Angesicht, der auf dem Thron Israels sitzt, wenn nur deine Söhne auf ihren Weg achten, daß sie in meinem Gesetz leben, wie du vor mir gelebt hast! 

Also ist dieser Bund an eine Bedingung geknüpft. 

Wir haben ja auch vorhin schon gehört, daß Salomo schon diese Bedingung nicht erfüllt hat und daher Salomos Sohn, Abijas Vater, einen Großteil des Reiches verloren hat. 

Abija nimmt also eine Zusage Gottes für sich in Anspruch, die an Bedingungen geknüpft ist, und will aber die Bedingungen nicht beachten. 

Solche an Bedingungen geknüpfte Zusagen Gottes gibt es in der Bibel öfter, z.B. in 2. Timotheus 2, 11-13 : 

Da geht es um unser Leben mit Jesus: 

Wenn wir mitgestorben sind, werden wir auch mitleben; wenn wir ausharren, werden wir auch mitherrschen; wenn wir verleugnen, wird auch er uns verleugnen; wenn wir untreu sind – er bleibt treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen. 

Hier wird ausgedrückt, wie wir das neue Leben in Jesus Christus erleben können. 

Je mehr wir in Jesus sterben, desto mehr werden wir das Leben in ihm haben.

Je mehr wir ausharren, dabei bleiben, desto mehr werden wir mit ihm herrschen.

Wenn wir ihn verleugnen, wird er uns auch verleugnen.

Das bedeutet, daß in so einem Fall uns sein Schutz und seine Fürsorge ein Stück weit verloren geht, aber nur, damit wir zur Besinnung kommen.

Aber: Seine Liebe ist nicht an Bedingungen geknüpft, er bleibt uns treu und damit bleibt er auch immer an uns dran und will uns zurückgewinnen. 

Also wenn man an dieser Stelle noch mal die Aussage „Sind wir die Guten?“ aufgreift, dann kommen wir zu dem altbekannten Schluß, daß wir nicht besser als die anderen sind, aber wir es besser haben. 

Jesu Eingreifen ist hier und da an Bedingungen geknüpft, aber Jesu Liebe ist bedingungslos, und wenn Jesus sein Eingreifen verweigert, dann will er etwas bewirken, was dann auch Ausdruck seiner Liebe ist. 

Kommen wir zu den nächsten Versen: 

V. 8-11; Der wahre Glaube

Und nun denkt ihr, standhalten zu können dem Königtum des HERRN in der Hand der Söhne Davids, weil ihr eine große Menge seid und die goldenen Kälber bei euch sind, die Jerobeam euch zu Göttern gemacht hat! Habt ihr nicht die Priester des HERRN, die Söhne Aarons, und die Leviten verstoßen und euch Priester gemacht wie die Völker der andern Länder? Wer immer mit einem Jungstier und sieben Widdern kam, um sich zum Priester weihen zu lassen, der wurde Priester der Nicht-Götter. Wir aber sind gewiss: Der HERR ist unser Gott, und wir haben ihn nicht verlassen. Und als Priester dienen dem HERRN Söhne Aarons und die Leviten im Dienst des HERRN. Und sie bringen dem HERRN jeden Morgen und jeden Abend Brandopfer und wohlriechendes Räucherwerk dar. Und wir haben das Schichtbrot auf dem reinen Tisch und den goldenen Leuchter und seine Lampen, um sie Abend für Abend anzuzünden. Denn wir versehen den Dienst des HERRN, unseres Gottes; ihr aber habt ihn verlassen. 

In Kurzform: Wir machen alles richtig, ihr macht alles falsch. 

Hier haben wir einen richtigen Religionsvergleich. 

So etwas ist ja heutzutage eher unpopulär. 

Alleine schon so Aussagen wie „Ich habe recht und Du hast unrecht.“ klingen heutzutage irgendwie eigenartig. 

Und wenn man dann noch berücksichtigt, daß Abija Gott nicht ungeteilt gefolgt ist und vielleicht sogar im ersten Teil seiner Rede bewußt ein bißchen an der Wahrheit gedreht hat, dann möchte man vielleicht sogar „Heuchler“ sagen, weil er doch erstmal selbst Gott ungeteilt nachfolgen soll, bevor er andere kritisiert. 

Dieses „Heuchler“-Argument ist heutzutage sehr beliebt, um sich vor der Auseinandersetzung mit Fakten zu drücken. 

So in der Art: „Was der Typ sagt, interessiert mich nicht, das ist eh ein Heuchler.“ 

Gott benutzt in der Bibel auch sehr oft unvollkommene, tlw. sogar dubios-wirkende Menschen, um zu uns zu sprechen. 

Und das, was Abija hier sagt, ist nicht so ganz von der Hand zu weisen. 

Jerobeam hat sich seine eigene Religion gestrickt (1. Könige 12, 27-30) 

Immer mehr aber fürchtete er, Jerobeam, Israel könne sich am Ende doch wieder König Rehabeam zuwenden, weil er ein Nachkomme Davids war. «Wenn das Volk regelmäßig nach Jerusalem geht,» so dachte er, «und dort im Tempel des Herrn seine Opfer darbringt, dann werden sie auch bald wieder König Rehabeam von Juda als ihren König anerkennen. Ist es aber erst einmal so weit, dann bringen sie mich um.» Darum ließ er zwei goldene Kälber herstellen. Dem Volk erklärte er: «Es ist viel zu umständlich für euch, für jedes Opfer immer nach Jerusalem zu gehen! Seht, ihr Israeliten, hier sind eure Götter, die euch aus Ägypten geführt haben!» Er ließ eine Götzenfigur in Bethel aufstellen, die andere in Dan. Als das eine Kalb nach Dan gebracht wurde, begleiteten die Israeliten es in einer feierlichen Prozession. So brachte Jerobeam das ganze Volk dazu, gegen den Herrn zu sündigen. Aber er ging noch weiter: Er ließ auf vielen Hügeln Heiligtümer errichten und ernannte auch Israeliten zu Priestern, die nicht zum Stamm Levi gehörten. Er bestimmte einen Tag im Herbst, den 15. Tag des 8. Monats, an dem ein ähnliches Fest gefeiert werden sollte wie das Laubhüttenfest in Juda. Er selbst wollte an diesem Tag in Bethel die Stufen zum Altar hinaufsteigen, um den Kälbern, die er hatte anfertigen lassen, Opfer zu bringen. In Bethel weihte er auch die Priester, die er für den Dienst bei den Heiligtümern einsetzen wollte.

Er designt sich seine eigene Religion. 

Politisch war das zwar sehr schlau, aber es hat nichts mit der Wahrheit zu tun. 

Darf man so eine Religion kritisieren? Ja, das darf man. Die goldenen Statuen hatten z.B. nichts mit dem Auszug aus Ägypten zu tun und diese Wahrheit darf man auch sagen. 

Er benennt seine Religion aber nach der alten, so daß die Verwirrung noch größer ist. 

Man kann letztendlich die Wahrheit nur anhand der Bibel prüfen. 

Hätte Israel sich z.B. an die 10 Gebote gehalten, dann wäre Jerobeams Religion sofort als falsch entlarvt worden. 

In diesem Fall hat Abija also recht, aber trotzdem stört mich seine Denkweise: 

„Wir sind die Guten, denn wir machen alles richtig, und deshalb steht Gott zu uns.“ 

In Offenbarung 2, 1-7; sagt Jesus in dem Sendschreiben an die Gemeinde in Ephesus sinngemäß, daß die Gemeinde alles richtig gemacht hat, aber sie hat die erste Liebe verlassen und damit das Entscheidende verlassen. 

Es geht nicht darum, das wirklich Wahre für wahr zu halten und alles richtig zu machen. 

Ohne die Beziehung zu Jesus Christus nützt einem das nichts.

So steht es auch in 1. Korinther 13:

Wenn ich alles weiß und alles richtig mache und habe die Liebe nicht, so nützt es nichts. 

Jesus Christus möchte eine Beziehung und nicht, daß man alles richtig macht. 

V. 12; Gott ist mit uns

Siehe, Gott ist mit uns, an unserer Spitze. Bei uns sind seine Priester und die Lärmtrompeten, um Lärm zu blasen gegen euch. Söhne Israel, kämpft nicht gegen den HERRN, den Gott eurer Väter! Denn es wird euch nicht gelingen. 

Zusammenfassend verkündet Abija noch einmal, daß Gott mit ihnen ist. 

Die Trompeten, von denen hier die Rede ist, werden in 4. Mose 10, 1-10 beschrieben. Dort wird u.a. gesagt, daß Gott Rettung schenken wird, wenn sein Volk sie im Kampf bläst. 

Sie sollen auch geblasen werden, wenn man in den Krieg zieht und, um das Volk zu sammeln. 

Sie sind ein Sinnbild dafür, daß man im Namen Gottes handeln soll und nicht nach eigenem Gutdünken. 

„Gott ist mit uns, an unserer Spitze.“ über diese Aussage lohnt es sich nachzudenken. 

Bei unseren Gemeindeprojekten, bei unseren familiären Dingen, Jesus an der Spitze, vorneweg? Was heißt denn das? 

Ist Jesus bei uns vielleicht mehr so der Mitläufer? 

Fragen wir Jesus vorher oder bitten wir ihn nachträglich um seinen Segen? 

Mir geht es manchmal so, daß ich Pläne mache und beginne und mir dann auffällt, daß ich mit Jesus gar nicht darüber gesprochen habe. 

Dann ärgere ich mich über mich selber. 

Jesus Christus gehört an die Spitze unseres Planens und Tuns. 

Dann sind wir zwar nicht die Guten, aber dann haben wir es gut, weil wir in Jesu Hand sind. 

Wie geht es weiter

Zum Schluß noch ein paar Worte, wie es nach dieser Rede weitergeht. 

2. Chronik 13, 13-16; 

Aber Jerobeam ließ Leute im Hinterhalt eine Umgehung machen, um ihnen in den Rücken zu kommen, so dass sie vor Juda waren und der Hinterhalt hinter Juda. Und als Juda sich umwandte, siehe, da hatten sie den Kampf vorn und hinten. Da schrien sie zu dem HERRN, und die Priester bliesen mit den Trompeten, und die Männer von Juda erhoben ein Kriegsgeschrei. Und es geschah, als die Männer von Juda das Kriegsgeschrei erhoben, da schlug Gott Jerobeam und ganz Israel vor Abija und Juda. Und die Söhne Israel flohen vor Juda, und Gott gab sie in ihre Hand. 

Gott stellt sich zu Juda und schenkt den Sieg. 

Wir finden dafür in der Bibel zwei Begründungen. 

Die erste ist in V. 18-20: 

So wurden die Söhne Israel zu dieser Zeit gedemütigt. Aber die Söhne Juda wurden stark, weil sie sich auf den HERRN, den Gott ihrer Väter, gestützt hatten. Und Abija jagte Jerobeam nach, und er nahm ihm Städte ab: Bethel und seine Tochterstädte und Jeschana und seine Tochterstädte und Efron und seine Tochterstädte. Und Jerobeam behielt keine Macht mehr in den Tagen Abijas. 

Die zweite Begründung für den Sieg lesen wir in 1. Könige 15, 3-5; 

Und er – Abija - lebte in allen Sünden seines Vaters, die der vor ihm getan hatte; und sein Herz war nicht ungeteilt mit dem HERRN, seinem Gott, wie das Herz seines Vaters David. Doch Davids wegen gab ihm der HERR, sein Gott, eine Leuchte in Jerusalem, indem er seinen Sohn nach ihm als König aufstehen ließ und indem er Jerusalem bestehen ließ, weil David getan hatte, was recht war in den Augen des HERRN, und von allem, was er ihm geboten hatte, nicht abgewichen war alle Tage seines Lebens, außer in der Sache mit Uria, dem Hetiter.

Man weiß jetzt nicht genau, wie ehrlich Abijas Vertrauen während seiner Rede und der nachfolgenden Schlacht war, aber auf alle Fälle hat er sicherlich auch noch von dem Segen profitiert, den David von Gott zugesagt bekommen hat. 

Das ist sicherlich ein Bild auch für uns, daß der Segen für einzelne, treue Personen auch auf andere Menschen Auswirkungen haben kann, genauso wie eine besonders helle Lampe andere Dinge in einem Raum so mit anstrahlt, daß diese auch noch Licht reflektieren. 

Der eigentliche Wunsch Abijas, die Herrschaft über ganz Israel, ist nicht eingetroffen. 

Ich glaube auch nicht, daß Abija die Gesamtherrschaft bekommen hätte, selbst wenn er ungeteilt dem Herrn nachgefolgt wäre, denn einige Könige nach ihm sind ungeteilt dem Herrn nachgefolgt und sie haben auch nicht die Gesamtherrschaft bekommen. 

Ich denke, daß ist ein Bild dafür, daß es auch für uns Grenzen gibt. 

Wir reden oft davon, daß mit Gottes Hilfe nichts unmöglich ist („Mit meinem Gott kann ich über jede Mauer springen“, usw.) und es ist auch richtig, daß wir so beten, mit großem Glauben, alles erwartend. 

Aber in manchen Punkt wird Gott Grenzen setzen, wo er unser Gebet nicht erhören wird. In diesem Fall ist es aber durchaus richtig, dran zu bleiben und erfahren zu wollen, warum Gott hier eine Grenze setzt. 

Wir finden ein Beispiel dafür in 2. Korinther 12, 7-9, wo Paulus wegen einer körperlichen Beschwerde betet: 

auch wegen des Außerordentlichen der Offenbarungen. Darum, damit ich mich nicht überhebe, wurde mir ein Dorn für das Fleisch gegeben, ein Engel Satans, dass er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe. Um dessentwillen habe ich dreimal den Herrn angerufen, dass er von mir ablassen möge. Und er hat zu mir gesagt: Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung. Sehr gerne will ich mich nun vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne. 

Er hat um Heilung gebeten und hat sie nicht bekommen, obwohl es für Jesus ein Kleines gewesen wäre, ihn zu heilen. 

Paulus ist aber solange drangeblieben, bis er eine Antwort bekommen hat. 

Also: Gott setzt manchmal oder vielleicht auch oft Grenzen, die wir akzeptieren müssen, aber wir dürfen dranbleiben und solche Gebetserfüllungsgrenzen austesten und Antworten erwarten. 

Zusammenfassung

Ich möchte noch einmal die Botschaften für uns heute zusammenfassen.